Benzin im Blut?

In einer Fertigungsstraße werden Karosserieteile mithilfe von Fertigungsrobotern verklebt.
Die Automobilbranche bietet Arbeitsplätze für Absolventen vielfältiger Studiengänge aus den Bereichen Elektronik, Technik oder IT.
Foto: Ingo Wagner

Automobilbranche – Hintergrund

Benzin im Blut?

PS-Boliden mit Elektroantrieb, selbstfahrende Fahrzeuge, vernetzte Pkw – in der Automobilindustrie tut sich einiges. Vor allem für Einsteiger mit technischem Interesse ist die Branche deshalb spannend.

„Meine Aufgabe ist es, Qualität, Menge und Effizienz der Produktion sicherzustellen“, erklärt Malte Sahling. Der Ingenieur ist beim Automobilzulieferer Continental Produktionsleiter für dekorative Oberflächenfolien. Diese werden etwa für die Seitenverkleidung, die Sitze oder die Instrumententafeln in einem Fahrzeug verwendet. Zu Beginn eines Arbeitstages trifft sich der 31-Jährige mit den Schichtleitern. Anschließend macht er einen Rundgang durch die Produktion, bevor Besprechungen mit Kollegen aus Technik und Logistik anstehen. „Meine Schwerpunkte liegen auf der Arbeitssicherheit sowie der Auslastung und der Effizienz der Anlagen. Hinzu kommt die Budget- und die Mitarbeiterplanung“, sagt Malte Sahling. Er ist nach wie vor fasziniert, wie viel Technik sich in einem einzigen Fahrzeug befindet. „Ich setze mich heute ganz anders in ein Auto, weil ich weiß, wie viel Arbeit dahintersteckt.“

Studiert hat Malte Sahling an der Fachhochschule Hannover. Dort hat er ein duales Studium der Konstruktionstechnik absolviert. Praxispartner war sein heutiger Arbeitgeber, wo er gleichzeitig die Ausbildung zum Mechatroniker abschloss. Anschließend studierte Malte Sahling Betriebsorganisation auf Master und arbeitete parallel in der Planungs- und Investitionsabteilung für die Anlagen von Continental. „Die Kombination aus Technik und Betriebswirtschaft kommt mir heute zugute“, ist sich der Ingenieur sicher.

Wachstum und neue Risiken

Ein Porträt-Foto von Malte Sahling

Malte Sahling

Foto: privat

Für Tätigkeiten, wie sie Malte Sahling erledigt, braucht es qualifizierte Leute: Mehr als 900.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sind in der Automobilindustrie tätig. Ihre Zahl ist bis 2015 überdurchschnittlich gewachsen, 2016 lag die Zunahme mit 1,6 Prozent erstmals etwas unter dem branchenübergreifenden Beschäftigungswachstum insgesamt (2 Prozent). „Ob dies eine Folge der aktuellen Risiken der deutschen Automobilindustrie, wie Abgasskandal, mögliche Brexit-Folgen und E-Mobilität, oder der Einführung der Industrie 4.0 ist, lässt sich nicht abschätzen“, sagt Ilona Mirtschin, Arbeitsmarktexpertin bei der Bundesagentur für Arbeit.

Der Akademikeranteil in der Automobilindustrie ist mit 18 Prozent überdurchschnittlich hoch. Für Ingenieure bietet die Automobilindustrie in erster Linie in Forschung und Entwicklung sowie in der technischen Produktionsplanung und -steuerung Beschäftigungsmöglichkeiten. „Im Fachkräftebereich sind es vor allem Berufe der Maschinenbau- und Betriebstechnik sowie der Fahrzeugtechnik“, erklärt Ilona Mirtschin. Im Jahresdurchschnitt waren 2016 rund 2.000 Arbeitsstellen in der Automobilindustrie bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet. Als Experten sind vor allem Ingenieure des Maschinenbaus und der Elektrotechnik sowie Ingenieure für technische Produktionsplanung und -steuerung gesucht.

„Chancen aus der Digitalisierung“

Klaus Bräunig, Geschäftsführer des Verbandes der deutschen Automobilindustrie (VDA), erwartet zudem einen erhöhten Bedarf an Softwareentwicklern sowie Sensorik- und Elektronikspezialisten, weil Fahrzeuge künftig online mit ihrer Umgebung und anderen Autos vernetzt sein werden. „Auch für die Zulieferer ergeben sich vielseitige Chancen aus der Digitalisierung“, meint der Verbandssprecher. „Die Daten, die ein Auto generiert, entstehen in Steuergeräten der Zulieferer.“

Was die Zulieferer fertigen, landet am Ende bei den großen Herstellern, die bei Berufseinsteigern oft besonders beliebt sind. BMW in München zum Beispiel bietet 24 verschiedene Ausbildungsberufe an, hinzu kommt ein internationales Traineeprogramm, das auf Managementaufgaben vorbereitet, sowie viele Direkteinstiege für Hochschulabsolventen – von der Entwicklung über die Produktion bis zum Controlling. „Die wichtigsten technischen Ausbildungsberufe sind der Kfz-Mechatroniker, der sich mit System- und Hochvolttechnik befasst, und der Fertigungsmechaniker, der in der Produktion Metalle bearbeitet“, erklärt Recruiter Christian Wand. „Hinzu kommt der Mechatroniker, der für die Produktionsanlagen zuständig ist, und der Elektroniker für Automatisierungstechnik.“

Frauen in der Belegschaft keine Seltenheit

Auch Designer für den technischen Modellbau, Informatikkaufleute und Fachinformatiker sind gefragt. Acht duale Studiengänge mit Schwerpunkt Elektrik und IT runden die Einstiegswege ab. Alle Einsteiger bei BMW müssen am Anfang zwei Wochen in der Produktion arbeiten. Hier lernen sie das Fundament der Branche kennen – den Bau von Autos. „Übrigens interessieren sich auch viele Mädchen für die technischen Berufe“, so Christian Wand. „Bei uns sind junge Frauen in der technischen Belegschaft keine Seltenheit.“

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort z. B. Auto).
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen (Suchwort z. B. Auto).
www.studienwahl.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

http://jobboerse.arbeitsagentur.de

KURSNET

Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du insbesondere nach schulischen Ausbildungen suchen.
kursnet-finden.arbeitsagentur.de

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

www.bibb.de

Verband der Automobilindustrie e. V. (VDA)

www.vda.de

Verband der Internationalen
Kraftfahrzeughersteller e.V. (VDIK)

www.vdik.de

 

Ingenieur für Elektro- und Informationstechnik

Das Auto von übermorgen

Pionierarbeit in Sachen Auto: Daniel Profendiner (34) befasst sich in der Elektronik- und Softwareentwicklung bei Audi in Ingolstadt mit den Technologien von morgen.

Seit vier Jahren ist Daniel Profendiner nun in der Audi Electronics Venture tätig. „Wir überlegen uns schon heute, welche Funktionen ein Fahrzeug in zehn oder mehr Jahren haben sollte“, erklärt der Diplom-Ingenieur. Seine Kollegen und er beschäftigen sich zum Beispiel mit künstlicher Intelligenz, pilotiertem Fahren oder Mobilfunkfunktionen im Auto. „Viele Ideen entstehen auf dem Papier, ohne dass es einen akuten Bedarf dafür gibt“, sagt der 34-Jährige. Da eine einzelne Idee für eine Fahrzeugfunktion selten isoliert umgesetzt werden kann, arbeiten die Kollegen im Team zusammen. Jeder hat dabei sein Feld, in dem er sich besonders gut auskennt. Daniel Profendiner ist der Experte für pilotiertes Fahren, also dem automatisierten Fahren, bei dem das Auto viele Funktionen selbständig übernimmt.

Grüne Welle 2.0

Ein Porträt-Foto von Daniel Profendiner

Daniel Profendiner

Foto: privat

Die meiste Zeit verbringt der Ingenieur am Computer. „Es ist wichtig, Ideen zunächst mit einer Software zu simulieren.“ Projekte, die weiter fortgeschritten sind, testet er auch mal auf dem Prüfgelände. Ziel ist, die Idee in eine der künftigen Modellgenerationen einzubauen und auf die Straße zu bringen. „Ampel Info Online“ ist ein Beispiel dafür: Das ist eine Applikation, die dem Fahrer zeigt, wie schnell oder langsam er fahren sollte, um die nächste Ampel bei Grün zu erreichen.

„Unsere Arbeit braucht Zeit. Außerdem will ich zunächst mit meinen guten Ideen überzeugen, bevor es damit in die Umsetzung geht“, erklärt Daniel Profendiner. Der Vorentwickler muss sich daher nicht nur gut mit Technik auskennen, sondern auch schlüssig argumentieren können. Darüber hinaus müssen Ingenieure in der Vorentwicklung eines Automobilherstellers „unvoreingenommen sein und unkonventionell denken können“, sagt der 34-Jährige. „Meine Zukunftsideen sollen den künftigen Kunden schließlich nutzen.“

Umbruch in der Automobilbranche

Dass er heute in der Automobilbranche arbeitet, überrascht nicht: In seinem Studium der Elektro- und Informationstechnik an der Technischen Hochschule Regensburg wählte Daniel Profendiner die Fachrichtung Automobilelektronik. „Ich habe schon zu Studienzeiten bemerkt, dass in der Automobilbranche gerade ein Umbruch stattfindet, an dem ich gerne mitwirken möchte“, sagt er. Seine Diplomarbeit hat er deshalb bei Audi in der Vorentwicklung geschrieben. Nach seinem Studienabschluss arbeitete er zunächst bei einem Zulieferer für Fahrerassistenzsysteme, bevor er sich auf eine offene Stelle bei Audi in Ingolstadt bewarb.

Sein Studium hat den Ingenieur vor allem gut auf den Informatik-Teil seiner Arbeit vorbereitet. „Informatik ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für jedes Kfz-Modell“, macht er klar. Die Automobilinhalte des Studiums empfand er gut für den Einstieg, „aber das Meiste habe ich dann natürlich in der Praxis gelernt“. Daniel Profendiner findet an seiner Arbeit besonders spannend, dass sich die Inhalte fortwährend ändern, weil immer neue Technologien entwickelt werden, die auf seine Arbeit Einfluss nehmen. „Ich finde es faszinierend, hier an vorderster Front dabei zu sein und Pionierarbeit zu leisten.“

 

Meisterin Kfz-Mechatronik

Meisterin in ihrem Fach

Die Kfz-Mechatronikerin Karolin Burger hat nach ihrer Ausbildung die Weiterbildung zur Meisterin absolviert. Damit möchte die 28-Jährige die Leitung des familiengeführten Autohauses im baden-württembergischen Kuppenheim übernehmen.

„Eigentlich hatte ich ja ganz andere Berufswünsche“, gesteht Karolin Burger. „Aber da meine Familie in Kuppenheim ein eigenes Autohaus mit Werkstatt, Tankstelle und Waschanlage betreibt, habe ich mich nach einem Praktikum doch für die Ausbildung zur Kfz-Mechatronikerin entschieden.“ Allerdings in einer fremden Werkstatt, um auch mal einen anderen Betrieb als den ihrer Familie kennenzulernen. „Was mich bei uns erwartet, habe ich ja schon zu Hause mitbekommen. Ich bin ja mit unserem Autohaus aufgewachsen“, erzählt sie.

Vollzeit oder berufsbegleitend

Ein Porträt-Foto von Karolin Burger

Karolin Burger

Foto: privat

Die Kfz-Mechatronikerin fand Gefallen an ihrem Beruf. Nachdem sie ihn ein Dreivierteljahr ausgeübt hatte, begann sie bereits ihre Weiterbildung zur Meisterin. Früher musste man fünf Jahre Berufserfahrung nachweisen, um mit der Meisterschule zu beginnen, heute ist dies im gleichen Beruf, in dem man auch die Ausbildung absolviert hat, direkt im Anschluss daran möglich.

Karolin Burger hatte die Wahl zwischen einer Vollzeit-Weiterbildung von einem Jahr oder der Abendschule neben dem Beruf. „Ich habe mich für Vollzeit entschieden, weil ich mich ganz aufs Lernen konzentrieren wollte“, sagt die 28-Jährige. Ein Jahr lang besuchte sie also die Meisterschule für das Kfz-Techniker-Handwerk in Offenburg und schloss nach vier theoretischen und praktischen Prüfungen ihren Meister ab.

Technik und Unternehmensführung

Die Weiterbildung besteht aus theoretischen Anteilen im Klassenraum und praktischen Übungen in der Lehrwerkstatt. „Wir haben zum einen Details über die Technik eines Kraftfahrzeugs gelernt, die über die Berufsausbildung hinausgehen. Zum anderen bereitet die Meisterschulung auch auf das Führen eines eigenen Unternehmens vor“, berichtet Karolin Burger. „Dazu gehören Themen wie Buchhaltung, Recht, Mitarbeiterführung und auch die Ausbildung von Lehrlingen. Meinen Ausbilderschein habe ich ebenfalls gemacht.“

In der Lehrwerkstatt stehen verschiedene Autos, auf die sich Fehler aufschalten lassen, die die angehenden Meister dann finden müssen. „Wir haben uns dabei gegenseitig geholfen und Lerngruppen gebildet, die Atmosphäre war sehr positiv“, erinnert sich die Meisterin, die in ihrer Klasse und bei den Abschlussprüfungen die einzige Frau war. „Manchmal muss ich vielleicht gegenüber Kunden und Kollegen etwas mehr beweisen, dass ich mich auch als Frau mit Technik auskenne, aber daran gewöhnt man sich“, sagt Karolin Burger. „Mittlerweile sehe ich in den Unternehmen immer mehr Kfz-Mechatronikerinnen und Meisterinnen, das freut mich natürlich.“

Wer sich interessiert, schafft es

Nach der bestandenen Meisterprüfung hat Karolin Burger zunächst noch eine Zeitlang in der Werkstatt des Autohauses ihrer Eltern gearbeitet, mittlerweile ist sie ins Büro gewechselt, wo sie als Serviceberaterin arbeitet. Auch dafür hat sie eine Weiterbildung absolviert. Sie nimmt Aufträge entgegen, schreibt Rechnungen und betreut die Kunden. Mit den betriebswirtschaftlichen Fragen rund um die Unternehmensführung wird sie sich erst in den nächsten Jahren beschäftigen, wenn die Übergabe des Autohauses an die nächste Generation ansteht.

Ein technisches Studium hat Karolin Burger erst einmal nicht geplant. „Ich mag eher das praktische Arbeiten.“ Kfz-Mechatronikern und -Mechatronikerinnen, die ebenfalls eine Weiterbildung zum Meister anstreben, rät sie, den Mut nicht zu verlieren, auch wenn es mal schwerer wird. „Wer sich wirklich für seinen Beruf interessiert, wird es auch schaffen“, ist sie überzeugt.

 

Automobilbranche – Interview

„Spannender Einblick in Technologie, Mobilität und Nachhaltigkeit“

Wie steht es um die deutsche Automobilbranche? Und welche beruflichen Möglichkeiten bietet sie? abi>> sprach mit Klaus Bräunig, Geschäftsführer des Verbandes der deutschen Automobilindustrie.

abi>> Herr Bräunig, wo sehen Sie die wichtigsten Trends und Entwicklungen in der Automobilindustrie?

Klaus Bräunig: Die Entwicklung alternativer Antriebe und die Digitalisierung führen in der deutschen Autobranche zum größten Wandel seit der Erfindung des Automobils. Zum einen arbeiten Hersteller und Zulieferer seit Jahren an der Vision „Zero Emission“. Dahinter steht der Anspruch, Fahrzeuge herzustellen, die weder Abgase noch CO2 ausstoßen. Elektromobilität ist dazu ein entscheidender Schlüssel. Zum anderen sprechen wir von der digitalen Transformation einer ganzen Branche durch das vernetzte und automatisierte Fahren. Dabei geht es nicht nur um eine neue Technologie, sondern auch um den Weg in eine neue, digitale und vernetzte Mobilitätswelt – mit neuen Wettbewerbern, neuen Services und neuen Geschäftsmodellen.

abi>> Welches sind die größten Herausforderungen der Branche?

Ein Porträt-Foto von Klaus Bräunig

Klaus Bräunig

Foto: privat

Klaus Bräunig: Noch ist nicht klar, welche Antriebsart sich weltweit in Zukunft durchsetzen wird. Daher verfolgt die deutsche Automobilindustrie eine Fächerstrategie: Sie bietet einen Mix an Antriebsarten an – vom Verbrenner, den sie immer weiter optimiert, bis zum E-Motor mit Batterie oder Brennstoffzelle. Dabei investieren Hersteller wie auch Zulieferer mehr als alle anderen Branchen in Forschung und Entwicklung, einen Großteil davon in alternative Antriebe.

abi>> Wie stehen derzeit die Chancen auf einen Berufseinstieg in der Automobilbranche?

Klaus Bräunig: Angesichts steigender Anforderungen an individuelle und umweltschonende Mobilität stellt die Automobilindustrie eine Wachstumsbranche dar. Bei jungen Menschen zählen die Automobilunternehmen in allen Umfragen zu den beliebtesten Arbeitgebern. Sowohl Absolventen aus technischen und wirtschaftswissenschaftlichen Fächern, wie Ingenieure und Betriebswirte, als auch aus den Bereichen Rechtswissenschaften und Design sind gefragt. Wer sich für die Automobilbranche entscheidet, den erwartet ein spannender Einblick in Technologie, Mobilität und Nachhaltigkeit.

abi>> Welche Fähigkeiten sollten junge Leute mitbringen, die in der Automobilindustrie arbeiten wollen?

Klaus Bräunig: Damit der Technologiestandort Deutschland attraktiv bleibt, sollte der Nachwuchs vor allem Begeisterung für Technik mitbringen. Insbesondere die moderne Informationstechnologie im Auto spielt dabei eine immer wichtigere Rolle.

abi>> Hat die politische Situation in den USA Einfluss auf die deutsche Automobilindustrie?

Klaus Bräunig: Die „Amerika zuerst“-Politik besorgt uns, weil sie auch Auswirkungen auf den freien Welthandel haben könnte. Auch der geplante Austritt Großbritanniens aus der EU und die zunehmenden protektionistischen Tendenzen in vielen Weltregionen sind keine positive Nachricht. Für den Industriestandort Deutschland ist das deshalb so relevant, weil sich der Wohlstand dieses Landes auf seiner Exportstärke gründet. Drei von vier Autos, die in Deutschland produziert werden, gehen ins Ausland. Das heißt: Kaum ein anderes Land ist so auf freie Märkte angewiesen wie Deutschland.

 

abi» Quiz

Kurioses rund ums Auto

Etwa jeder zweite Deutsche besitzt ein Auto. Doch nur die wenigsten von ihnen sind echte Pkw-Freaks. Wie gut kennst du dich mit Autos aus? Teste dein Wissen im kuriosen abi>> Quiz.

Foto: Andrè Braun 

 

Branchenumfrage

Einstellungspraxis: Automobilbranche

Folgende Firmen haben sich an unserer Branchenumfrage beteiligt und zu ihrer Einstellungspraxis Angaben gemacht:

Audi AG

Kontakt

www.audi.de/karriere

Mitarbeiter / davon mit Hochschulabschluss
Audi AG (Ingolstadt und Neckarsulm):61.000

Audi-Konzern (weltweit): 84.000

Akademikeranteil Audi AG: rund 50 Prozent

Einstellungsbedarf an Mitarbeitern / Hochschulabsolventen pro Jahr
Gezielter Bedarf an Experten für Innovationsfelder

Geschäftsfelder mit dem größten Einstellungsbedarf
Elektromobilität, Digitalisierung

Gesuchte Absolventen (Berufsausbildung, Studienfachrichtungen)

Informatik, Robotik, Ingenieurwissenschaften

Einstellungskriterien / geforderte Spezialkenntnisse 

Querdenker und Pioniere

Angebotene Ausbildungen für Abiturienten / Duale Studiengänge / andere Einstiegsmöglichkeiten für Abiturienten 

"Audi dual":

Masterstudium der angewandten Informatik an der Technischen Hochschule (TH) Ingolstadt

Masterstudiengang "Robotics, Cognition, Intelligence" an der Technischen Universität München

Duales Bachelorstudium an der TH Ingolstadt

Am Standort Neckarsulm: duale Bachelor-Studiengänge in Kooperation mit der Dualen Hochschule Baden Württemberg (DHBW)

Abschlussarbeiten möglich?
Ja, Bachelor-, Master- und Doktorarbeiten

>> nach oben

HELLA KGaA Hueck & Co.

Kontakt
www.hella.de/karriere

Mitarbeiter / davon mit Hochschulabschluss 
Weltweit ca. 38.000 Mitarbeiter, davon rund 10.000 in Deutschland; mehr als die Hälft mit Hochschulabschluss

Einstellungsbedarf an Mitarbeitern / Hochschulabsolventen pro Jahr
In Deutschland derzeit mehr als 250 Vakanzen pro Jahr

Geschäftsfelder mit dem größten Einstellungsbedarf
Automotive-Bereich: Lichttechnik und Elektronik

Gesuchte Absolventen (Berufsausbildung, Studienfachrichtungen)
Diverse Studienrichtungen, insbesondere Ingenieure und Softwareentwickler

Einstellungskriterien / geforderte Spezialkenntnisse
Je nach Stellenprofil unterschiedlich

Angebotene Ausbildungen für Abiturienten / Duale Studiengänge / andere Einstiegsmöglichkeiten für Abiturienten
Ausbildung, duales Studium, diverse Stipendien und Förderungen für das Studium (Fellow@HELLA)

Abschlussarbeiten möglich?
Ja

>> nach oben

Eberspächer Climate Control Systems GmbH & Co. KG

Kontakt
www.eberspaecher.com/karriere

Mitarbeiter / davon mit Hochschulabschluss
Über 9.000 / k. A.

Einstellungsbedarf an Mitarbeitern / Hochschulabsolventen pro Jahr
Rund 195 pro Jahr an den deutschen Standorten; großteils mit Hochschulabschluss

Geschäftsfelder mit dem größten Einstellungsbedarf
Exhaust Technology & Climate Control Systems

Gesuchte Absolventen (Berufsausbildung, Studienfachrichtungen)
Elektrotechnik, Fahrzeugtechnik, Mechatronik, (Technische) Informatik, Fahrzeugelektronik, Fertigungstechnik, Luft- und Raumfahrttechnik, Werkstoffwissenschaften, Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen, Wirtschaftswissenschaften, Automotive Electronics, Embedded Systems, Elektromobilität, Vertrieb, Einkauf, Controlling

Einstellungskriterien / geforderte Spezialkenntnisse
Gute bis sehr gute Noten, Teamgeist, Engagement und Leistungsbereitschaft, Zuverlässigkeit, positiver Spirit, Lerneifer

Angebotene Ausbildungen für Abiturienten / Duale Studiengänge / andere Einstiegsmöglichkeiten für Abiturienten

Ausbildungsberufe in der Esslinger Zentrale:
Industriemechaniker/-in
Konstruktionsmechaniker/-in
Industriekaufmann/-frau, auch mit Zusatzqualifikation „Internationales Wirtschaftsmanagement“
Fachinformatiker/-in für Systemintegration
Bachelor-Studiengänge an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Stuttgart:
Maschinenbau
Wirtschaftsingenieurwesen

BWL – Industrie
RSW – Accounting & Controlling
Wirtschaftsinformatik/Angewandte Informatik

Abschlussarbeiten möglich?
Ja, Bachelor und Masterarbeiten

>> nach oben

ZF Friedrichshafen AG

Kontakt
www.zf.com/careers

Mitarbeiter / davon mit Hochschulabschluss
137.000

Einstellungsbedarf an Mitarbeitern / Hochschulabsolventen pro Jahr
Weltweit: ca. 3.000 Mitarbeiter (2017)

Geschäftsfelder mit dem größten Einstellungsbedarf
Zukunftsfelder rund um die Themen Elektromobilität, Autonomes Fahren und Sicherheit

Gesuchte Absolventen (Berufsausbildung, Studienfachrichtungen)
Elektrotechnik, Informatik, Maschinenbau, Physik oder verwandte Studiengänge.

Generell sind Mitarbeiter aus allen Fachrichtungen interessant.

Einstellungskriterien / geforderte Spezialkenntnisse
Hard Skills: Überdurchschnittliche akademische Leistungen, anspruchsvolle Praktika oder Studienarbeiten, Auslandserfahrung im Rahmen von Studium, Praktika oder erster Berufserfahrung, gute Fremdsprachenkenntnisse

Soft Skills: Interesse am Aufgabengebiet, Engagement, Eigenverantwortlichkeit, Offenheit, Motivation und Wille zur Weiterentwicklung, Teamfähigkeit, Flexibilität, Soziale Kompetenz

Keine Berührungsängste mit neuen Technologien sowie die Fähigkeit, die „neue Welt“ (Künstliche Intelligenz) und die „alte Welt“ (physikalisches Verständnis) in der Praxis zu kombinieren

Angebotene Ausbildungen für Abiturienten / Duale Studiengänge / andere Einstiegsmöglichkeiten für Abiturienten

Duales Studium:

Maschinenbau (Fachrichtung Konstruktion und Informationsmanagement, Fachrichtung Produktion und Management, Fachrichtung Fahrzeug- und System-Engineering)

Elektrotechnik
(Fachrichtung Fahrzeugelektronik und Mechatronische Systeme)

Informationstechnik

Mechatronik

Wirtschaftsingenieurswesen

Betriebswirtschaft (Fachrichtung Industrie und International Business)

Wirtschaftsinformatik

Informatik (Fachrichtung Angewandte Informatik)

Ausbildungsberufe

Kaufmännisch:

Fachkraft für Lagerlogistik

Fachlagerist/-in

Industriekaufmann/-frau mit Zusatzqualifikation „Internationales Wirtschaftsmanagement mit Fremdsprachen“

Kaufmann/-frau für Büromanagement mit Wahl- und Zusatzqualifikation Fremdsprachenassistent/-in

Technisch:

Chemielaborant/-in

Elektroniker/-in (Automatisierungstechnik, Fachrichtung Geräte und Systeme, Betriebstechnik)

Fachinformatiker/-in

Fachkraft für Metalltechnik

Fertigungsmechaniker/-in

Gießereimechaniker/-in (Druck- und Kokillenguss)

Industriemechaniker/-in

Maschinen- und Anlagenführer/-in

Mechatroniker/-in

Technische/r Produktdesigner/-in

Verfahrensmechaniker/-in

Werkstoffprüfer/-in

Werkzeugmechaniker/-in

Zerspanungsmechaniker/-in

Fachmann/-frau für Systemgastronomie

Abschlussarbeiten möglich?
Ja, Ausschreibung erfolgt über die Stellenbörse auf zf.com/careers

 

Automobilbranche – Berufs- und Arbeitsfelder

Arbeiten am Auto

Vom Kfz-Mechatroniker bis zum Betriebswirt: Die Automobilbranche bietet vielfältige Möglichkeiten. abi>> stellt einige wichtige Ausbildungs- und Studienberufe vor.

Ausbildungsberufe

Kraftfahrzeugmechatroniker/in – Personenkraftwagentechnik

Aufgaben:

Wartung von Fahrzeugen, Prüfen von fahrzeugtechnischen Systemen, Ausführen von Reparaturen, Ausrüsten der Fahrzeuge mit Zusatzeinrichtungen, Sonderausstattungen und Zubehörteilen

Mögliche Arbeitgeber:

Reparaturwerkstätten, Hersteller von Kraftwagen

Fertigungsmechaniker/in

Aufgaben:

Montieren von Einzelteilen oder Baugruppen zu industriellen Serienerzeugnissen wie Maschinen oder Kraftfahrzeugen, Prüfen der Funktionen

Mögliche Arbeitgeber:

Automobilhersteller, Autozulieferer

Elektroniker/in – Automatisierungstechnik

Aufgaben:

Einrichtung hochkomplexer, rechnergesteuerter Industrieanlagen, Programmieren und Testen der Anlagen, Inbetriebnahme, Instandhaltung

Mögliche Arbeitgeber:

Unternehmen, die Automatisierungslösungen entwickeln, herstellen oder einsetzen

Studienberufe

Ingenieur/in – Fahrzeugelektronik

Aufgaben:

Planung kraftfahrzeugspezifischer elektronischer Bauteile und -gruppen, Organisation der Fertigung, Qualitätssicherung, Kundenservice, Vertrieb

Mögliche Arbeitgeber:

Betriebe der Fahrzeug- und Elektroindustrie, Softwareanbieter und IT-Dienstleister, Ingenieurbüros für technische Fachplanung

Ingenieur/in – Fahrzeugtechnik

Aufgaben:
Entwicklung und Konstruktion von Fahrzeugen für den Personen- und Güterverkehr, Steuerung und Überwachung der Fertigungsprozesse, Aufgaben im Kundendienst oder im Vertrieb von Fahrzeugen bzw. von Fahrzeugkomponenten

Mögliche Arbeitgeber:
Betriebe des Fahrzeugbaus und der Zulieferindustrie, Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen

Betriebswirt/in (Hochschule) – Automobilwirtschaft

Aufgaben:
Planung, Organisation und Überwachung der Geschäftsaktivitäten eines Automobilhandelsbetriebes bzw. der Handelsaktivitäten eines Automobilherstellers

Mögliche Arbeitgeber:
Automobilhandelsunternehmen, Automobilhersteller


Diese Beiträge im abi-Portal könnten dich auch interessieren:

  • Das Auto von übermorgen

  • „Spannender Einblick in Technologie, Mobilität und Nachhaltigkeit“

  • Arbeiten am Auto

  • Einstellungspraxis: Automobilbranche

Logo Bundesagentur f�r Arbeit
Stand: 25.08.2019