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Designer der Trophäe "Goldener Ball" von adidas

Florian Stolzenberger

Seit 1982 wird der beste Spieler jeder FIFA Fußball-Weltmeisterschaft mit dem Goldenen Ball von adidas geehrt. Anlässlich der FIFA WM 2006 in Deutschland hat der Industriedesigner Florian Stolzenberger (50) mit seiner Firma Schmidt POS Design der Trophäe eine neue Optik verpasst. Mit abi>> sprach der Erlanger über den Neuentwurf, seinen Beruf und - natürlich - die kommende Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika.

Foto der Trophäe "Goldener Ball" von adidas, wie er gerade produziert wird.

Der "adidas Goldene Ball" zeichnet den besten Spieler jeder FIFA Fussball-Weltmeisterschaft aus. Hier entsteht gerade die Trophäe, die 2010 an den besten Akteur geht.

Schmidt POS Design

abi>>: Wie ist es dazu gekommen, dass Sie den Goldenen Ball von adidas neu entworfen haben?

Florian Stolzenberger: Die Firma, die den Goldenen Ball vor uns hergestellt hatte, hat 2005 bei uns angefragt, ob wir die Produktion übernehmen können. Ich war damit einverstanden, unter der Bedingung, einen Neuentwurf machen zu dürfen. adidas stimmte zu und hat sich aus meinen drei Vorschlägen für die aktuelle Gestaltung entschieden.

abi>>: Normalerweise entwickeln Sie mit Ihrer Firma Schmidt POS Design Ladenbausysteme für Produktpräsentationen im Handel. Wie sind Sie da an die Gestaltung des Goldenen Balls herangegangen?

Das Foto zeigt Florian Stolzenberger.

Der Industriedesigner Florian Stolzenberger.

Schnidt POS Design

Florian Stolzenberger: Ursprünglich bestand der Pokal aus einem nachgebildeten Standard-Fußball auf einem Gestell. Zur FIFA WM 2006 brachte adidas dann den „Teamgeist“ heraus, dessen Flächen ein absolut neues Design aufwiesen. Darum waren mir bei der Neugestaltung des Goldenen Balls drei Aspekte wichtig: das neuartige Design des Balls, die Dynamik des Fußballsports und die Wiedererkennung der Marke. Das habe ich umgesetzt, indem ich den Ball auf drei parallel laufende Streifen gesetzt habe. Diese symbolisieren die Marke adidas. die schwungvolle Bewegung, auf der der Ball aufsitzt, entspricht dem Flug des Fußballs und drückt die Dynamik des Sports aus. Für die FIFA WM 2010 in Südafrika war es dann natürlich nötig, die Trophäe an das Design des neuen Balls „Jabulani“ anzupassen.

abi>>: Was wurde verändert?

Florian Stolzenberger: Das Grundgestell der Trophäe ist gleich geblieben, aber wir haben den aufsitzenden Ball an die Optik von „Jabulani“ angepasst.

abi>>: Die Grundlagen für Ihren Beruf haben Sie im Industriedesign-Studium an der Hochschule München gelegt. Was sind denn in Ihren Augen die wichtigsten Fertigkeiten, die ein Industriedesigner mitbringen muss?

Florian Stolzenberger: Zum einen eine nahezu unbändige Neugier. Zum anderen: Wir haben im Studium oft den Spruch „Designer sehen mit den Händen“ verwendet. Man sollte seine Hände einsetzen können, um Dinge zu befühlen. Und man sollte mit den verschiedenen Materialien umgehen können. Mir persönlich geht es in erster Linie darum, in Lösungen zu denken. Aus allem, was nicht funktioniert, kann man eine Aufgabenstellung ableiten und eine Lösung dazu entwickeln.

abi>>: Wie sehen Sie Ihren Beruf?

Florian Stolzenberger: Ich persönlich fasse Industriedesign nicht als Beruf auf, in dem ich mich selbst künstlerisch verwirklichen kann. Ich ziehe eine ganz klare Trennungslinie zwischen Kunst und Design. Als ich begonnen habe, diesen Beruf zu studieren, war er noch relativ unbekannt. Ich musste den Leuten oft erst erklären, was ein Designer eigentlich macht, denn oft wurde ich mit der Aussage „Sie sind ja sowieso eher der Künstler“ konfrontiert. Das stimmt nicht. Der Industriedesigner ist der Lösung der Aufgabe verpflichtet und nicht seinem persönlichen Geschmack. Und die Aufgabe ist vorrangig kundenorientiert. Die Produkte, die ein Industriedesigner herstellt, müssen aber nicht nur funktionieren. Nehmen wir beispielsweise einen Griff: Ein Griff muss nicht nur gut in der Hand liegen, sondern er muss sich material- und fertigungsgerecht produzieren lassen, gut zur Markenstrategie des Kunden und zu seiner Zielgruppe passen und er muss sich gut verkaufen. Als Industriedesigner muss man also von vielen Dingen etwas verstehen: von Gestaltung, Technik, Produktion, Marketing und Vertrieb. Im Grunde muss der Industriedesigner vom ganzen Produktlebenszyklus Kenntnis haben, von der Entstehung bis zur Entsorgung.

abi>>: Was verbindet denn einen Designer mit Fußball? Oder anders: Sind Sie eigentlich Fußball-Fan?

Florian Stolzenberger: Ich war immer mit dabei, wenn mein Vater an jedem Bundesliga-Samstag „Heute im Stadion“ im Radio gehört hat. Das war in den 1960er Jahren. Heute begleite ich meinen ältesten Sohn ab und zu zu Spielen des 1. FC Nürnberg, er ist ein glühender „Club“-Fan. Insofern bin ich auf jeden Fall fußballbegeistert.

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