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Dokumentare, Bibliothekare, Archivare

"Kommunikation und IT werden immer wichtiger"

Wie haben sich die Aufgaben von Bibliothekaren und Dokumentaren verändert? abi>> sprach mit Professorin Cornelia Vonhof, die an der Hochschule der Medien Stuttgart in den bibliothekarischen Studiengängen lehrt und im Vorstand des Berufsverbands Information Bibliothek (BIB) tätig ist.

abi>>: Inwieweit haben sich die Tätigkeiten von Bibliothekaren und Dokumentaren mit der Digitalisierung verändert?

Cornelia Vonhof: Die Ansprüche an die Kerntätigkeiten wie Auswahl, Beschaffung, Aufbereitung, Vermittlung und Präsentation von Informationen sind in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Das hängt zum einen mit dem komplexer gewordenen Medienmarkt zusammen. Heute geht es neben Printprodukten auch um Datenbanken, E-Books, Downloads und so weiter. Die neuen Technologien erfordern Lösungen im Hinblick auf Digitalisierung und Langzeitarchivierung.

abi>>: Und sonst?

Cornelia Vonhof: Zudem ist das Spektrum, was zum Beispiel Bibliotheken leisten sollen, viel größer geworden. Sowohl in wissenschaftlichen als auch in öffentlichen

Das Bild zeigt ein Portait von Cornelia Vonhof.

Cornelia Vonhof

Foto: Privat

Bibliotheken rückt das Vermitteln von Informationskompetenz immer stärker in den Vordergrund. Wie recherchiere ich und finde das, was ich brauche? Dabei existieren ganz unterschiedliche Ansätze, wie Studierenden, Schülern und anderen Nutzern beigebracht wird, nicht nur zu googlen, sondern gezielt Informationsquellen zu erschließen. Wer in einer Universitätsbibliothek arbeitet, muss zudem auf Augenhöhe mit Wissenschaftlern kommunizieren können. Ein weiteres Thema ist das Management: Bibliotheken sind Dienstleistungsbetriebe, in denen betriebswirtschaftliche Elemente wie Budgetierung, Mitarbeiterführung eine Rolle spielen.

abi>>: Spiegeln sich diese Änderungen auch in der Hochschulausbildung wider?

Cornelia Vonhof: Ja. Da die Informationsvermittlung heute IT-gesteuert ist, nimmt das auch in den Studiengängen einen beträchtlichen Anteil ein. Hier in Stuttgart haben wir gerade ein Digitalisierungslabor eingerichtet, in dem Studierende den gesamten Workflow kennenlernen.

abi>>: Kann man sich bei diesen Anforderungen mit einem Bachelor auf dem Arbeitsmarkt behaupten?

Cornelia Vonhof: Der überwiegende Teil unserer Absolventen geht nach dem Bachelor ins Berufsleben. In kleineren und mittleren Einrichtungen werden auch Leitungspositionen mit diesem Abschluss besetzt. Für die Masterangebote entscheiden sich diejenigen, die entweder eine Fachkarriere oder eine Führungsposition in einer großen Einrichtung anstreben.

abi>>: Wie lauten Ihre Tipps für Studierende und Abiturienten?

Cornelia Vonhof: Da die Tätigkeitsfelder vielschichtig sind, ist es sehr wichtig, bereits während des Studiums ein Profil zu entwickeln. Da unsere Branche recht überschaubar ist, sollte man außerdem rechtzeitig Netzwerke aufbauen, zum Beispiel im Berufsverband aktiv sein oder sich auf Kongressen sehen lassen.

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