Geschäft mit der Sonne
Schon das Studium hat er bewusst danach ausgewählt, dass die Erneuerbaren Energien im Mittelpunkt stehen. Heute beschäftigt sich Markus Graßer (28) als Junior-Produktmanager bei SolarWorld in Bonn mit Solarstrom.
Zu SolarWorld kam Martin Graßer über ein Praktikum während des Studiums. Auch seine Bachelorthesis schrieb er im Unternehmen.
Foto: Christoph Papsch
Markus Graßer betreut seine Produkte von der Entwicklung bis zur Markteinführung. Aktuell ist er für das Produkt SunPac zuständig, ein Batteriespeicher, der die Energie speichert, die am Tag über Solarstromanlagen gewonnen wird. Damit kann man den Strom auch abends nutzen, wenn keine Sonne mehr scheint. Das erhöht den Eigenstromanteil der Verbraucher und erspart ihnen Energiekosten.
„Ich habe mich schon immer für Elektrogeräte interessiert und wollte bereits im Physikunterricht wissen, woher eigentlich der Strom kommt“, erklärt der 28-Jährige. Nach einer Ausbildung zum Energieelektroniker hat er eine Weiterbildung zum Techniker absolviert. Anschließend holte er die Fachhochschulreife nach und studierte an der Hochschule Ansbach Energie- und Umweltsystemtechnik mit dem Abschluss Bachelor of Engineering. Ihn faszinierte nach wie vor, dass man Strom aus Sonne und anderen erneuerbaren Quellen wie Wind und Wasser gewinnen kann. In seiner Bachelorarbeit befasste er sich daher mit so genannten Bypass-Dioden. Das sind Bestandteile von Solarmodulen, die die miteinander verbundenen Solarzellen vor dem „Durchbrennen“ bewahren.
Schnittstelle im Unternehmen
Zu SolarWorld kam Martin Graßer über ein Praktikum während des Studiums. Auch seine Bachelorthesis schrieb er im Unternehmen. Seit März 2010 arbeitet der Ingenieur nun als Junior-Produktmanager für Systemtechnik bei SolarWorld. „Ich bin sozusagen die Schnittstelle zwischen vielen Bereichen innerhalb und außerhalb des Unternehmens – von der Konstruktion über das Lager und das Marketing bis hin zu externen Lieferanten.“
Kein Arbeitstag gestaltet sich wie der andere. So kann es vorkommen, dass er morgens Lastenhefte erstellt, die der Fertigungsabteilung beschreiben, welche Eigenschaften ein Produkt haben soll, dass er mittags einen Fachartikel für eine Zeitschrift schreibt und nachmittags mit den Kollegen neue Produktideen diskutiert. Auch Wettbewerbsanalysen, Messebesuche, die Erstellung von Broschüren, die Planung von Werbeaktionen mit dem Marketing und Schulungen der Vertriebskollegen gehören zu seinen Aufgaben. Er bespricht sich mit den Großhändlern, die sein Produkt vertreiben, ebenso wie mit den Installateuren, die den Batteriespeicher wiederum an Endkunden verkaufen. „Ich halte mit allen Kontakt, die mit meinem Produkt zu tun haben.“
Soft Skills und technisches Verständnis
Für diese Aufgaben muss ein Produktmanager gute kommunikative Fähigkeiten mitbringen und gern mit Menschen umgehen. Meetings gehören zur Tagesordnung, und nicht selten ist Markus Graßer der Problemlöser für sämtliche Fragen, die rund um sein Produkt auftauchen: „Allein oder im Team überlege ich, wie man ein Problem angehen kann.“ Neben einem sicheren Durchsetzungsvermögen muss er auch ein gutes technisches und wirtschaftliches Verständnis für die Energiebranche mitbringen – Qualifikationen, die er sich vor allem im Studium angeeignet hat.
Sein Ziel ist es, zunächst einmal vom Junior-Produktmanager zum Produktmanager aufzusteigen und damit noch mehr Verantwortung zu übernehmen. Auf künftige Produkte aus dem Solarbereich ist er jetzt schon gespannt. „Es gibt noch so viele sinnvolle Alternativen zu Strom und Wärme aus herkömmlichen Quellen – das ist das Spannende an der Branche der Erneuerbaren Energien.“




