London im Schnelldurchlauf
Interkulturelle Kompetenzen sind ein Plus: Simon Wagnitz (28) nutzte die Möglichkeit, ab Herbst 2008 seinen Master of Science im Studiengang Political Sociology innerhalb eines Jahres an der renommierten London School of Economics and Political Science (LSE) zu absolvieren. Der Berufseinstieg danach verlief reibungslos.
Hat an der London School of Economics and Political Science (LSE) in einem Jahr einen Masterstudiengang absolviert: Simon Wagnitz.
Foto: Privat
Nur wenige Monate vor Beginn seines Studiums hatte der gebürtige Herforder seinen Bachelor in Politikwissenschaft an der Universität Bielefeld im Schnelldurchlauf abgeschlossen: Er brauchte dafür gerade mal fünf Semester. „Ich habe bewusst auf ein Auslandssemester in dieser Zeit verzichtet, weil ich wusste, dass ich meinen Master im englischsprachigen Ausland machen wollte“, erklärt der 28-Jährige. Kommilitonen hatten ihm von ihren Erfahrungen im Ausland erzählt. Sein Interesse für London weckte ein Bielefelder Professor, der selbst an der LSE studiert hatte. Ein weiteres Kriterium für London war der gute Ruf der Hochschule: „Mein Studium war geprägt von englischsprachiger Literatur. Eine Reihe der wichtigen Titel kam von der Londoner Uni.“
Bereits ein Jahr im Voraus begann Simon Wagnitz mit der Planung seines Auslandsstudiums. Er sammelte alle wichtigen Unterlagen wie Zeugnisse und Leistungsnachweise, ließ sich zwei Referenzen von Professoren schreiben und setzte ein Motivationsschreiben auf. Den geforderten Nachweis über seine Sprachkenntnisse erbrachte er, indem er den TOEFL-Test (Test of English as a Foreign Language) erfolgreich absolvierte. Dann bewarb er sich bei der LSE, sein Abschlusszeugnis konnte er nachreichen. Seine Studiengebühren beliefen sich auf rund 9.900 Pfund (entspricht etwa 11.860 Euro, Stand: Juli 2010) für das gesamte Jahr, die Lebenshaltungskosten lagen monatlich bei rund 1.200 Euro. Vom Deutschen Akademischen Austauschdienst erhielt er ein Stipendium, das gut die Hälfte seiner Ausgaben deckte, den Rest steuerte er durch Erspartes bei.
Menschen, Kultur und Land kennenlernen
Das Master-Jahr verging rasend schnell. Studiert wird innerhalb von zwölf Monaten in Trimestern, eine vorlesungsfreie Zeit ist dabei nicht vorgesehen. Das Lernpensum ist enorm hoch und konzentriert. Eine ordentliche Portion Disziplin und Willensstärke gehören dazu, wenn man sich diesen Lernmarathon antut. „In London gab es zwar keine Anwesenheitspflicht, doch am Ende zählen die Klausurnoten. Ich habe häufig acht Stunden am Tag entweder in der Uni oder am Schreibtisch gesessen und gelernt. Pro Fach allein ein bis zwei Bücher in der Woche gelesen und die Kernargumente auswendig gelernt.“
An den Wochenenden blieb ihm dennoch Zeit, sich London und Umgebung anzuschauen. „Wenn man schon im Ausland ist, sollte man die Chance nutzen, die Menschen, ihre Kultur und ihr Land kennen zu lernen“, sagt er. Als Mitglied im Debattierklub der Londoner Universität knüpfte der Politikwissenschaftler zusätzlich sehr viele internationale Kontakte, die er zum Teil heute noch pflegt.
Noch während seines Masterstudiums bot ihm sein heutiger Arbeitgeber eine Stelle als Referent an. Dabei nimmt er verschiedene Aufgaben wahr: In erster Linie unterstützt er die Geschäftsleitung und koordiniert die Antragstellung für Projekte. Das Unternehmen hatte er während und nach seinem Bachelorstudium bereits kennengelernt: zunächst als Praktikant, danach als wissenschaftliche Hilfskraft. „Ich bin mir aber sicher, dass das Auslandsstudium eine entscheidende Rolle für das Angebot gespielt hat“, sagt er.




