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Berufe in der Politik

Der Weg an die Macht

Klar, das erste woran man denkt, wenn man "Berufe in der Politik" hört, sind natürlich Politiker. Doch im politischen Bereich tummeln sich noch ganz viele weitere Berufe - welche, das klärt abi>> gemeinsam mit dem Berufsberater Ulrich Gnida der Arbeitsagentur Hameln.

Der Bundestag in Berlin.

Viele Wege führen in den Bundestag und die Politik.

Foto: WillmyCC

 „Politiker ist so natürlich kein Beruf, den man studieren oder lernen kann“, erklärt Berufsberater Ulrich Gnida. Politik als Berufsfeld einzugrenzen, ist schwer. Es sei aber so, dass viele Abgeordnete studiert haben. Doch wie das richtige Studium finden? Ulrich Gnida antwortet: „Die Wahl sollte vom Interesse und der Richtung abhängen, die ein Abiturient beruflich nach dem Studium einschlagen möchte.“ Das hat auch den Vorteil, dass man mit einer soliden akademischen Ausbildung auch eine Karriere außerhalb der Politik starten kann. Beliebte Studiengänge, die sowohl in der Wirtschaft als auch in der Politik gute Karten versprechen, sind etwa Jura und Wirtschaftswissenschaften.

Klein anfangen

Außerdem sollte man sich klar sein, dass Engagement in einer Partei vorausgesetzt wird. „Man kann nicht einfach sagen, ich werde Politiker oder gehe in die Politik“, weiß Ulrich Gnida. Da gehöre viel mehr dazu. Man muss Mitglied in einer Partei werden und sich dort engagieren und regelrecht hocharbeiten. Wer wirklich Politiker werden will, engagiert sich häufig schon während der Schulzeit bei seinem Ortsverband und ist auch während des Studiums weiter aktiv. So kann er die nötigen Kontakte knüpfen, die später für einen Einstieg in die „Berufspolitik“ nötig sind. „Auch Auslandserfahrung und vor allen Dingen Praktika sind wichtig, um in der Politik Fuß zu fassen.“

Bis jetzt wurde klar: Das Karriereziel Berufspolitiker hat viele Unwägbarkeiten. Sind meine Kontakte gut genug, kann ich gut reden und mich gut verkaufen? Komme ich sympathisch rüber, damit ich auch gewählt werde? „Es sind vor allem diese Schlüsselkompetenzen, die darüber entschieden. Man braucht einfach sehr viel Überzeugungskraft“, findet auch Ulrich Gnida.

Chancen für Fachleute

Aber eines muss klar sein: Der Bereich Politik hat beruflich gesehen mehr zu bieten als nur den Abgeordneten. Politiker haben immer auch einen „Stab“ hinter sich, der aus Beratern und wissenschaftlichen Mitarbeitern bestehen kann. Denn kein Abgeordneter kann sich mit jedem Thema auskennen. Hier gibt es also Chancen für Fachleute anderer Gebiete. „Man kann zum Beispiel als Umwelttechniker gut im Bereich der Umweltpolitik arbeiten“, erklärt Ulrich Gnida die Möglichkeiten.

Auch in Ministerien und Behörden sind Berater und wissenschaftliche Mitarbeiter mit entsprechenden fachspezifischen Kenntnissen beschäftigt. Wer also beispielsweise ins Gesundheitsministerium möchte, sollte einen medizinischen Hintergrund mitbringen. Zudem finden sich bei Ministerien und Behörden weitere Ämter – etwa die Staatssekretäre, die höchsten Beamten eines Ministeriums, in der Funktion des Amtschefs. Den Ministerien nachgestellt sind außerdem noch Behörden wie beispielsweise die Bundesprüfstelle für Jugendgefährdende Medien oder die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, die ebenfalls interessante Tätigkeiten bieten.

Verwaltungsapparat

Weitere berufliche Möglichkeiten bieten die Verwaltungen Angestellten und Beamten, die in Bundes- und Landesministerien, Behörden oder in Kommunalämtern arbeiten. Der Studiengang „Allgemeine und innere Verwaltung des Bundes“ der Hochschule des Bundes etwa umfasst Verwaltungsrecht, Betriebswirtschaftslehre und Inhalte der Sozialpsychologie und bereitet so auf eine Karriere als Mitarbeiter in der Verwaltung des Bundes vor. Auch auf Landesebene werden von den Hochschulen der Länder entsprechende Studiengänge angeboten. Gerade in den Verwaltungen haben aber auch „Externe“ gute Chancen, mit einem abgeschlossenem Studium etwa der Rechtswissenschaften, in die behördliche Laufbahn einzutreten.

Daneben werden Ausbildungen im öffentlichen Dienst angeboten. Verwaltungsfachangestellte beispielsweise verrichten die Büro- und Verwaltungsarbeit innerhalb des Parlamentes oder einer Behörde.

Lobbyisten und Co.

Man kann das Feld aber weiter fassen, denn streng genommen machen auch Interessensvertretungen, beispielsweise Gewerkschaften, Verbände, Kirchen oder andere Gruppen und Organisationen (zum Beispiel Greenpeace), Politik, indem sie Einfluss auf die Politiker und auf politische oder gesellschaftliche Entwicklungen und Entscheidungsprozesse nehmen. Auch hier gibt es nicht den einen Berufsweg. Viel mehr hängt die Wahl davon ab, in welche Organisation beziehungsweise welchen Bereich man gehen möchte.

Und dann gibt es noch den Bereich, der sich mit Politikanalyse und -beobachtung beschäftigt. Etwa die Markt- und Meinungsforschung, in dem Unternehmen beispielsweise die Wahlprognosen erstellen. Neben Soziologen, Politologen oder Psychologen ist dieses Gebiet für Betriebswirtschaftslehreabsolventen interessant. Ein weiteres Segment ist die politische Forschung und Bildung – diese bietet vor allem Politologen, Soziologen und Gesellschaftswissenschaftlern Möglichkeiten der Beschäftigung, etwa an Hochschulen oder Einrichtungen der Erwachsenen- und Jugendbildung. Zu guter Letzt bietet auch der Journalismus die Option, sich mit Politik auseinanderzusetzen, diese zu beobachten, zu analysieren und zu kommentieren.

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