Motoren für Lenkrad und Fensterheber
Eigentlich standen Automobile für Marius Paweletzki früher nicht unbedingt im Scheinwerferlicht. Inzwischen hat der 22-Jährige seinen Platz in der Branche allerdings gefunden: Er macht bei Brose in Coburg, einem großen Zulieferer der weltweiten Autoindustrie, eine Ausbildung zum Mechatroniker.
Ein Praktikum bei Brose war das Schlüsselerlebnis für Marius Paweletzki: seither weiß er, dass er statt mit Computern mit Autos arbeiten möchte.
Foto: Brose
„Was im Auto drinsteckt, wie die Technik funktioniert und zusammenspielt“, findet Marius Paweletzki inzwischen ziemlich interessant. Kein Wunder: In der dreieinhalbjährigen Ausbildung lernt er das von Grund auf. Das erste Lehrjahr ist schon vorbei: Zuerst stand die Metallbearbeitung im Mittelpunkt, inklusive Feilen, Sägen, Bohren, Fräsen und Drehen. Dann folgte Elektrotechnik mit Verdrahtung und dem Bau von Schaltschränken – auch Kleinsteuerungen hat Marius Paweletzki da schon programmiert. Aktuell ist Pneumatik dran – das ist der Einsatz von Druckluft in der Technik. Zuerst lernt der 22-Jährige die Theorie von luftdruckgetriebenen Schaltungen kennen, dann folgt der Aufbau im Modell und schließlich die Fehleranalyse. Was hat funktioniert, was nicht – und vor allem warum?
Marius Paweletzki ist zufrieden mit seiner Entscheidung für die Ausbildung. „Vor dem Abitur habe ich überlegt: Will ich nach so vielen Jahren Schule noch einmal drei bis vier Jahre Studium dranhängen?“ Ein Teil der Freunde riet: Mach’ gleich weiter. Andere empfahlen, erst mal eine Ausbildung zu absolvieren. Seine erste Idee ging in Richtung Computer. In verschiedenen Praktika merkte er dann aber, dass ihm die Arbeit am Bildschirm doch nicht liegt – viel mehr dagegen die Beschäftigung mit Autos und Automobiltechnik. Er ging zum Berufsinformationstag, machte vor drei Jahren ein Praktikum bei Brose. „Das war das Schlüsselerlebnis“, erinnert er sich. Beworben hat er sich anschließend bei verschiedenen Firmen – und ist froh, dass es bei Brose geklappt hat. Das Familienunternehmen ist ein namhafter Zulieferer: Jedes dritte Fahrzeug weltweit ist mit mindestens einem Brose-Teil ausgestattet; der Coburger Hersteller hat insgesamt 53 Standorte und beliefert 50 Automarken und 40 Zulieferer.
Duales Studium „wäre wirklich klasse“
In Würzburg, wo Marius Paweletzki seine Ausbildung absolviert, werden Elektromotoren unter anderem für Fensterheber, Lenkungen und die Motorkühlung hergestellt. Wie, das lernt der Azubi gerade. Nächstes Jahr steht die Zwischenprüfung an. Wenn er weiterhin gut ist, kann der junge Mann die Ausbildung auf drei Jahre verkürzen. Und dann?
„Bei Brose weitermachen und ein duales Studium anfangen, das wäre wirklich klasse“, findet der angehende Mechatroniker. Die Möglichkeit ist gegeben: Brose kooperiert mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und bietet vier Bachelor-Studiengänge an – Maschinenbau, Elektrotechnik, Wirtschaftsingenieurwesen und Wirtschaftsinformatik. Drei Jahre lang wechseln sich Theorie und praktische Ausbildung im Betrieb im zwölfwöchigen Rhythmus ab.
Auch wenn es möglicherweise noch zu früh für solche Wünsche ist, hat Marius Paweletzki schon eine klare Vorstellung: Später würde er gern im Musterbau arbeiten, wo Motoren in Kleinserien gebaut und im Versuch getestet werden. Wie können Motoren noch effizienter und damit umweltfreundlicher gestaltet werden? Welche Eigenschaften haben sie im Dauerlauf? Bei welchen Teilen macht sich die Belastung als erstes bemerkbar?
Das sind Aufgaben, die Forschung und Entwicklung stellen. Brose hat sich damit Renommee erworben: Die 2.000 Ingenieure und Techniker – unter den 18.750 Mitarbeitern – entwickeln bestehende Komponenten und Systeme weiter und arbeiten an Innovationen. Das Unternehmen meldet jährlich 250 Schutzrechte für Fahrzeugteile an, die Autos komfortabler und sicherer machen. Das ist Marius Paweletzki als Autofahrer auch persönlich wichtig.




