On Tour für optimale Umsätze
Als Tourismusbetriebswirt steuert Jeffrey Pötzsch (38) die Geschäfte eines großen Cateringunternehmens für Ausflugsschiffe. Schon während seines spezialisierten Studiums war Praxisnähe besonders wichtig, denn der Tourismus lebt vom Networking.
Auf der Karriereleiter bis nach ganz oben klettern, wie etwa der Tourismusbetriebswirt Jeffrey Pötzsch.
Foto: Fromberger
Mississippi-Flair in Sachsen: Die Raddampfer und Salonschiffe, die Ausflügler über die Oberelbe tragen, sind eine besondere Touristenattraktion. Hinter dem unbeschwerten Vergnügen aber stecken unternehmerische Höchstleistungen. „Wir sind für die Verpflegung von rund 700.000 Passagieren pro Saison zuständig“, sagt Jeffrey Pötzsch. Er ist Direktor und Prokurist von „die flotte“ Schiffsgastronomie GmbH und damit verantwortlich für das komplette Catering der Sächsischen Dampfschifffahrt.
Chef einer Tochterfirma
Der Tourismusbetriebswirt leitet das Unternehmen seit dessen Gründung im Jahr 1998. „Mein Aufgabenfeld umfasst die operative Führung von bis zu 150 Mitarbeitern, aber auch die strategische Entwicklung von Produkten wie Themenfahrten und Firmen-Events an Bord“, erklärt er. „Die flotte“ ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des Hotelgiganten Hilton International. „In die Konzernstrukturen bin ich fest eingebunden. Dennoch ist dies eine Position mit sehr hoher Eigenverantwortlichkeit, zum Beispiel bei der Ausbildung unserer Restaurantfachleute.“ Zu seinen Aufgaben gehören auch weitere klassische Managerfunktionen wie Qualitätssicherung und Controlling: Umsatz und Ergebnis müssen stimmen.
Jeffrey Pötzsch startete seine Karriere nach dem Abitur mit einer betrieblichen Ausbildung zum Hotelfachmann, sammelte Berufserfahrung, arbeitete schließlich bereits in einer verantwortungsvollen Position für ein großes Hotel. Mit der Verantwortung wuchs auch sein Wunsch, das Know-how zu erweitern. „Nach meinem Wechsel an die Spitze der ‚flotte’ wollte ich mich für die Führungsrolle noch weiter qualifizieren.“ Er entschied sich für den berufsbegleitenden Studiengang Tourismusbetriebswirt, den die Fachhochschule Schmalkalden in Kooperation mit dem IST-Studieninstitut für Fernstudiengänge anbietet. Um die Zugangsvoraussetzungen zu erfüllen, absolvierte er zuvor noch die berufliche Weiterbildung zum Fachwirt für Tourismus.
Branchenspezifisches Wissen
Im August 2006 konnte Jeffrey Pötzsch mit dem Studium beginnen. „Die Verbindung aus Fernunterricht und Praxis empfand ich als optimal, weil ich schon voll im Berufsleben stand. Es gab viele Präsenzveranstaltungen an der Fachhochschule Schmalkalden, und wir hatten die Möglichkeit, uns verschiedene Betriebe anschauen. Die fachspezifischen übergreifenden Seminare haben meine bisherigen Kenntnisse in Hotellerie und Gastronomie perfekt ergänzt.“ Neben den betriebswirtschaftlichen Grundlagen in Fächern wie Rechnungswesen und Controlling erwarb er branchenspezifisches Wissen zu Themen wie Reiserecht, Tourismusmarketing oder Management im Tourismus.
Wesentlich für Motivation und Erfolg sei auch der Kontakt zu den Kommilitonen gewesen. „Anders als bei dem klassischen Studium der Betriebswirtschaftlehre sind hier Austausch und Praxisnähe besonders wichtig. Viele von uns Studierenden hatten bereits berufliche Erfahrungen gesammelt und kamen aus verschiedenen Bereichen wie Hotellerie, Gastronomie, Reisebüros oder Fluggesellschaften. Das hat uns viel gebracht, zum Beispiel neue Denkansätze, die Vertiefung der Lerninhalte und intensiveres Networking.“
Diesen Gedanken setzt Jeffrey Pötzsch heute noch auf einer anderen Ebene um: Seit März 2009 ist er auch Vorstandsvorsitzender des Tourismusverbandes Dresden e.V. Damit vertritt er die Interessen von über 250 Mitgliedern, darunter Hoteliers, Gastronomen, aber auch Verantwortliche aus Unternehmen der Industrie, wie zum Beispiel Brauereien und Verkehrsbetrieben. Weitblick ist in dieser Branche eben wichtig – nicht nur auf dem Ausflugsdampfer.





