Die Wohnungsprofis
Als Immobilienkaufmann beim Bauverein der Elbgemeinden in Hamburg ist Fabio Garcia (22) Ansprechpartner für Hunderte von Mietern. Er kümmert sich um die Vermietung und Bewirtschaftung "seines" Wohnungsbestandes. Auch wenn es mal Probleme im Wohnumfeld oder der Nachbarschaft gibt, klärt er die Situation.
Fabio Garcia (22) ist Immobilienkaufmann und mag den persönlichen Kontakt mit den Kunden.
Foto: Privat
Der Blick aus dem Bürofenster ist beneidenswert: Vom zehnten Stock aus hat Fabio Garcia den Hamburger Hafen vor Augen – zumindest bei klarem Wetter. Doch meistens lässt ihm das Tagesgeschäft kaum Zeit für solche Ausblicke. Sein Arbeitgeber, der Bauverein der Elbgemeinden eG (BVE), verwaltet über 13.400 Wohnungen. Je drei bis vier Sachbearbeiter sind für rund 2.000 Wohnungen zuständig. Der BVE ist genossenschaftlich organisiert, das heißt, die Mieter sind gleichzeitig Mitglieder. Die Sachbearbeiter sind für alle Anfragen zuständig: „Das kann eine Kündigung sein, eine Beschwerde, ein Wohnungsgesuch oder Nachfragen zur Betriebskostenabrechnung“, zählt Fabio Garcia die Bandbreite auf.
Entsprechend vielfältig gestaltet sich sein Tagesablauf: „Viele Anfragen lassen sich gleich am Telefon klären, andere müssen schriftlich bearbeitet werden“, erzählt der Immobilienkaufmann. Kündigt ein Mieter, wickelt er die Formalitäten ab und gibt die Information an den zuständigen Hausmeister weiter, damit eine Vorabnahme der Wohnung durchgeführt werden kann. Der 22 -Jährige verschickt Wohnungsangebote an Mietinteressenten, führt Mietanpassungen und Nebenkostenabrechnungen durch, kommuniziert mit Mitgliedern, Behörden, Firmen und Rechtsanwälten.
Persönlicher Kontakt
Die Wohnungsbesichtigungen selbst übernehmen beim BVE die Hausmeister in den Wohnanlagen. Dennoch hat Fabio Garcia sehr viel persönlichen Kontakt mit Menschen, etwa wenn er Gespräche mit potenziellen Mietern führt: „Das gehört für mich mit zu den spannendsten Aufgaben. Dabei frage ich Fakten ab, erkläre das Prozedere oder beantworte Fragen zur Wohnung. Vor allem geht es aber um den persönlichen Eindruck, den ich vom Gesprächspartner gewinne. Schließlich soll die Hausgemeinschaft stimmen.“ Ob am Telefon oder im persönlichen Gespräch, wichtig ist es, den richtigen Ton zu treffen.
Seit kurzem ist der Immobilienkaufmann zudem in ein Sonderprojekt eingebunden, bei dem er mehr mit Exceltabellen arbeitet als klassische Verwaltungsaufgaben zu erledigen. „Es geht um die Instandhaltung von Wohnanlagen, insbesondere um die Auftragsvergabe an Dienstleister, die sich um die Wartung von Lüftungen, Aufzügen oder Heizungsanlagen kümmern“, erklärt er. Da gilt es Verträge zu überprüfen, Karteileichen auszusortieren und ein neues, möglichst vorteilhaftes System auf den Weg zu bringen. Das Projekt ist in der technischen Abteilung angesiedelt, wo er ebenfalls einen Teil seiner Ausbildung verbracht und elementare Grundbausteine der Bautechnik kennengelernt hat. „Die Ausbildung ist wirklich umfangreich, deckt von der Finanzierung über Mahn- und Klagewesen bis hin zum Mitgliederwesen, Instandhaltung und Controlling eine breite Themenpalette ab.“
Mit der zweieinhalbjährigen kaufmännischen Ausbildung zum Immobilienkaufmann stehen ihm weitere Optionen offen. Er kann sich beruflich zum Fachwirt oder zum Ökonomen weiterbilden oder auch ein Bachelorstudium draufsatteln. Wohin die Reise gehen soll, weiß er noch nicht: Sein Abschluss ist noch ganz frisch, und erst einmal möchte er beim BVE durchstarten.




