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Jobsuche im Web 2.0

Zum Traumjob mit Twitter, Xing & Co?

Das Internet lässt sich zur Jobsuche gut nutzen, wenn man weiß wie. Neben Online-Jobbörsen oder Karriereseiten der Unternehmen gewinnen soziale Netzwerke bei der Jobsuche immer mehr an Bedeutung. abi>> erklärt, wie du sie für deinen Berufseinstieg einsetzen kannst und dabei Fallstricke vermeidest.

Junge Frau am Computer

Wer einen Job sucht, präsentiert sich im Internet mit Namen, Foto, seinen Fähigkeiten und Interessen.

Foto: Ausserhofer

Sabrina Panknin hat ein Experiment gewagt. „Suche Job im Bereich Kommunikationsbranche und PR“ hatte die Bachelorabsolventin im vergangenen Jahr über das Info-Netzwerk Twitter verbreitet. Ihr dortiges Profil hatte die 28-Jährige mit ihrem Xing-Profil vernetzt und wurde prompt über das Business-Netzwerk kontaktiert. Heute ist Sabrina Panknin bei der Social-Media-Firma Ethority als PR-Managerin fest angestellt. „Als ich mein Stellengesuch getwittert habe, wollte ich einfach ausprobieren, was passiert“, sagt die Berufseinsteigerin, die an der Universität Paderborn bis Herbst 2008 den Bachelorstudiengang

Auf dem Foto ist eine  junge Frau mit braunen Haaren zu sehen. Sie schaut direkt in die Kamera. Das Foto ist ein Bewerbungsfoto.

Sabrina Panknin: "Als ich mein Stellengesuch getwittert habe, wollte ich einfach ausprobieren, was passiert."

Foto: Privat

Kulturwissenschaften mit den Fächern deutschsprachige Literaturen und Geschichte studiert hat. „Zu dieser Zeit habe ich gerade ein Praktikum in der PR-Abteilung eines Hamburger Zeitschriftenverlags gemacht und war erst dabei, die Möglichkeiten des Social Webs zu entdecken. Zwischen dem Twittern meines Jobgesuchs und dem ersten Arbeitstag bei Ethority sind nicht mehr als sechs Wochen vergangen“, erinnert sie sich. Um mit ihrem Xing-Profil bei potenziellen Arbeitgebern gut anzukommen, hatte Sabrina Panknin vor allem auf ein gutes Foto und lückenlose Angaben zu ihrem bisherigen beruflichen Werdegang geachtet.

Virtuelle Jobsuche

Bereits zwölf Prozent der Unternehmen nutzen Online-Netzwerke wie Xing, StudiVZ oder Facebook für das Recruiting. In der Informations- und Telekommunikationsbranche mit ihrer Nähe zu den neuen Medien sind es schon 19 Prozent. Das hat eine repräsentative Umfrage ergeben, die der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) Anfang 2010 vorgestellt hat. Immerhin 80 Prozent der befragten Unternehmen veröffentlichen freie Stellen in Online-Jobbörsen wie Stepstone, Monster oder der JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit. „Die Jobsuche ist vielfältiger geworden“, bestätigt Dr. Hans Groffebert vom Hochschulteam der Agentur für Arbeit in Frankfurt am Main. „Die neuen Medien sind dabei, sich auszudifferenzieren. Inzwischen gibt es an die 2.500 Online-Jobbörsen im deutschsprachigen Raum. Teilweise sind sie branchenspezifisch oder regional ausgerichtet.“ In der JOBBÖRSE kann man nicht nur nach freien Stellen suchen, sondern auch sein Profil hinterlegen. „Wir erstellen es gemeinsam mit dem Bewerber auf Basis seines Lebenslaufs. Arbeitgeber können dann über ein Postfach Kontakt aufnehmen, der Bewerber bleibt zunächst anonym“, erklärt der Berufsberater. „Für Jobsuchende hat dies den Vorteil, dass sie selbst zunächst Informationen über den Arbeitgeber recherchieren können und vor unseriösen Angeboten besser geschützt sind.“

In einem Business-Netzwerk wie Xing ist es genau umgekehrt: Wer einen Job sucht, präsentiert sich mit Namen, Foto, seinen Fähigkeiten und Interessen. „Man kann Netzwerke wie Xing, Facebook oder beispielsweise StudiVZ zur Jobsuche nutzen, sollte dabei aber immer Vorsicht walten lassen und sich fragen ,Welche Spuren hinterlasse ich im Netz?‘“, gibt Hans Groffebert zu bedenken.

Wichtig: Die Online-Reputation

Online-Reputation meint die Summe aller Inhalte, die sich im Internet etwa zu einem Namen finden lassen. „Junge Leute sind noch nicht ausreichend dafür sensibilisiert, dass das Netz nichts vergisst. Den meisten wird erst kurz vor Ende des Studiums klar, dass ein Personaler ihren Namen googeln könnte“, weiß auch Malte Landwehr. Er ist Inhaber einer Firma für Online-Reputationsmanagement und studiert an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster Informatik mit Anwendungsfach Mathematik auf Bachelor im siebten Semester.

Auf dem Bild ist ein junger Mann mit brauen Haaren zu sehen. Er lehnt an einem Baumstamm und trägt ein weißes Hemd und darüber ein gräuliches Jackett.

Malte Landwehr: "Facebook hat einen Support, der Bilder auf Wunsch aus dem Netz nimmt."

Foto: Privat

Grund zu übertriebener Sorge sieht der 24-jährige Internet-Unternehmer nicht: „Wenn ein Personaler ein Partyfoto auf Facebook entdeckt, ist das nicht unbedingt ein K.O.-Kriterium. Viel nachteiliger ist es beispielsweise, wenn jemand mit seinem richtigen Namen auf der Website eines Nachrichtenmagazins Kommentare zu Artikeln schreibt, die politisch am äußersten rechten oder linken Rand liegen.“

Es gibt allerdings aktuelle Überlegungen, die Recherche von Bewerberdaten im Internet gesetzlich einzuschränken. Derzeit diskutiert die Bundesregierung einen entsprechenden Gesetzentwurf zum Arbeitnehmerdatenschutz, der vorsieht, dass sich Arbeitgeber nicht mehr über Online-Netzwerke wie etwa Facebook oder StudiVZ über potenzielle Arbeitnehmer informieren dürfen. Diese Überlegung und die Datenpannen bei einigen Anbietern in den vergangenen Monaten zeigen, dass man vorsichtig sein sollte, welche Informationen man im Netz von sich preis gibt. Das gilt allerdings nicht nur für Studierende: Bereits in der Oberstufe sollten Schülerinnen und Schüler, die im Web 2.0 aktiv sind, an den späteren Berufseinstieg denken.

Doch was, wenn Dritte kompromittierende Inhalte oder Fotos in sozialen Netzwerken veröffentlichen? Laut Malte Landwehr ist das Löschenlassen oft kein Problem: „Facebook etwa hat einen Support, der Bilder auf Wunsch aus dem Netz nimmt. Das Problem ist vielmehr, dass andere Nutzer Bilder bereits auf ihrem Rechner gespeichert haben könnten und diese dann immer wieder ins Netz stellen.“

Davon sollte man sich jedoch nicht abschrecken lassen, im Netz aktiv zu sein. Denn in vielen Berufen kann es gerade ein Pluspunkt sein, wenn man zeigt, dass man mit den Möglichkeiten des Internets gut umgehen kann – und etwa eine eigene Homepage hat, einen Blog schreibt oder in sozialen Netzwerken präsent ist. „Wer Online-Netzwerke nutzt, sollte auf jeden Fall auf eine stimmige Selbstdarstellung achten“, rät Berufsberater Groffebert. „Das persönliche Profil sollte in den unterschiedlichen Netzwerken harmonieren und keine Widersprüche aufweisen.“

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