Leidenschaft für glänzend Schönes
In einem Bochumer Goldschmiedebetrieb macht Sarah Greimers eine Ausbildung zur Goldschmiedin. Sie repariert Schmuckstücke, entwirft und fertigt individuelle Ketten oder Ringe auf Kundenwunsch. Auch im Verkauf ist die 24-Jährige tätig, die für ihren Job neben handwerklichem Geschick eine Menge Kreativität und Sorgfalt mitbringen muss.
Goldschmied kann man in drei Fachrichtungen werden: Juwelen, Ketten und Schmuck.
Foto: Privat
Sarah Greimers liebt Schmuck. Schon immer sei das so gewesen, sagt sie. „Meine Großmutter hat Schmuck gesammelt und mich irgendwie angesteckt.“ Schon während ihrer Schulzeit sei ihr klar geworden, dass sie unbedingt etwas Künstlerisches und Handwerkliches machen wollte. „In der Schule haben mir die kreativen und handwerklichen Fächer am meisten gelegen“, sagt die Auszubildende. „Eine gute Freundin meiner Mutter ist auch Goldschmiedin und hat mir dann nach dem Abi geraten, es einfach zu versuchen.“ Dabei seien Ausbildungsplätze in ihrem Metier mehr als rar. Nach nur acht Initiativbewerbungen eine Stelle bekommen zu haben, sei schon glücklich gewesen – vor allem, weil sie für ihre Ausbildung nicht umziehen musste, sondern in ihrem Heimatort Dortmund wohnen bleiben konnte. „Ich musste einen Tag Probe arbeiten“, berichtet sie. Ihre beiden heutigen Chefinnen hat sie dabei überzeugt.
Mit Säge und Lötpistole
Ihre Chefinnen haben ihr damals schon gesagt, dass das Produkt zwar glänze,
aber die Fertigung „schmutzig“ sei. „Ich bin eben Handwerkerin, bin mit Kittel in der Werkstatt und arbeite mit Hammer, Feile, Zange und Lötpistole“, sagt Sarah Greimers, die in der Goldschmiede Feingehalt in Bochum arbeitet und einmal in der Woche theoretisch in der Abteilung Edelmetall am Berufskolleg Ost der Stadt Essen unterrichtet wird, wo es zum Beispiel um die Geschichte der Goldschmiedekunst, Werkstoffe und Edelsteine oder berufsbezogene Mathematik geht.
„Vormittags bin ich oft damit beschäftigt, Kundenwünsche im Laden entgegenzunehmen“, erklärt die 24-Jährige. Das Aufgabengebiet sei sehr vielfältig. „Da kann jemand mit seiner wertvollen Edelsteinkette kommen, die ein neues Scharnier braucht, oder aber ein junges Mädchen, das sich einen schönen Ohrring aussucht.“ Kunden, die Schmuck kaufen möchten, berät sie anhand von Prospekten oder in den Ladenvitrinen ausgestellten Stücken. Reparaturarbeiten führt sie in der Werkstatt aus. „Wenn zum Beispiel ein Ring vergrößert werden soll, nehme ich Maß am Finger des Kunden und leihe mir den Ring“, erläutert Sarah Greimers. Dann könne sie direkt beginnen, den Ring aufzusägen, ein passendes Stück Gold einzusetzen und es mit Flussmittel unter starker Flamme einzulöten. „Beim Abbeizen, Schleifen und Schmieden braucht man schon wirklich eine gute Feinmotorik und muss sich konzentrieren“, sagt die Auszubildende, die auch häufig neue Schlösser für Ketten, Armbänder oder Ohrringe anfertigt und Edelsteine einfasst.
Phantasie und mathematisches Denken
„Wenn alle anstehenden Kundenaufträge erledigt sind, kann ich nachmittags auch an Schmuckstücken für unser eigenes Sortiment arbeiten. Da ist viel Kreativität gefragt. Mir macht es unglaublich Spaß, etwas Neues und Schönes zu entwerfen. Man muss in meinem Beruf Phantasie haben, gut zeichnen und auch mathematisch denken können“, sagt Sarah Greimers, die in ein paar Monaten ihre dreieinhalbjährige Ausbildung in der Fachrichtung Schmuck beendet.
Ob sie übernommen werde, wisse sie noch nicht, wünschen würde sie es sich aber. „Ich will auf jeden Fall praktisch im Schmuckgewerbe weiterarbeiten, vielleicht irgendwann meinen Meister machen“, sagt sie. Neben Gold- und Silberschmiedewerkstätten arbeiten Goldschmiede auch bei Juwelieren und im gesamten Schmuck herstellenden Gewerbe.





