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Theaterpädagoge

Theater als Spielort

Vor ein paar Monaten hat sich Frieder Schmitz (25) als Theaterpädagoge im kirchlichen Bereich selbstständig gemacht. Seine Angebote reichen von Kursen in Clownerie bis hin zu Theatergottesdiensten. Wichtig ist ihm vor allem, den Menschen auf spielerische und kreative Art christliche Werte und Botschaften näher zu bringen.

Theaterpädagoge Frieder Schmitz mit Schülern

Frieder Schmitz mit Schülern der sechsten und siebten Klasse, kurz vor der Aufführung eines Theaterstücks zum Thema Gewaltprävention.

Foto: privat

„In jedem von uns steckt ein künstlerisches Moment, das es zu entdecken und zu zeigen gilt“, erklärt Frieder Schmitz. Seit Januar 2010 arbeitet der 25-Jährige als freiberuflicher Theaterpädagoge. Er liebt die Arbeit mit Menschen und dem Medium Theater. Das Ziel seiner Arbeit ist klar: Die Grundwerte des christlichen Glaubens sollen nicht nur benannt, sondern auch auf der Bühne spür- und erlebbar gemacht werden. Auf seiner Homepage bietet Frieder Schmitz seinen Kunden eigene Kurse und Workshops an, etwa einen Theatergottesdienst, für den er ein eigenes Stück geschrieben hat, oder einen zweistündigen Workshop für Konfirmanden. Hauptsächlich arbeitet er für Theatervereine oder Kunst- und Musikschulen mit gemeinnützigen Trägern. „Ich möchte jungen Menschen Raum für ihre eigenen Lebensfragen geben, sie mit der christlichen Botschaft konfrontieren, ohne ihnen dabei etwas überstülpen zu wollen“, sagt er.

Mit Theaterpädagogik kam Frieder Schmitz bereits während seines sozialpädagogischen und diakoniewissenschaftlichen Studiums an der evangelischen Hochschule Ludwigsburg im Rahmen eines Praxissemesters in Berührung: Bei einem Berliner Sozialträger war er damals in der Kinder- und Jugendhilfe tätig. Der Ansatz der Förderung sozialer Kompetenzen und der aktiven Lebenshilfe für benachteiligte Kinder und Jugendliche wurde dort durch Spiel und theaterpädagogische Angebote gestaltet. „Ein Plus der theaterpädagogischen Arbeit ist die kreative und körperliche, mit allen Sinnen wahrnehmende Auseinandersetzung mit sich selbst und einem Thema. Es bewegt mich sehr, wenn die Teilnehmenden anfangen mit dem erlernten Material selbst zu gestalten.“

Die Leidenschaft zum Beruf gemacht

Nach seinem Diplomabschluss als Sozialarbeiter und Sozialpädagoge sowie seiner Einsegnung in das Amt des Diakons der evangelischen Landeskirche Württemberg entschloss er sich zu einer einjährigen Vollzeit-Weiterbildung in Theaterpädagogik an der renommierten Theaterwerkstatt Heidelberg, die er 2009 mit dem Titel „Theaterpädagoge BuT“ abschloss. Den Begriff hat der Bundesverband Theaterpädagogik e.V. (BuT) schützen lassen. Für die Weiterbildung zahlte er insgesamt 7.900 Euro. Finanziert hat er sich in dieser Zeit über Erspartes. Derzeit gibt es zwölf anerkannte Ausbildungsinstitute, an denen man die Weiterbildung in Vollzeit oder berufsbegleitend machen kann.

Um einen der begehrten Plätze zu ergattern, musste Frieder Schmitz ein Kennenlerngespräch und einen Aufnahmeworkshop absolvieren. Im Unterricht ging es dann neben Methoden der Theaterpädagogik um Themen wie Schauspieltechnik, Bewegungslehre, Stimmbildung oder Spielleiterkompetenzen. Es war sicherlich auch hilfreich, dass er langjährige Erfahrungen in Clownerie mitbrachte. „Ich spielte in einer zwölfköpfigen Clowneriegruppe, die sich einmal in der Woche traf und auf einem künstlerisch hohen Niveau eigene Programme erarbeitete und diese auch aufführte.“

Wertvolle Erfahrungen, die ihm jetzt als Freiberufler sehr zugute kommen, wenn er für Kunden eigene Programme und Stücke entwirft, zum Beispiel den Workshop „Entdecke den Clown in dir“. „Ich habe den Kurs zusammen mit einer Kollegin bereits im Rahmen eines Ferienangebots für Kinder durchgeführt. In vier Tagen haben wir sie spielerisch an die Figur des Clowns herangeführt, mit ihnen verschiedene Szenen erarbeitet, einstudiert und schließlich ein kleines Stück aufgeführt.“ In seiner Arbeit ist ihm wichtig, dass er lediglich die Form beziehungsweise Basis zur Verfügung stellt, „damit die Spielenden diese mit ihren eigenen Fähigkeiten, Gaben und Ideen füllen können.“

Wichtig: Spezialisieren

Frieder Schmitz hat sich bewusst für die Freiberuflichkeit entschieden und möchte sich ein Standbein im theologisch-theatralen Bereich aufbauen. „Hier sehe ich eine klare Marktlücke, denn es gibt so gut wie keine Theaterpädagogen, die ähnliche Ansätze mit kirchlichen Institutionen realisieren.“ Er ist sich sicher: „Wer ohne Vision oder besondere Spezialisierung auf den freien Markt tritt, wird es schwer haben.“ Und warum nicht gleich eine Festanstellung? „Diese findet man eigentlich nur an den Theatern und zum Teil an Musik- und Kunstschulen oder privaten Initiativen. Zudem arbeiten die meisten meiner Kollegen und Kolleginnen nur Teilzeit als Theaterpädagogen und gehen zusätzlich ihren alten Berufen, zum Beispiel in den Bereichen Sozialarbeit oder Schauspiel, nach.“

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