Qual der Wahl
Grafikerin oder Bürokauffrau? Eher kreativ oder doch lieber organisatorisch? Ramona Jeschke (19) hat die anstehende Entscheidung für sich noch nicht getroffen. "Beides macht irgendwie Sinn", sagt sie.
Kann sich das Kind zwischen zwei oder mehr Ideen nicht entscheiden, sollten Eltern die Jugendlichen dazu anregen, zu hinterfragen, welcher Berufswunsch ihnen wichtiger ist.
Foto: KonzeptQuartier
Momentan macht Ramona Jeschke am Aachener Berufskolleg für Gestaltung und Technik die Fachhochschulreife. „Ich würde gerne Grafik-Design studieren", sagt die Aachenerin. „Aber eine Ausbildung zur Bürokauffrau kann ich mir genauso gut vorstellen." Wer wie Ramona Jeschke in zwei völlig unterschiedliche Richtungen tendiert, und zwischen beiden Möglichkeiten nicht weiß, was denn nun die richtige Entscheidung ist, braucht Unterstützung - auch von den Eltern.
Wie können Eltern helfen?
Schlagen zwei oder sogar mehr „berufliche" Herzen gleichzeitig in seiner Brust, muss der Jugendliche sich zunächst einmal darüber klar werden, für welchen Beruf das Herz höher schlägt. Das klappt nur über eine intensive Auseinandersetzung mit sich selbst. Nur so lassen sich die eigenen Werte, Ziele und Fähigkeiten besser bestimmen. Wie wichtig ist mir Karriere? Geld? Sicherheit? Familie? Zeit? Status? Um hierauf eine Antwort zu bekommen, ist es wichtig, dass die Eltern zu dieser inneren Auseinandersetzung anregen. Ergänzend kann dann ein Gespräch mit einem Berufsberater oder einer Berufsberaterin der Agentur für Arbeit helfen. Auch in diesem Fall bieten sie kostenlose und professionelle Beratungsgespräche sowie verschiedene Testangebote, die die Entscheidung erleichtern können, an. Auch Hochschulen und private Institutionen bieten Beratungen und Berufsfindungsworkshops an, die bei der Suche nach den eigenen beruflichen Vorstellungen behilflich sein können.
Darüber hinaus ist es sinnvoll, der Theorie auch Taten folgen zu lassen, sprich praktische Kenntnisse in den jeweiligen Berufen zu erwerben, durch Praktika oder Ferienjobs. Ramona hat ihre kreative Seite bei einer Aachener Illustratorin ein Jahr lang schulbegleitend wahrnehmen können. Das Berufsbild der Bürokauffrau kennt sie dagegen bisher nur vom Hörensagen. Die Eltern können helfen, Unternehmen zu recherchieren, in denen sie ein Praktikum machen kann. Über die verschiedenen Berufsbilder selbst informieren diverse Internetportale und Veröffentlichungen der Agentur für Arbeit.
Aus der Summe all dieser neuen Informationen steht dann die Entscheidung sicher nicht mehr auf wackligen Füßen.
Beratungsangebote:
Die Beraterinnen und Berater für akademische Berufe bieten in jeder Agentur für Arbeit eine kostenlose Beratung für Abiturienten an. Wer noch gar keine Ahnung hat, kann beispielsweise auch einen Test absolvieren.




