Zwei mit einem Streich
Felix Holzinger (29) hat ein Double-Degree-Masterprogramm in Maschinenbau mit dem Schwerpunkt Gasturbinen und Flugantrieb abgeschlossen, wovon er den ersten Teil an der Virginia Tech in den USA, den zweiten an der TU Darmstadt absolvierte.
Pommes und Burger sind vielleicht gute Hirnnahrung: In den USA ist das Lernpensum extrem hoch, berichtet Felix Holzinger. „Wir haben manche Nächte und auch die Wochenenden durchgearbeitet.“
Foto: mochitos
Auslandserfahrungen zu machen, sein Englisch zu verbessern, andere Kulturen kennen zu lernen – schön und gut. Das lässt sich grundsätzlich in jedes Studium integrieren. Doch häufig werden die im Ausland erbrachten Leistungen wie Studienarbeiten oder Klausuren an der Heimatuni nicht eins zu eins anerkannt, sprich man „verliert“ wichtige Monate. Felix Holzinger hat deshalb die Möglichkeit zu einem zweijährigen Doppel-Masterprogramm ergriffen.
Nach dem Maschinenbaubachelor ging er für zwei Semester – neun Monate – in die USA an die renommierte Virginia Tech in Blacksburg im US Bundesstaat Virginia und absolvierte die letzten beiden Semester in Deutschland. Dieses Studium verlangt im Gegensatz zu einem „normalen“ Master eine genaue Planung, da die Kurswahl deutlich eingeschränkt ist. Zudem muss man sich an vorgegebenen Richtlinien orientieren, sprich welche Kurse anerkannt werden und welche Kurse man für den Master besuchen muss. Für Vorlesungen muss man sich rechtzeitig anmelden, die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Wer das alles berücksichtigt, bekommt aber am Ende nicht nur die Studienleistung in den USA und Deutschland komplett anerkannt, sondern wird für sein Engagement gleich mit zwei Master-Abschlüssen einer deutschen und einer amerikanischen Uni belohnt .
Ein Glücksgriff
Blacksburg war für Felix Holzinger ein echter Glücksgriff. Nach einer Bewerbung an seiner Heimathochschule und einer Online-Bewerbung bei der Virginia Tech hielt er endlich die Einladung in der Hand.
Die erste Nacht verbrachte er noch in einem sogenannten Temporary Housing der Virginia Tech. Doch schon am nächsten Tag beim Frühstück sollte er seinen zukünftigen Mitbewohner kennen lernen, ein PhD-Student aus Rumänien. Beide wollten Off-Campus leben, fanden schnell eine adäquate Bleibe in einem Foxridge Appartement in Hethwood unweit des Campus. Das Auslandsstudium konnte beginnen.
In Amerika ist das Lernpensum extrem hoch. „Wir haben manche Nächte und auch
die Wochenenden durchgearbeitet“, berichtet der heute 27-Jährige. Die Hochschulbibliothek war häufig sein zu Hause, mit Öffnungszeiten, die die Nachtarbeit erlaubten. Dabei sei er auch oft ans Limit seiner Belastbarkeit gekommen, aber die Erfahrung sei dennoch gut gewesen. Geholfen hat ihm sicherlich der gute Zusammenhalt der Studierenden untereinander. „Wir haben uns gegenseitig gepuscht und motiviert.“ Viel Freizeit blieb zwar nicht. Doch in den Pausen zwischen den Vorlesungen fand er mit seinen Kommilitonen den sportlichen Ausgleich auf dem Campus – ein Eldorado des Sports. Neben einem Football Stadion für 65.000 Menschen bietet der Campus Fitnessstudios samt Pools, Krafträume, Racquettball-, Volleyball-, Badminton und Squash Courts und jede Menge mehr.
Mit Studiengebühren von 7.000 Dollar pro Semester ist auch die private Virginia Tech sicher nicht preiswert. Felix Holzinger hatte das Glück, ein DAAD-Stipendium zu bekommen. Außerdem konnte er die Lebenshaltungskosten zusätzlich mit Unterstützung seiner Eltern finanzieren, sodass ihm am Ende seines neunmonatigen Aufenthalts noch die Möglichkeit zu reisen blieb.
„Für mich persönlich war es eine sehr prägende Erfahrung, die ich nicht mehr missen möchte. Ich habe viele interessante Leute kennen gelernt. Der Zusammenhalt war beeindruckend. Ich wurde von Freunden zu ihren Familien nach Washington D.C. und South Carolina eingeladen und bin überall großzügig und offen empfangen worden.“
Nach den USA war Felix Holzinger im Rahmen seines Studiums noch für mehrere Monate in der Schweiz und Schweden. Mittlerweile promoviert er und als Doktorand in einem europäischen Forschungsvorhaben ist seine Arbeitssprache auch Englisch, in der er sich dank der Virginia Tech zu Hause fühlt.





