Das Leben unter Wasser
Für Julia Wohlers (30) ist der Ozean seit ihrer Jugend ein faszinierendes Mysterium. Die promovierte Meeresbiologin arbeitet am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften an der Universität Kiel.
Julia Wohlers analysiert die Vorgänge in Ozeanen.
Foto: Privat
Wie wirkt sich der zu erwartende Klimawandel auf aquatische Ökosysteme aus? Dieser Frage gingen Julia Wohlers und rund 100 weitere Wissenschaftler an verschiedenen Standorten Deutschlands im Forschungsprojekt „AQUASHIFT“, einem Schwerpunktprogramm der Deutschen Forschungsgemeinschaft nach.
„Für unsere Experimente haben wir eine natürliche Planktongemeinschaft in riesigen Wassertanks verschiedenen Temperaturen ausgesetzt“, erläutert die Meeresbiologin. „So können wir die Auswirkungen der Klimaerwärmung unter ansonsten kontrollierten Bedingungen genau untersuchen.“ Danach wurden die gewonnenen Proben im Labor analysiert und ausgewertet. Untersucht wurde zum Beispiel, inwiefern sich das Zusammenspiel verschiedener biologischer Prozesse im Nahrungsnetz verschiebt und dadurch das Ökosystem aus dem Gleichgewicht gebracht wird. Die Forschungsergebnisse hat Julia Wohlers nicht nur in ihrer Doktorarbeit, sondern auch in einer internationalen Zeitschrift veröffentlicht.
Das Aquarium als Schlüssel
Ein Schlüsselerlebnis als Teenager bestimmte ihre wissenschaftliche Laufbahn. „Ich besuchte das Monterrey Bay Aquarium in Kalifornien und war so begeistert, dass ich mich seither immer mehr mit den Vorgängen in den Ozeanen beschäftigt habe.“ Den ersten Kontakt mit der Meeresforschung hatte sie in der Oberstufe während eines Praktikums am Leibniz-Institut, das ihren Berufswunsch nur noch verstärkte. Zielstrebig zog sie nach dem Abitur von Stuttgart nach Kiel, um Biologie zu studieren. Im Hauptfach belegte sie Biologische Meereskunde, in den Nebenfächern Zoologie und Meereschemie. Ihre Doktorarbeit begann sie 2005 im Forschungbereich Biologische Ozeanographie des Leibniz-Instituts und schloss sie im Sommer 2009 ab. Nächstes Jahr läuft auch das Projekt aus, an dem sie mitarbeitet. Doch Pläne für danach schmiedet sie bereits. „Zurzeit arbeite ich an weiteren Veröffentlichungen und überlege einen anstehenden zweijährigen Forschungsaufenthalt in Skandinavien zu unternehmen.“





