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Chemisch-technische Assistentin

Erfahrungen als Grundlage

Von ihrer Ausbildung zur Chemisch-technischen Assistentin (CTA) konnte Dörte Lösch (26) im Studium der Angewandten Chemie in zweierlei Hinsicht profitieren: fachlich und finanziell.

Eine Studentin zwischen Reagenzgläsern.

Dörte Lösch profitiert in ihrem Studium von ihrer Ausbildung zur Chemisch-technischen Assistentin.

Foto: Becker

Dörte Lösch bringt einen Vorteil auf den Punkt: „Man hat nach dem Abitur nach relativ kurzer Zeit schon einen Berufsabschluss in der Tasche, noch bevor man ein Studium beginnt.“ Die praktische Erfahrung, die sie während ihrer Ausbildung gesammelt hat, bringt der Studentin der Angewandten Chemie, die derzeit ihre Diplomarbeit schreibt, so manche Vorteile. „Die Ausbildung zur staatlich geprüften CTA hat mir sehr geholfen, einen guten und anspruchsvollen Ferienjob zu finden“, sagt Dörte Lösch. So arbeitete sie während der Semesterferien bei der Abteilung Stadtentwässerung der Stadt Nürnberg im Abwasserlabor. Damit und mit ein bisschen Unterstützung ihrer Eltern konnte sie sich ihr Studium finanzieren.

Bessere Bezahlung

Foto von Dörte Lösch.

Dörte Lösch

Foto: Privat

„Die Bezahlung als CTA ist oft besser als die Bezahlung als studentische Hilfskraft – in Bezug auf einen Ferienjob.“ Dort hat sie nicht nur Praktikanten betreut, sondern vor allem Abwasserproben untersucht und diese zum Beispiel auf deren Verschmutzungsgrad hin analysiert: „Ich habe den CSB-Wert (Chemischer Sauerstoffbedarf) und auch den Ammoniumgehalt in den Abwasser- und auch Regenwasserproben ermittelt.“ Außerdem untersuchte sie die Proben mikroskopisch. „Je nach Anzahl und Art der in den Wasserproben befindlichen Mikroorganismen müssen die Kollegen dann entsprechende Parameter, wie zum Beispiel den Sauerstoff-Gehalt, in den jeweiligen Klärbecken verändern“, erklärt die 26-Jährige. Die Ergebnisse ihrer chemischen Untersuchungen trug sie in ein spezielles Computerprogramm ein, auf das alle Kollegen Zugriff haben. Das ist vor allem für diejenigen Kollegen wichtig, die die Ergebnisse auswerten und in Berichten zusammenfassen. Dörte Lösch resümiert: „Ich konnte sehr eigenständig arbeiten und trug auch die Verantwortung für die Messwerte, die ich ermittelt habe.“

Wichtig sei dabei vor allem „sehr genaues Arbeiten“ gewesen: Proben dürfen keinesfalls verwechselt werden und müssen richtig beschriftet sein. „Teilweise ist auch zügiges Arbeiten notwendig, weil die Werte ausschlaggebend für den Betrieb der Kläranlage sind.“ Denn verschmutztes Abwasser darf „nicht in den so genannten Vorfluter – zum Beispiel einen Fluss – gelangen“. Gefragt sei außerdem eine sehr gute Beobachtungsgabe, weil man bei Versuchen genau hinschauen müsse, wie und welche Vorgänge ablaufen.

Gut vorbereitet ins Studium

Auch im Studium selbst genoss sie die Vorteile ihrer Ausbildung. Gerade in den ersten drei Semestern, in denen es zum Beispiel um die Grundlagen von Anorganischer, Organischer oder Physikalischer Chemie geht, konnte Dörte Lösch die Dinge entspannter angehen: „Das Verfolgen der Vorlesungen fällt leichter.“ Als ausgebildete CTA waren ihr die in den praktischen Lehrveranstaltungen zu absolvierenden Versuche nicht fremd: „Qualitative und quantitative Analysen, in denen man untersucht, welche Ionen oder wie viel Substanz eine Probe enthält, waren teilweise ähnlich oder genauso wie in meiner Ausbildung. Ich wusste also schon vorher, wie die Versuche funktionieren.“

Kein Wunder also, dass Dörte Lösch den Mitstudenten bei praktischen Problemen helfen konnte, zum Beispiel während des obligatorischen Organisch-präparativen Praktikums. „Es werden organische Substanzen synthetisiert“, erläutert Lösch. „Dafür benötigt man größere Apparaturen, die aus einzelnen Glasgeräten aufgebaut werden. In der Berufsausbildung lernt man dabei, was beim Aufbau zu beachten ist. „Durch diese Grundkenntnisse konnte ich während meines Studiums den anderen Studierenden teilweise helfen.“ Sie erklärt: „An der Uni ist eine intensive Betreuung durch Assistenten nicht immer gegeben, weswegen praktische Vorkenntnisse von Vorteil sind.“ Hinzu kommt, dass Dörte Lösch im Uni-Labor ihr fundiertes Knowhow auch in Sachen Schutzmaßnahmen, Umgang mit Chemikalien oder Abschätzung von Gefährdungspotentialen einbringen kann.

Im September wird Dörte Lösch ihr Studium beenden. Doch schon jetzt hat sie Unternehmen der Kosmetik- und Chemieindustrie kontaktiert, damit ihr Berufseinstieg auch gelingt.

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