Anlagen weiter optimieren
Der erste Karriereschritt ist getan: Der Maschinenbauingenieur Malte Stimming (28) arbeitet als Teamleiter bei der Hamburger Firma PowerWind. Seine Abteilung ist zuständig für die Entwicklung und Optimierung der Antriebstechnik von Windkraftanlagen.
Malte Stimming und seine Kollegen kümmern sich darum, Windkraftanlagen weiterzuentwickeln und zu verbessern.
Foto: Felix Somieski
Dass er Maschinenbau studieren würde, stand für den gebürtigen Schleswig-Holsteiner schon früh fest. „Ich mag es, Teile auseinanderzunehmen oder etwas zusammenzuschrauben“, erzählt Malte Stimmming lachend. „Mich hat gereizt, dass es im Maschinenbau sehr viele Spezialisierungsmöglichkeiten gibt. Und es ist toll, in einem Bereich tätig zu sein, der für das Wirtschaftsleben ein wichtiger Motor ist.“
Praktische Erfahrung hat der 28-Jährige in verschiedenen Branchen gesammelt. Der Diplom-Maschinenbauingenieur, der das Fach zunächst an der Fachhochschule Westküste, dann an der Fachhochschule Flensburg mit dem Schwerpunkt Antriebstechnik studierte, hat ein Praxissemester im Bereich Fahrzeugbau absolviert. Nach dem Studium arbeitete er fast zwei Jahre lang bei einem großen Flugzeughersteller in Hamburg.
Ein Indiz dafür ist, dass Malte Stimming inzwischen ein fünfköpfiges Team leitet. Er und seine Kollegen kümmern sich darum, die drehenden und kraftübertragenden Komponenten von Windkraftanlagen weiterzuentwickeln und zu verbessern. „Es gibt Bestandteile, beispielsweise das Getriebe, mit einem Gewicht bis zu 25 Tonnen. Dessen Mikrokosmos befindet sich im Hundertstel-Millimeterbereich und gewährleistet eine optimale Kraftübertragung“, erklärt der Ingenieur. Zwar werden auch Windräder in Serie gefertigt; doch die bestehenden Modelle werden ständig mit neuem Wissen und Know-how verbessert. Dazu gehört maßgeblich, sie leichter zu machen. „Geringes Gewicht von Anlagen, die alle technischen Anforderungen erfüllen, ist ein echter Wettbewerbsvorteil“, erläutert der 28-Jährige.
Prototypenanlage überprüfen
Als Teamleiter entfällt etwa die Hälfte von Malte Stimmings Arbeitszeit auf organisatorische Tätigkeiten und die Personalführung. „Ich delegiere Aufgaben und kontrolliere ihre Umsetzung, treffe viele Absprachen über Abläufe und Prozesse und muss meinem Vorgesetzen über aktuelle Stände Bericht erstatten. Es macht mir Spaß, Projekte zu managen und ein Team anzuleiten.“
Mindestens einmal pro Woche ist Malte Stimming auch vor Ort im Einsatz. „Wir begleiten und unterstützen den Aufbau einer Prototypenanlage in Bremerhaven. Gibt es ein Problem, analysieren wir eventuelle Schäden“, führt er aus. „Haben wir eine bestimmte Komponente der Anlage verändert, überzeugen wir uns in der Praxis, wie gut sie funktioniert.“
Unter dem Vorzeichen der Energiewende expandiert die Windkraftbranche stetig. Aber: „Entwicklung und Fertigung müssen noch schneller werden“, sagt Malte Stimming. „In anderen Bereichen, zum Beispiel bei Flugzeugen, gibt es bereits Leichtbauweisen. Bei Windrädern noch nicht. Vielleicht tut sich in den nächsten Jahren auch etwas in dieser Richtung.“
Um auf dem Laufenden zu bleiben, besucht der 28-Jährige regelmäßig Fortbildungen – angefangen von Schulungen über technische Themen bis hin zu Weiterbildungen im Bereich des Personal- und Projektmanagements. In einem mittelständischen Unternehmen wie PowerWind kann Malte Stimming leichter Ideen einbringen und an der Entwicklung des Unternehmens mitarbeiten. Mit seiner derzeitigen Stelle ist er rundum zufrieden: „Dass ich eine Position als Teamleiter angeboten bekommen habe, kam für mich schnell und überraschend. Dennoch habe ich sie gern angenommen. Mein derzeitiger Job entspricht dem, was ich mir immer gewünscht habe“, schwärmt er.




