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Schnupperstudium

Ausstattung und Atmosphäre testen

Wie ist die Uni ausgestattet? Wie hoch ist das Niveau in Fächern wie Mathe? Um sich selbst einen realistischen Eindruck zu verschaffen, nahm Leonard Volpi (23) aus Dortmund an einem zweitägigen Schnupperstudium am Fachbereich "Chemie mit Materialwissenschaften" an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg teil. Mittlerweile studiert er dort Chemie.

Einige Studenten strömen aus dem Eingang zur Universität Bielefeld.

Bei einem Schnupperstudium kann man wunderbar Hochschulen und Studienfächer testen.

Foto: Jardner

„Auf die Hochschule bin ich bei einer Messe in Köln aufmerksam geworden“, erzählt er. „Die Hochschule war mit einem Stand vertreten und es wurde auch über das Schnupperstudium informiert.“ Die „Schnuppertage“ stehen Schülern und Schülerinnen ab 16 Jahren offen. Leonard Volpi meldete sich via Internet an. In den Osterferien verbrachte er mit etwa zwei Dutzend Schnupperstudierenden zwei Tage an seinem künftigen Hochschulort in Bonn.

Koffeingehalt in Getränken untersucht

Während der Schnuppertage bekam er den Studienplan erklärt, konnte an Vorlesungen teilnehmen und nachmittags in den Laboren experimentieren. „Wir haben zum Beispiel Koffein in colahaltigen Getränken nachgewiesen und quantifiziert“, berichtet er. „Anschließend wurden die Ergebnisse besprochen und diskutiert, wie diese zu beurteilen sind.“ Darüber hinaus haben die Studieninteressenten Kunststoffe mit einfachen Methoden identifiziert und Eigenschaften metallischer Werkstoffe wie Wärmeleitfähigkeit oder Korrosionsbeständigkeit ermittelt.

Das Bild zeigt Leonard Volpi.

Leonard Volpi

Foto: Privat

Damals war der 23-Jährige gerade dabei, seine Ausbildung zum Chemisch-technischen Assistenten abzuschließen und gleichzeitig die fachgebundene Hochschulreife zu machen. „Im Beruf möchte ich mehr Verantwortung tragen und bessere Verdienstchancen haben. Außerdem reizt mich das Material Kunststoff“, erklärt er seine Motivation, sofort nach der Ausbildung ein Studium zu beginnen.

Flair gefällt

„Das Flair an der Hochschule hat mir gefallen. Die Leute waren motivierter und konzentrierter, als ich es von der Schule her kannte und es bestehen größere Freiheiten. Zwei Tage kann jeder für ein solches Schnupperstudium erübrigen“, findet der Student, dem es zudem wichtig war, die Stadt und das Umfeld, in dem er in den nächsten Jahren leben würde, schon vor Beginn des Studiums kennenzulernen.

Gemeinsam mit seiner Freundin, die wie er mittlerweile ebenfalls „Chemie mit Materialwirtschaft“ studiert, hatte er bei einem Biologie-Studenten der Hochschule eine Schlafmöglichkeit gefunden – ein Angebot der Fachschaft für die Schnupperstudierenden.

Bereits am Frühstückstisch entwickelten sich interessante Gespräche. Der Studieninteressent aus Nordrhein-Westfalen konnte Hilfreiches aus dem Hochschulalltag erfahren. „Über die Ansprüche, die im Fach Mathematik an die Studierenden gestellt werden, war ich mir sehr unsicher. Aber durch die Gespräche wurden meine Ängste gemindert“, meint er. „Ich habe erfahren, dass die Quote derjenigen, die bei den Mathe-Prüfungen durchfallen, gar nicht so hoch ist. Das hat mich bestärkt, dass ich es auch schaffen kann.“


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