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Public Affairs Manager

Interessen kommunizieren

Maxim Hauk hat morgen einen wichtigen Tag. Mitglieder des "Verbandes privater Fernsehanbieter in Europa" (ACT), für den der 34-Jährige arbeitet, kommen nach Brüssel. Sie wollen mit der Europäischen Kommission reden und bei einem politischen Frühstück Abgeordnete informieren.

Maximilian Hauk trägt einen schwarzen Anzug mit dunkelblauer Krawatte. Er hat die Arme verschränkt. Man sieht nur seinen Oberkörper. Im Hintergrund sieht man ein Gebäude, davor sind Fahnen der EU-Länder gehisst.

Er weiß, wo es in Brüssel langgeht: Maxim Hauk ist Public Affairs Manager

Foto: privat

Die Treffen hat Maxim Hauk in die Wege geleitet. Er arbeitet im Public Affairs Management als „Legal Adviser“, so heißt die offizielle Bezeichnung des Rechtsberaters. Treffen mit Abgeordneten gehören bei ihm zum Berufsalltag, genauso wie die Sitzungswochen des Europäischen Parlaments, bei denen Maxim Hauk „ganz hinten“ in den Ausschüssen sitzt und mitschreibt: Welche Argumente fallen zum jeweiligen Thema? Wo sind Mehrheiten? Wie schätzt er die Stimmung ein?

Plausch mit den Abgeordneten

Das fasst der Jurist dann in einem Bericht zusammen und gibt ihn an die 32 TV-Sendergruppen weiter, die Mitglied im ACT sind. Aus diesen Informationen bilden sich die privaten Fernsehanbieter eine Meinung, die Maxim Hauk als Verbandsvertreter dann wieder in die Europäischen Institutionen trägt. Zum Beispiel bei sommerlichen Empfängen, bei denen er EU-Beamte und Abgeordnete trifft. Ganz leger.

Privates mischt sich mit Politischem und beinhaltet zum großen Teil Aufklärungsarbeit. Echtes Public Affairs Management eben. „Interessen müssen kommuniziert werden“, sagt Maxim Hauk. In Brüssel, wo die Regeln für mehr als 500 Millionen Europäer gemacht werden, habe jeder Verband, jeder Industriezweig und jede Nichtregierungsorganisation Vertreter. Notwendigerweise. Denn von wem, fragt Maxim Hauk, sollen die Parlamentarier darüber informiert werden, worüber sie entscheiden?

Während der Deutsche Bundestag oder auch der amerikanische Kongress in ihren wissenschaftlichen Diensten Hunderte von Beamten beschäftigen, die Informationen zu aktuellen Themen einholen und für die Politiker zusammenstellen, gibt es das in Brüssel nicht. Dafür aber sehr viele, sehr spezielle Themenfelder.

Maxim Hauk zählt nur einige auf, die in der sich stark wandelnden Medienwelt eine Rolle spielen. Die neuen Verbreitungswege für Fernsehen übers Internet zum Beispiel, die Begrenzung von Werbezeiten, das Urheberrecht, die Übertragungsrechte für Sportveranstaltungen oder den Kampf um Rundfunkfrequenzen. Um letztere streiten sich Privatsender, die in die Digitalisierung investiert haben, und Mobilfunkanbieter, die ihre Reichweiten fürs mobile Internet erhöhen wollen, erbittert.

„Wir versuchen, uns in Europa Gehör zu verschaffen“, sagt Maxim Hauk. Mit Schreiben an die Abgeordneten, in Gesprächen mit ihnen und vor allem ihren Mitarbeitern. Das gilt nicht nur für die Europäische Union. Auch in der deutschen Gesellschaft und anderen Demokratien mit ihren komplexen Strukturen geht es darum, zunächst einmal Informationen über die Rechtslage zu vermitteln, die Folgen von politischen Entscheidungen für die Betroffenen aufzuzeigen und möglicherweise Kosten zu benennen. Deshalb wird die Funktion des Public Affairs Managers an Bedeutung gewinnen: Menschen, die sich in einem Themenfeld bestens auskennen, die wichtigen Punkte an Entscheidungsträger und die breite Öffentlichkeit herantragen können – und dabei die Interessen ihres Unternehmens oder ihrer Organisation einbringen. Die Grenzen zur Lobbyarbeit sind dabei oft fließend.

Sprungbrett Jurastudium

Was Maxim Hauk als gegeben nimmt. Bei der ACT sind sie zu siebt, von fünf Arbeitsgebieten fallen zwei in seine Zuständigkeit: Die „audiovisuelle Mediendienste-Richtlinie“ und die Werbegelder sowie die staatlichen Beihilfen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Da ist es gut, dass Maxim Hauk über profundes Wissen in Medienrecht verfügt. Der Frankfurter hatte Jura in Saarbrücken und Heidelberg studiert, sich schon während des Studiums für Medienrecht interessiert und im Referendariat als Wahlstation beim ZDF-Lobby-Büro in Brüssel gearbeitet. „Das hat mich angefixt“, sagt er. Neben dem Referendariat absolvierte er den Masterstudiengang Medienrecht in Mainz, stieg als „Europareferent des Europa-Beauftragten der Landesmedienanstalten“ ins Berufsleben ein und wechselte 2008 nach Brüssel.

Die in der ACT vereinigten Sender rufen auch sein Fachwissen ab, wichtiger aber sind die Kontakte in die EU-Kommission und zum Parlament und vor allem politisches Fingerspitzengefühl. Was reizt Maxim Hauk daran? „Das ist kein typischer Schreibtischjob. Hier wende ich als Jurist zudem Gesetze nicht nur an, sondern sie werden hier gestaltet und wir können daran mitwirken.“

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