Medizinisches Know-how für optimales Sehpotenzial
Jana Ropertz (29) hat nach ihrer Ausbildung zur Augenoptikerin ein Studium der Augenoptik/ Optometrie (FH) draufgesetzt, um ihren Wissensdurst zu stillen. Jetzt ist sie im Berliner Fachgeschäft "Offensichtlich — Ihr Augenoptiker" in leitender Stellung tätig und kann vieles mitentscheiden.
Der Beruf der Augenoptikerin liegt Jana Ropertz am Herzen. Die Mischung aus handwerklicher Arbeit und Kundenkontakt gefiel ihr von Anfang an.
Foto: Offensichtlich - Ihr Augenoptiker
„Das Studium war in jeder Hinsicht eine Bereicherung, da die Augenoptik noch viel mehr umfasst als das reine Verkaufen von Brillen,“ stellt Jana Ropertz fest. Neben den typischen Tätigkeiten eines Optikers bekam sie nämlich Einblick in medizinische Hintergründe und spezielle Themen wie Kinderoptometrie oder Sehbehinderungen. „Eigentlich hätte ich auch gerne mit Sehbehinderten gearbeitet, aber in dem Bereich gibt es nicht so viele Möglichkeiten,“ erklärt die Augenoptikerin.
Aufgrund der breit gefächerten und dennoch praxisbezogenen Studieninhalte hatte sich Jana Ropertz dazu entschieden, nach ihrer Ausbildung anstelle der Meisterschule ein Vollzeitstudium der Augenoptik/Optometrie an der Beuth-Hochschule für Technik in Berlin zu absolvieren. Nach vier Jahren Studium schloss sie 2008 mit dem Diplom ab.
Während des Studiums hat sie auch ihren heutigen Arbeitgeber kennen gelernt, der mit ihr zusammen studiert und sich dann im Herzen Berlins selbstständig gemacht hat. „In unserer Branche bewegen wir uns in einer Art Mikrokosmos, in dem sich viele Optiker aus Studienzeiten oder von der Meisterschule kennen und Kontakte pflegen.“ Da war es nur nahe liegend, in den Betrieb des ehemaligen Kommilitonen einzusteigen.
Mehr als reines Verkaufen
„Die Mischung aus handwerklicher Arbeit und Kundenkontakt hat mich von Anfang an dem Beruf gereizt“, sagt Jana Ropertz. Augenglasbestimmung, Kontaktlinsenanpassung und Reparaturen verschiedenster Art gehören dabei genauso zum Tagesgeschäft wie der Einkauf und das Marketing. Allerdings dürfen Tätigkeiten wie die Augenglas- und Kontaktlinsenbestimmung nicht von jedem durchgeführt werden: Dazu muss man entweder Meister der Augenoptik sein, das Studium der Augenoptik abgeschlossen oder zumindest bestimmte Kurse absolviert haben.
Neben der Kunden- und Stilberatung kümmert sich die 29-Jährige heute um die Anfertigung der Brillen. Nachdem der Kunde eine Brillenfassung ausgewählt hat, bestimmt sie die Brillenglasstärke und bestellt beim Hersteller die entsprechenden Gläser. „Diese werden in der Regel rohrund, das heißt lediglich vorgeschliffen, an uns geliefert,“ erklärt Jana Ropertz. „Beim Einbau in die Brille muss ich besonders darauf achten, dass die Gläser in der Fassung genau zentriert sind, damit der Kunde exakt durch die optimalen Bereiche seiner Brillengläser schaut.“ Dazu markiert sie in der Werkstatt den Mittelpunkt des Glases und berechnet mit einem Messgerät die Position der Gläser in der Fassung.
Mit Hilfe eines CNC-gesteuerten, also computergesteuerten Schleifautomaten, bringt sie die Gläser dann in die passende Form und Größe. „Bei einem randlosen Modell werden die Gläser zudem gebohrt, bevor wir sie montieren“, erläutert die Expertin. „Auch hier muss ich aufs Zehntel genau arbeiten, um ein perfektes Ergebnis zu erzielen. Das erfordert handwerkliches Geschick und Präzision.“
Man merkt der studierten Augenoptikerin an, dass ihr der Beruf wirklich am Herzen liegt. Aber nicht nur das, auch das Fachgeschäft soll vorangebracht werden: „Mittelfristig möchten wir unseren Betrieb vergrößern – langfristig die ganze Welt erobern!“




