Freude an Technik und Robotern
Schon als Jugendlicher hat Siegfried Rapp (25) gerne an der Elektrik von Moped und Auto gebastelt. Nach einer Ausbildung zum Mechatroniker kümmert er sich jetzt bei der Festo AG in Esslingen beruflich um technische Aufgaben, und zwar in einem Showroom voller Roboter.
Siegfried Rapp neben einem Roboterarm
Foto: Privat
„Nach dem Abitur an einem Technischen Gymnasium war für mich klar, dass ich etwas mit Elektrik lernen, aber auch etwas mit Maschinen zu tun haben wollte“, erinnert sich Siegfried Rapp. „In der Mechatronik fand ich die ideale Kombination“, erzählt er. Beim Unternehmen Festo in Esslingen, das pneumatische und elektrische Antriebstechnik für die Industrie- und Prozessautomatisierung fertigt, klappte es nach seiner Bundeswehrzeit mit einem Ausbildungsplatz. Vor einem Jahr machte der 25-Jährige seinen Abschluss, seitdem arbeitet er im Bereich Technical Building Engineering.
Technische Innovationen
„Ich bin im Showroom eingesetzt, in dem Festo den Besuchern seine innovativsten Produkte zeigt“, erklärt Siegfried Rapp. Dort kümmert er sich unter anderem um die technischen Geräte wie beispielsweise Beamer und Bildschirme. Aber das ist nicht alles: In dem großen Ausstellungsraum steht zum Beispiel ein Bionischer Handling Assistant. Das ist ein Roboterarm, der wie ein Elefantenrüssel aussieht und vielfältig eingesetzt werden kann, zum Beispiel in der Medizintechnik, als Hilfsmittel für Behinderte oder zur Montage von Produkten in Industrieunternehmen. Auch der kleine Roboter „Robotino XT“ hat einen Greifarm und kann auf seinen Rollen eigenständig Gegenstände finden und sie von einem Ort zum anderen bringen. Ein anderes Exponat ist eine vollautomatische Hightech-Kugelbahn, über die Kugeln mit komplexen Komponenten spielerisch im Kreis über Hindernisse transportiert werden. Hier wird demonstriert, was Festo-Komponenten, die in der Kugelbahn verbaut sind, alles leisten.
Ist eines dieser Ausstellungsstücke defekt, kümmert sich Siegfried Rapp zusammen mit einem Kollegen um die Instandsetzung. Und auch wenn neue Ausstellungsstücke im Showroom installiert werden, ist der Mechatroniker dabei. „In meiner Ausbildung habe ich alles gelernt, was dazu notwendig ist“, meint er. „Steuerung, Sensoren, Antriebe – damit kenne ich mich gut aus und kann deshalb schnell feststellen, wo die Fehler liegen.“ Das Besondere an der Arbeit mit Robotern: „Meist sind es Sonderanfertigungen, für die es kein Lehrbuch gibt. Man muss sich also immer wieder in neue Steuerungen hineindenken können.“ Für seine Arbeit muss Siegfried Rapp natürlich Freude an den Themen Robotik und Automation mitbringen. Die Vorkenntnisse, die er sich am Technischen Gymnasium angeeignet hat, haben dem gebürtigen Waiblinger bei seiner Ausbildung geholfen. Da es bei den Robotern, damit sie funktionieren, auf jedes Detail ankommt, ist genaues Arbeiten sehr wichtig. Und man muss bereit sein, ständig Neues dazuzulernen, denn die Robotik und Automation ist eine Branche, in der immer wieder Neuigkeiten entwickelt werden. „Mir gefällt vor allem die Abwechslung in meinem Beruf“, sagt der Mechatroniker. „Immer das Gleiche machen zu müssen, fände ich auf die Dauer sehr langweilig.“ Noch hat er sich nicht entschieden, ob er noch die Weiterbildung zum Techniker oder ein Studium absolvieren möchte. „Aber weiterbilden will ich mich auf jeden Fall. Denn nur dann kann man in dieser schnelllebigen Branche auch mithalten.“




