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Pressereferentin beim BUND

Von Streusalz bis Weltklima

Almut Gaude (34) ist vollauf zufrieden. "Ich kann mich und meine Ideen einbringen und dazu beitragen, dass mehr Informationen zu Umweltthemen in die Öffentlichkeit kommen und etwas bewegt wird", sagt die Sprecherin des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Berlin.

Auf dem Bild sind Zeitschriften zum Thema Regenwald zu sehen, außerdem eine Hand, die eine Computermaus hält und eine Kaffeetasse.

Bei Pressereferenten, die für eine NGO arbeiten, steht nicht in erster Linie die Maximierung von Profit, sondern ein bestimmtes Thema im Vordergrund.

Foto: WillmyCC Studios

Der schönste Teil des Arbeitstages beginnt nach der Mittagspause. Dann „erntet“ Almut Gaude: Sie schaut, welche der BUND-Aktivitäten von den Medien aufgenommen wurden und wie die Meldungen gelaufen sind. Das Schreiben von Pressetexten gehört genauso zu ihren Aufgaben als Pressereferentin wie die Beantwortung von Journalistenfragen. Die sind breit gefächert: Welche Alternativen für Streusalz gibt es? Wie beurteilt der BUND die Energieeffizienzrichtlinie der Bundesregierung? Macht Abfalltrennung Sinn? „Wir sind zu zweit in der Pressestelle und bearbeiten beide alle Themen“, sagt Almut Gaude.

Politisch auf dem Laufenden sein

Auf dem Foto ist eine Frau mit langen blonden Haaren zu sehen.

Almut Gaude

Foto: Privat

Pressearbeit für eine NGO unterscheidet sich von PR-Arbeit für ein Unternehmen, weil sie nicht gewinn- sondern themenorientiert ist. Im Vordergrund steht nicht die Maximierung von Profit, sondern der Einsatz für gewisse Inhalte. So müssen die Pressesprecher des BUND ständig über aktuelle politische Prozesse auf dem Laufenden sein, sei es im Energiebereich, in der Landwirtschaft oder bei wirtschaftlichen Themen. Nur wenn sie selbst die Entwicklungen im Auge behalten, können sie meinungsändernd eingreifen. Almut Gaude und ihr Kollege verfassen dazu Pressemitteilungen, geben Statements ab, organisieren Pressekonferenzen, verfassen Meinungsartikel, die sie in Fachblättern zu platzieren suchen oder schlagen Fernsehredaktionen Themen vor.

Almut Gaude findet die Vielfalt interessant. Das zeigt sich schon am Lebensweg. Sie wollte „verstehen, wie die Gesellschaft funktioniert“, schrieb sich an der Uni Bamberg für Politikwissenschaft ein und hörte auch Vorlesungen in Kommunikationswissenschaft. Dann ging sie – als Tennisspielerin mit einem Stipendium ausgestattet – für ein Jahr in die USA. In Hattiesburg, Mississippi, entflammte während des Studiums ihre Leidenschaft für  internationale Politik und Umweltpolitik. Dort nahm sie auch an Radio-Workshops und Filmkursen teil. Eine doppelte Leidenschaft, die sie von da an begleitet hat.

Zurück in Deutschland wechselte sie nach Berlin und schloss 2003 ihr Studium ab. Daneben hatte sie Praktika bei einem Bundestagsabgeordneten, in der Öffentlichkeitsarbeit der Grünen-Fraktion und beim Spiegel absolviert. „Ich habe nicht zu einem Beruf hin studiert, sondern immer das gemacht, was mich besonders interessiert hat.“

„Herzensangelegenheit“

Nach dem Studium arbeitete sie als freie Autorin für „Galileo“ von Pro 7 und war freie Redakteurin für das EU-Umweltmagazin des Deutschen Naturschutzrings, bevor sie ein Volontariat beim BUND in Berlin antrat. Pressearbeit von Verbandseite kannte sie da noch nicht, empfand es aber als „Herzensangelegenheit, dass man im Umweltschutz etwas bewegen kann“ – zumal in einer so großen Organisation, deren Stimme gehört wird, die in allen Bundesländern vertreten und zugleich in internationale Netze eingebunden ist.

Aber der BUND hatte keine Stelle frei, sodass Almut Gaude nach ihrem Volontariat zunächst ein Jahr lang den Pressesprecher beim Verkehrsclub Deutschland vertrat, dann wieder zum  Fernsehen ging – ihr Fazit: „Die Skandalisierung und der Zeitdruck waren nichts für mich“ – und danach freiberuflich arbeitete. Unter anderem machte sie Pressearbeit für „Campact – Demokratie in Aktion“. Die Plattform organisiert Kampagnen, bei denen sich Menschen via Internet in aktuelle politische Entscheidungen einmischen.

Seit März 2011 arbeitet sie aber wieder beim BUND – mit viel Enthusiasmus und einem festen Tagesrhythmus: Der Tag im Büro beginnt um 9 Uhr mit dem Überblick über die Berichterstattung in den Medien und der Frage, ob aktuelle Themen eigene Stellungnahmen des BUND erfordern. Wenn ja, müssen sie formuliert werden. Wenn nicht, redigiert Almut Gaude zum Beispiel Hintergrundtexte und Meinungsartikel und überlegt, welche Themen man noch auf welche Weise in die Öffentlichkeit bringen könnte. Sie überprüft den eigenen Presseverteiler: Welche Medien berichten über Umweltthemen? Welche Journalisten müsste man kontaktieren?

Und dann gibt es noch die Dienstleistungsseite: Informationen über die eigene Öffentlichkeitsarbeit müssen in den Verband gespiegelt werden – und Themenvorschläge der Basis kanalisiert werden. Das ist nicht immer konfliktfrei. „Wir sind ein Nadelöhr und müssen es auch sein“, sagt Almut Gaude. Sie leidet nicht darunter, das gehört dazu.

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