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Sozialpädagoge

Die Integration unterstützen

Immer mehr Menschen verlassen ihre Heimat, um anderswo eine neue zu finden. Die Gründe sind vielfältig: Von der Flucht vor Krieg und den Folgen des Klimawandels bis hin zur Hoffnung, in einem anderen Land ein besseres Auskommen zu finden. Als Leiter des Bereichs Migration/Integration bei den Katholischen Jugendwerken in Köln unterstützt der Diplom-Sozialpädagoge Markus Kaufmann (41) junge Migranten, in Deutschland Fuß zu fassen.

Man sieht zwei Frauen von hinten in einem Universitätshörsaal sitzen. Sie tragen beide ein Kopftuch.

Sozialpädagoge Markus Kaufmann hilft Jugendlichen mit Migrationshintergrund bei der Integration.

Foto: Jardner

„Das Erlernen der deutschen Sprache ist das A und O für eine gelungene Integration“, ist sich der gebürtige Kölner Markus Kaufmann sicher. Die Suche und Vermittlung in einen passenden Sprachkurs und die Motivation der Jugendlichen ist für ihn ein wichtiges Anliegen. Seit acht Jahren leitet der Sozialpädagoge, der das Fach an der Fachhochschule Köln studiert hat, den Bereich Migration/Integration bei den Katholischen Jugendwerken Köln e.V. Etwa die Hälfte seiner Arbeitszeit entfällt auf die persönliche Beratung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter zwischen zwölf und 27 Jahren. „Wir haben mit jungen Leuten aus sechzig Nationen und Herkunftsländern zu tun – angefangen von den ehemaligen sowjetischen Staaten, über den Nahen Osten bis hin zu Asien und Lateinamerika“, sagt Markus Kaufmann.

Es ist das Porträt von Markus Kaufmann.

Markus Kaufmann

Foto: Privat

Zu ihm in die Beratung kommen auch Migranten, die bereits Deutsch sprechen, aber Probleme haben, weil ihre Schul- und Berufsabschlüsse aus dem Heimatland in Deutschland nicht anerkannt werden. Andere brauchen Unterstützung beim Umgang mit Ämtern, beim Anfertigen von Bewerbungsunterlagen oder einen Rat bei persönlichen Problemen. „Schule, Ausbildung und Beruf sind unsere wichtigsten Themen“, fasst der Sozialpädagoge zusammen.

Die meisten Jugendlichen, die den Jugendmigrationsdienst aufsuchen, sind Arbeitsmigranten, Spätaussiedler oder junge Leute, die im Rahmen der Familienzusammenführung nach Deutschland gekommen sind. Doch auch Jugendliche aus Kriegs- und Krisenregionen gehören zum Klientel. Viele kommen aus dem Irak, einige auch aus Afghanistan. Bei besonderen Problemen, etwa wenn ein Jugendlicher therapeutische Hilfe oder eine spezielle Beratung braucht, vermittelt Markus Kaufmann an andere Beratungsstellen und Spezialisten weiter.

Gegen Stammtischparolen

Neben der Beratung leistet der Sozialpädagoge Netzwerk- und Lobbyarbeit. „Mit Kooperationspartnern, die ebenfalls in der Integrationsarbeit aktiv sind, entwickele ich neue Projekte und Ideen. Die Katholischen Jugendwerke arbeiten mit Ämtern, Kultur- und Bildungseinrichtungen, Selbstorganisationen von Migranten oder Religionsgemeinschaften aus dem Lebensumfeld der Jugendlichen zusammen.“ Das neueste Vorhaben soll durch die Zusammenarbeit mit einem somalischen Verein entstehen. Gemeinsam soll eine Hausaufgabenbetreuung auf den Weg gebracht werden. „Der Verein hat eine Honorarkraft, die Somali und Deutsch spricht, aber keinen Raum. Den können wir zur Verfügung stellen“, freut sich Markus Kaufmann.

Die aktuellen Debatten um Migration und gescheiterte Integration wird von vielen Jugendlichen gar nicht wahrgenommen, ist seine Beobachtung. „Sie sind zu stark mit ihren eigenen Problemen beschäftigt.“ Der Jugendmigrationsdienst macht sich nicht nur für die Interessen und Anliegen jedes einzelnen Migranten stark, sondern will auch Fremdenfeindlichkeit und Stammtischparolen in der Gesellschaft entgegenwirken. Dazu dient etwa eine Wanderausstellung, die an verschiedenen öffentlichen Stätten in der Rhein-Metropole gezeigt wird. Fünfunddreißig jugendliche Migranten haben sich für die Ausstellung porträtieren lassen und berichten über ihren Weg einer gelungenen Integration. „Erst vor Kurzem hat es in Köln eine Untersuchung gegeben, aus der deutlich hervorgeht, dass nur ein minimaler Teil der Migranten kein Deutsch lernen will“, betont Markus Kaufmann.

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