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Mikrotechnologin

Kleinstarbeit mit Mikroskop und Laser

Ein Auge für die kleinsten Teilchen — das muss die Mikrotechnologin Simone Henkler mitbringen. Mit Mikroskop und Laser bearbeitet die 31-Jährige winzige Kunststoffteile, die in komplexen Apparaten der Industrie- oder Medizintechnik eingebaut werden.

Simone Henkler war eine der Ersten, die die Ausbildung zur Mikrotechnologin gemacht haben.

Simone Henkler war einer der Ersten, die die Ausbildung zur Mikrotechnologin gemacht hat.

Foto: Becker

Mikrofluidik – so heißt der Arbeitsbereich, in dem Simone Henkler bei der Firma Bartels in Dortmund tätig ist. Das Unternehmen entwickelt Kleinstbausteine für mikrosystemtechnische Technologien. Die Auftraggeber stammen aus der Konsumgüterindustrie, aus dem Maschinenbauwesen und aus der Medizintechnik.

Nach ihrem Abitur, das sie 1998 mit den Leistungskursen Mathe und Bautechnik am Technikgymnasium in Dortmund abschloss, bewarb sich Simone Henkler bei Bartels für eine Ausbildung zur Mikrotechnologin. Die erste Bewerbung hatte gleich Erfolg. „Eigentlich wollte ich ja studieren, aber ich wusste absolut nicht was“, erzählt sie. Etwas Soziales habe sie sich nicht vorstellen können, stattdessen sei die Arbeit im Labor reizvoll gewesen. Durch die Berufsberatung bei der örtlichen Agentur für Arbeit kam sie auf den damals noch jungen Beruf des Mikrotechnologen. „Den Ausbildungsweg gibt es erst seit 1998. Ich war also eine der Ersten“, weiß Simone Henkler.

Teilchen kleiner als ein Haar

Ihre Arbeitsplätze heißen Büro, Labor und Reinraum. Im Reinraum muss sie Kittel, Mundschutz und Handschuhe tragen. „Ich bearbeite Kunststoffelemente, die viel kleiner sind als ein menschliches Haar, 20 Mikrometer klein.“ Klar, dass zu ihren Hauptarbeitsgeräten das Mikroskop gehört. Mit einem Laser bearbeitet Simone Henkler die Kunststoffteilchen, sodass auf der Oberfläche kleine Kanäle entstehen. Später werden die winzigen Elemente zu einem System zusammenfügt, indem Flüssigkeiten durch die eingearbeiteten Rinnen geleitet werden können – beispielsweise chemische Substanzen in der Industrie oder etwa Blut in der Medizintechnik.

Ihre Arbeit muss die Mikrotechnologin am Computer dokumentieren und Datenbanken mit Ergebnissen füllen. Die gefertigten Teile und Analysebefunde gehen dann an die Auftraggeber zurück, welche die Bausteine anschließend in die Massenproduktion von größeren Unternehmen geben. Ihre eigene Firma entwickle eher Prototypen.

Auch die Bestellung neuer Materialien gehört zu den Aufgaben der Technikspezialistin, die mit etwa 20 Personen zusammenarbeitet. Das sind andere Mikrotechnologen, aber auch Ingenieure, Mechatroniker und Kaufleute. Überhaupt sei für sie die Arbeit in einem guten Team sehr wichtig. Entgegen der weitläufigen Meinung über „einsame Laborarbeit“, müssten nämlich auch Mikrotechnologen sehr kommunikativ sein. Regelmäßig fände ein Austausch zwischen allen Beteiligten statt.

Flexible Arbeitszeiten

Simone Henkler hat eine 40-Stunden-Woche und arbeitet in Gleitzeit, was für Mikrotechnologen nicht ungewöhnlich ist: „Die Kernzeit ist zwischen neun und fünfzehn Uhr, ich fange aber meist schon um sieben an, dann habe ich früher Feierabend.“ Um sich weiterzubilden, hat sie vor zwei Jahren am Fortbildungsinstitut DAA-Technikum in Essen einen Lehrgang zur staatlich geprüften Maschinenbautechnikerin absolviert. Dreieinhalb Jahre hat das neben dem Beruf gedauert. Finanziert wurde es von ihrer Firma, gelernt hat sie nach Feierabend. In Zukunft wird sich Simone Henkler beruflich auch neu orientieren und im Maschinenbaubereich arbeiten – dann vielleicht sogar als Auftraggeberin für einen Mikrotechnologen.

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