Journalist werden
Journalismus-Studium, Fachstudium plus Volontariat oder Journalistenschule: Wer zur schreibenden Zunft gehören möchte, hat viele Möglichkeiten. Wichtig bei allen: früh Paxiserfahrung sammeln.
Wer Journalist werden, hat viele Möglichkeiten.
Foto: David Ausserhofer
Andreas:
Ich bin seit einigen Jahren Mitglied unserer Schülerzeitungsredaktion. Das Schreiben macht mir großen Spaß und ich überlege jetzt, ob ich nicht Journalist werden will. Welche Wege führen in den Beruf?
Yvonne Hollmann, Agentur für Arbeit Stendal
Lieber Andreas,
da gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Eine ist ein Journalismus-Studium. Die Technische Universität Dortmund bietet beispielsweise einen Bachelor in Journalismus an, ebenso die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt und die Hochschule Hannover. An der Fachhochschule Ansbach gibt es Ressortjournalismus, an der Hochschule Darmstadt Online-Journalismus und an der Hochschule Bremen Fachjournalistik. Bei Journalismus-Studiengängen ist Praxiserfahrung inklusive und die Studierenden werden in der Regel für Online-, Print-, Hörfunk- und Fernsehjournalismus ausgebildet.
Aber Sie müssen nicht einen Journalismus-Studiengang absolviert haben, um Journalist zu werden. Möglich ist auch der Weg über ein Fachstudium. Viele Journalisten haben ein geisteswissenschaftliches Studium abgeschlossen, beispielsweise in Politikwissenschaften, Geschichte oder Germanistik. Wenn Sie später gerne für eine Sportzeitschrift arbeiten wollen, ist ein Sport- oder Sportmanagement-Studium sinnvoll, als Journalist für kulturelle Themen eventuell Kunstgeschichte oder Theaterwissenschaften. Am besten, Sie studieren das Fach, das Sie am meisten begeistert. Wichtig ist aber, dass Sie bereits während des Studiums Praxiserfahrung sammeln. Das muss nicht bei den großen, überregionalen Zeitungen wie der Süddeutschen oder der FAZ sein. Fragen Sie doch mal bei Ihrer Lokalzeitung nach, ob freie Mitarbeiter oder Praktikanten gebraucht werden, oder beim lokalen Radiosender. Das Journalistenhandwerk lernt man nämlich am besten in der Praxis. Und noch einen Vorteil hat die Praxiserfahrung: Sie knüpfen bereits wichtige Kontakte zu Redaktionen und kommen nach dem Studium so vielleicht auch leichter an ein Volontariat. Volontariate – also die eigentliche Ausbildung zum Redakteur – sind nämlich sehr begehrt. Die Stellen werden von den Verlagen häufig an Hochschulabsolventen vergeben, die schon im Studium dort als freie Mitarbeiter gearbeitet haben.
Journalistenschule
Der dritte Weg ist der über eine Journalistenschule. Einige bekannte sind beispielsweise die Deutsche Journalistenschule in München oder die Henri-Nannen-Schule in Hamburg. Hier werden die Teilnehmer in Theorie und Praxis auf den Journalistenberuf vorbereitet und lernen das Handwerk in etwa 1,5 Jahren von der Pike auf. Die Plätze an diesen renommierten Schulen sind sehr begehrt. Es melden sich zwischen 2.000 und 3.000 Interessenten, nur 15 bis 20 schaffen es in den Kurs. Die Bewerber müssen ein anspruchsvolles und mehrtägiges Auswahlverfahren durchlaufen und unter anderem eine Reportage zu einem vorgegebenen Thema verfassen, in einem Test ihre Allgemeinbildung beweisen und schließlich unter Zeitdruck noch einmal ihr journalistisches Können unter Beweis stellen. Da haben nur Bewerber eine Chance, die sich bereits intensiv mit dem Beruf beschäftigt haben und über ausreichend Praxiserfahrung verfügen. Ein Studium abgeschlossen zu haben, ist zwar keine Voraussetzung für die Zulassung an den Journalistenschulen, aber durchaus hilfreich.
Egal, für welchen Weg Sie sich entscheiden. Eines gilt immer: Wichtig für den Beruf sind Interesse, Freude und Begabung. Es ist nicht sicher, dass Sie nach einem Volontariat übernommen werden oder dass ein Journalistik-Studium auch wirklich zu einer festen Stelle führt. Aus diesem Grund arbeiten sehr viele Journalisten als freie Mitarbeiter. Die Bezahlung ist dabei nicht wirklich gut und viele schreiben deshalb zusätzlich noch Artikel für den PR-Bereich. Ob Sie als Journalist erfolgreich sind, hängt deshalb unter anderem auch davon ab, wie Sie sich für den Beruf begeistern können. Also: die Mitarbeit an der Schülerzeitung ist schon ein guter Start, aber strecken Sie Ihre Fühler noch weiter aus, sammeln Sie weiter Praxiserfahrung und wenn Sie wirklich für den Beruf „brennen“, dann stehen die Chancen gut, dass der Weg der richtige für Sie ist.
Mehr Infos
abi>> Portal
Mit dem Suchwort „Journalist“ erscheint eine Liste sämtlicher Journalismus-Reportagen im Portal, von einem Volontär bei einer Tageszeitung über eine Wissenschaftsjournalistin bis hin zu einem Interview mit Marietta Slomka vom „heute-journal“.
Studien- und Berufswahl
Auf der Webseite findet man Infos rund um die möglichen Studiengänge und kann nach Hochschulen recherchieren, die Journalismus-Studiengänge anbieten.
Hochschulkompass
Wo gibt es meinen Wunschstudiengang ohne Zulassungsbeschränkung? Diese Info gibt es unter anderem beim Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz.




