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"Nicht der Typ für die reine Theorie"

Sonderausbildungen und duale Studiengänge zeichnen sich durch eine gute Mischung aus Theorie und Praxis aus. abi>> will von Azubis und Studierenden wissen, warum sie sich für ihre Ausbildung entschieden haben.

Anja Seidelmann (21) macht eine Abiturientenausbildung zur Industrietechnologin an der Siemens Technik Akademie in Erlangen.

Mathe ist mein Lieblingsfach und Technik die Zukunft, deshalb habe ich mich nach dem Abitur nach einer technischen Ausbildung umgeschaut – ein Studium wäre mir

Anja Seidelmann

Anja Seidelmann

Foto: Privat

viel zu theoretisch gewesen. Außerdem gefällt mir, dass ich jetzt schon Geld verdiene. Die Ausbildung dauert insgesamt vier Semester. In den ersten drei Semestern lernen wir die theoretischen Grundlagen: Mathe, Physik, Elektrotechnik, aber auch Programmieren, digitale Signalverarbeitung und Regelungstechnik. Danach folgt noch ein Praxissemester. Ich finde es spannend, dass Industrietechnologen zum Beispiel bei der Entwicklung und Inbetriebnahme von Kraftwerken dabei sind und viel Verantwortung tragen. Ich möchte später in der Entwicklung oder im Vertrieb tätig sein. Und wer weiß: Vielleicht sattle ich noch ein Studium drauf. Meine Kollegen sind in erster Linie Männer. Ein bisschen Durchsetzungsvermögen muss man schon haben, aber ich fühle mich voll und ganz akzeptiert. Seit dem ersten Semester bin ich sogar Klassensprecherin. 

Robin Sager (23) studiert Wirtschaftsingenieurwesen an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg am Standort Friedrichshafen. Sein Ausbildungsbetrieb: Liebherr-Werk Biberach GmbH.

Die Entscheidung, dass ich dual studieren möchte, habe ich während des Abiturs getroffen. Ich bin einfach nicht der Typ, der die reine Theorie mag, und daher war

Robin Sager

Robin Sager

Foto: Privat

ein duales Studium genau das Richtige für mich. Positiv ist auf jeden Fall die Abwechslung, die finanzielle Unabhängigkeit, und dass das Theoriewissen gleich in der Praxis umgesetzt werden kann. Bei Liebherr wandere ich nach einem Ausbildungsplan durch alle Abteilungen, die für meinen Bereich interessant sind. Letztes Semester war ich in der Konstruktion und jetzt gerade bin ich im Vertrieb und im Einkauf. Ich telefoniere zum Beispiel mit Lieferanten und bin voll in den Arbeitsalltag integriert. Da die Chancen gut stehen, von Liebherr übernommen zu werden, könnte ich anschließend hierbleiben und weiterarbeiten. Einen berufsbegleitenden Master zu machen, wäre für mich aber auch denkbar.

Harald Funk (23) studiert Elektro- und Informationstechnik an der Georg-Simon-Ohm-Hochschule in Nürnberg und absolviert nebenher eine Ausbildung als Elektroniker für Automatisierungstechnik bei Siemens in Nürnberg.

Auf das duale Studium wurde ich von einer Freundin aufmerksam gemacht. Ich war relativ spät dran und habe glücklicherweise noch einen Platz bekommen. Da ich

Harald Funk

Harald Funk

Foto: Privat

privat schon gerne mal an elektrischen Schaltungen bastle, war die Möglichkeit der praktischen Umsetzung meines Hobbys im Beruf verknüpft mit einem Studium für mich eine tolle Möglichkeit. Wenn ich einige Kommilitonen jammern höre, dass sie noch abends in Bars oder Tankstellen jobben müssen, bin ich auch über mein regelmäßiges Einkommen sehr froh und verkrafte auch die „nur“ 30 Tage Urlaub im Jahr. Mit einem Bachelorabschluss stehen mir bei Siemens alle Türen offen. Ein Masterstudium ist prinzipiell zwar möglich, jedoch für das weitere Fortkommen in der Firma nicht nötig. Zukunftspläne habe ich noch keine großen geschmiedet. Ich will jetzt erst meinen Bachelor gut bestehen und schaue dann mal weiter.

Rebecca Leska (21) studiert Maschinenbau auf Diplom an der Hochschule Zittau/Görlitz. Ihr Ausbildungsbetrieb ist AREVA in Erlangen.

Das Modell des dualen Studiums hat mich angesprochen, weswegen ich mich mich auf Ausbildungsmessen zum dualen Studium informiert habe und mich dann

Rebecca Leska

Rebecca Leska

Foto: Privat

für die Hochschule Zittau/Görlitz und für AREVA als Ausbildungspartner entschieden habe. Dort mache ich jetzt im Rahmen meines dualen Studiums eine Ausbildung zur Mechatronikerin. Ich durchlaufe große Teile der Firma. Am besten hat es mir bisher in der Abteilung für Wertstoffprüfung gefallen, darauf würde ich mich später auch gerne spezialisieren. Ein duales Studium ist zwar anstrengend, aber mir hat es von Anfang an gut gefallen. Während des Studiums lernt man etwas, was man dann gleich in der Praxis anwenden kann, und durch das, was man in der Praxis lernt, versteht man die Beispiele während der Vorlesungen wiederum viel besser. Man bekommt so viele Urlaubstage, wie im Tarifvertrag vereinbart. Die habe ich dann auch wirklich frei. Nicht wie bei den „normalen“ Studierenden, die in den Ferien Nebenjobs haben oder Praktika absolvieren.

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