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App-Entwickler

"Es gibt kaum Grenzen"

Ob PC-Programm oder Smartphone-App: Die Einsatzgebiete von Softwareentwicklern wie Tino Rachui sind vielfältig. Der 40-Jährige arbeitet bei lb-lab mobile Solutions in Hamburg und hat sich auf Apps für iPhones spezialisiert.

Eine junge Frau hält ein Smartphone in ihren Händen.

Smartphones haben inzwischen viele - und gute Apps sind heiß begehrt.

Foto: Konzeptquartier

Sie helfen unterwegs bei der Suche des nächsten Clubs, mit Rezeptlisten beim Einkaufen oder einfach mit Rätseln und Games, die Zeit zu vertreiben: Mit den Smartphones boomt auch der Markt für Apps und entsprechend sind auch immer mehr Softwareentwickler in diesem Bereich beschäftigt. So wie Tino Rachui von der Hamburger Agentur lb-lab mobile Solutions. Er entwickelt Programme für den App-Store von Apple und ist von den neuen Möglichkeiten nicht nur begeistert, weil iPhones Lifestyle und chic sind. „Die kleinen, mobilen Geräte sind auch sehr leistungsfähig und – beispielsweise durch integriertes GPS und einen Kompass – multifunktional“, sagt der 40-Jährige. „Es gibt daher kaum Grenzen, wie man diese vielseitige Plattform nutzen kann.“

Wie ein Koch die Zutaten einsetzen

Dass er ausschließlich für Apple programmiert, liegt daran, dass er einige Jahre seiner 15-jährigen Laufbahn bereits als Entwickler für Mac-Software gearbeitet hat. Mit Apps hat er aber erst seit zwei Jahren zu tun. Zunächst beschäftigte sich der studierte Elektrotechnikingenieur auch nur privat damit, weil er neugierig auf neues und unbekanntes Terrain war. Als Resultat brachte er mit dem Schiebepuzzle „iPuz“ seine erste eigene App in den App-Store. Die Arbeit an sich unterscheidet sich dabei zwar kaum vom Programmieren für den PC. „Man muss allerdings einige Monate einplanen, bis man sich in die Programmiersprache, Apples Entwicklungswerkzeuge und Entwicklungsbibliotheken so eingearbeitet hat, dass man wirklich schnell und produktiv Apps fürs iPhone erstellen kann“, sagt er. „Das ist vergleichbar mit einem Koch, der irgendwann einfach weiß, wie er seine Zutaten einsetzen kann.“

Tino Rachui sitzt im blauen Pullover vor mehreren Bildschirmen und arbeitet.

Tino Rachui

Foto: Privat

Bei professionellen Softwareentwicklern ist solch eine Eigeninitiative laut Tino Rachui nichts Ungewöhnliches. „Man muss sich viel selbst erarbeiten und probieren, denn nach der Uni ist man nicht automatisch der perfekte, fertige Programmierer“, sagt er. Längst nicht alle Softwareentwickler haben allerdings Informatik oder – wie Tino Rachui – Elektrotechnik studiert. Es gibt in diesem Bereich auch sehr viele Quereinsteiger. Die formale Ausbildung hält er aber dennoch für hilfreich und wichtig. „Dabei erlangt man die theoretischen Grundlagen über Algorithmen, Programmiersprachen und Entwicklungsmethoden, die den Alltag eines Softwareentwicklers prägen.“

Arbeit im Team

Wenn Tino Rachui eine neue App entwickelt, macht er das aber nicht allein. „Dafür arbeitet meist ein Team mit einem Designer, einem Entwickler und einem Qualitätssicherer zusammen“, erklärt der 40-Jährige. Bis zum fertigen Produkt werden mehrere Phasen durchlaufen: Am Anfang steht die Kundenanforderung oder die eigene Idee. Idealerweise kann man diese in wenigen Worten in einem Leitfaden oder Motto zusammenfassen. Dann entwickelt man das Design – also wie die App konkret aussehen soll – und wie sie technisch umgesetzt wird. Auf dieser Basis wird dann ein Prototyp gebaut, mit dem Sachen ausprobiert werden und der immer weiter verfeinert und getestet wird. „Das sind mehrere Zyklen, in denen man sich in Absprache mit dem Kunden an das Endprodukt herantastet.“ Wie lange das insgesamt dauert, ist ganz unterschiedlich und hängt vom Funktionsumfang der jeweiligen App ab. Meist liegt die Entwicklungszeit zwischen zwei Wochen und sechs Monaten.

Für Android, die zunehmend beliebtere Software-Plattform für mobile Geräte, entwickelt Tino Rachui dabei gar nicht – auch wenn sie derzeit eine rasche Verbreitung erfährt und daher das Interesse vieler Entwickler auf sich lenkt. „Ein Vorteil von Android ist zwar, dass es auf der Programmiersprache Java basiert, die schon viele Entwickler können“, sagt er. „Für Apple- oder Android-Geräte zu entwickeln, unterscheidet sich aber im Detail und in der Programmiersprache deutlich.“ Tino Rachui will sich daher lieber auf eine Plattform konzentrierten. „Das ist schon komplex genug und ich finde es besser, nur eine Sache zu machen, die dann aber gut.“

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