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Ausbildungsreportage

Kaufmännisches Allroundtalent

Als Azubi im dritten Lehrjahr erlernt Sabine Fenzl (23) im Pullman Stuttgart Fontana nicht nur alle kaufmännischen Grundlagen, sondern sammelt auch wertvolle Berufserfahrung im Bereich Service, Housekeeping und Empfang.

Auf dem Bild ist eine junge Frau mit brauen Haaren zu sehen, die an einem Schreibtisch sitzt.

Sabine Fenzl macht eine Ausbildung zur Hotelkauffrau. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Organisation, Einkauf, Buchhaltung und Rezeption.

Foto: Privat

Als angehende Hotelkauffrau verbringt Sabine Fenzl viel Arbeitszeit vor dem PC – die Buchhaltung ist eine ihrer Hauptaufgaben. „Die Hotellerie hat mich schon mein ganzes Leben lang begeistert. Viele verschiedene Nationalitäten, die Atmosphäre, das Lebendige – genau so habe ich mir meinen Beruf vorgestellt“, schwärmt Sabine Fenzl. Nach bestandenem Abitur und zwei Praktika in der Hotellerie begann sie im September 2008 die dreijährige Ausbildung zur Hotelkauffrau. „Neben meinen Praktika konnte ich auch vier Jahre Erfahrung als Servicekraft in einem gutbürgerlichen Restaurant vorweisen.“

Schwerpunkte der Ausbildung zur Hotelkauffrau liegen in den Bereichen Organisation, Einkauf, Buchhaltung und Rezeption. „Die Kombination von Zahlen, Organisation und Gästebetreuung ist perfekt. Als Hotelkauffrau arbeite ich sowohl hinter als auch vor den Kulissen. Es ist spannend zu sehen, wie viele Abteilungen in einem großen Hotel ineinander greifen, um einen reibungslosen Ablauf für unsere Gäste zu garantieren.“

Vielseitig einsetzbar

Seit fast einem Jahr ist die 23-Jährige in der Buchhaltung beschäftigt. Hier unterstützt sie die Betriebsbüroleiterin bei der Buchhaltung oder Bestellung von Büro- und EDV-Material. Davor durchlief sie bereits die Abteilungen Service, Empfang und Housekeeping. „Der Service ist für mich die abwechslungsreichste Abteilung eines Hotels. Man wird im Frühstücksservice wie auch im Abenddienst im Restaurant eingesetzt, kann an der Bar den Barkeeper unterstützen oder im Bankett eingeteilt sein. Selbst die Minibarkontrolle in den Hotelzimmern fällt in den Aufgabenbereich des Azubis im Service.“ Im Housekeeping lernte die 23-Jährige alles über die fachgerechte Reinigung der Gästezimmer und aller öffentlichen Hotelbereiche. „An der Rezeption ist man von der Begrüßung des Gastes bis zur Verabschiedung die wichtigste ‚Anlaufstelle’. Check- in, Guest Relation (Gästebetreuung), Check out – all das gehörte zu meinen täglichen Aufgaben.“

Bis zu ihrem Ausbildungsende, im Juli 2011, wird sie noch die Bereiche Veranstaltungsbüro (wo die Veranstaltungen geplant werden, die das Hotel anbietet) und Reservierung kennen lernen. Nach ihrer Ausbildung kann Sabine Fenzl in all diesen Bereichen als Fachkraft einsteigen. Ihr theoretisches Wissen erlernt sie im vier- bis sechswöchigen Blockunterricht im hundert Kilometer entfernten Villingen-Schwenningen. Die Zeit verbringt sie im Internat der „Schule für Hotel- und Gaststättengewerbe“, wo sie neben vielen kaufmännischen Fächern, wie Hotelbetriebslehre, allgemeiner Wirtschaftslehre oder Rechnungswesen, auch in praktischen Dingen des Hotelbetriebes, wie zum Beispiel das fachlich richtige Eindecken von Tischen, unterrichtet wird. Selbst das Ein- und Auschecken von fremdsprachigen Gästen wird im Unterricht geprobt.

Sabine Fenzls Arbeitgeber sind auch Schulungen und Weiterbildungen für die Mitarbeiter wichtig. „Wir haben einen Schulungsplan mit fachlichen Themen, wie Weinlehre und dienstleistungsorientierten Schulungen wie Gästebetreuung oder Umgang mit Reklamationen. Ein jährlicher Höhepunkt für uns Auszubildende ist unser Azubi-Elternabend. Einmal jährlich planen und organisieren alle Auszubildenden einen Galaabend mit Programm und Menü: Hier dürfen wir unsere Eltern, einige Lehrer und die Abteilungsleiter/Direktion einladen und zeigen, was wir gelernt haben.“

Was man für die Ausbildung mitbringen sollte

Wer in der Hotel- und Gaststättenbranche arbeiten möchte, brauche grundlegende Eigenschaften, wie zum Beispiel Kontaktfreudigkeit, Freude am Umgang mit Menschen, Pünktlichkeit und Flexibilität, rät Sabine Fenzl. Auch sollte man aufgeschlossen gegenüber Wochenend- und Feiertagsdiensten sein. „Wichtig sind natürlich auch gute Fremdsprachenkenntnisse und, besonders in meinem Bereich, ein mathematisches Verständnis.“ Auch rät die angehende Hotelkauffrau unbedingt vor Ausbildungsbeginn zu Praktika in zwei oder drei unterschiedlichen Hotels. So könne man am besten feststellen, ob das Arbeiten in der Hotelbranche generell Spaß macht und welche Art von Hotel – Privathotel oder Hotelkette – einem besser zusagt. „Für mich hat die Kettenhotellerie viele Vorteile. Durch interne Wettbewerbe und Schulungen hat man schon während der Ausbildung die Möglichkeit Networking zu betreiben. Ein interner Wechsel ist dann oft leichter.“

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