service

Rubrik Lehrer und Eltern

studienwahl.de

Studiengangsuche in
studienwahl.de
wie, wo, was?
 
Erweiterte Suche
  • bei Facebook empfehlen
  • bei Twitter empfehlen
  • bei schülerVZ empfehlen
  • bei MySpace empfehlen
Studieren in Italien

Das Beste aus beiden Welten

Gloria Amoruso (22) ist frisch zurück aus Rom, wo sie ein Jahr studiert hat. Stadt und Land haben sie bezaubert - intensive Lernerfahrungen an der "Università" inklusive.

Der Petersdom in Rom.

Gloria Amorusa hat ein Jahr in Rom studiert und war begeistert.

Foto: Privat

Als Gloria Amoruso vor einem Jahr nach Italien ging, war sie voller Erwartungen. Zwar stammt die Familie ihres Vaters aus der Nähe von Neapel, er selbst lebt aber seit knapp 40 Jahren in Berlin. „Außer Neapel kannte ich kaum etwas vom Land“, sagt die gebürtige Berlinerin, die Italienstudien an der Freien Universität (FU) Berlin studiert. Der Schwerpunkt des Studiengangs liegt auf Sprache und Literatur Italiens, ergänzt durch drei Bausteinfächer: „Bei mir sind das Geschichte, Kunstgeschichte und Jura“, sagt sie. Vor dem Jahr in der italienischen Hauptstadt war Gloria Amoruso aufgeregt: Wie würde es sein, dort zu leben und zu studieren? Würde es die Perspektiven verändern? „Gespannt war ich vor allem auf das Studium der Kunstgeschichte vor Ort.“ Schließlich ist allein der Gedanke an Barock und Renaissance für viele gleichbedeutend mit Italien.

Im September 2009 bezog Gloria Amoruso ein Zimmer in einer WG im Stadtteil San Paolo, das sie schon von Deutschland aus gesucht hatte. Es lag nicht weit entfernt von der „Università degli Studi Roma Tre“. Hier fand der Hauptteil ihrer Italienischveranstaltungen statt. Die Zeit bis zum Semesterbeginn Anfang Oktober nutzte Gloria Amoruso für erste Erkundungen Roms.

Strategie: Durchfragen

„Ich wusste, dass ich für Vorlesungen und Seminare auch an die politikwissenschaftliche und die juristische Fakultät musste“, sagt die Studentin, die fließend Italienisch spricht. Zwar war ihr klar, welche Veranstaltungen sie besuchen musste. „Im neuen Vorlesungsverzeichnis gab es zu den Kursen aber keine Raumangaben. Man fragt sich dann erst mal durch.“ Wenn es sein muss, auch zwei und vier Mal – für die Römer normal: „Beharrlichkeit ist eines der ersten Dinge, die du lernst.“

Foto von Gloria Amoruso vor der Fontana di Trevi.

Gloria Amoruso

Foto: Privat

Das Lernpensum hatte es in sich: Drei bis vier Kurse pro Woche, die je drei bis vier Mal stattfinden. „Wir mussten viel für die appelli lernen, das meiste bis Weihnachten, da die Vorlesungszeit dann endet“, sagt Gloria Amoruso. Appelli? So nennen sich die Aufrufe der italienischen Universität zu den Semesterabschlussprüfungen in den einzelnen Fächern. „Man hat drei Termine zur Wahl. Wenn einem später eine Note nicht passt, kann man die Prüfung beliebig oft wiederholen.“ Das entspreche dem Aufwand: „Neben dem regulären Stoff muss man für die Prüfungen je zwei bis drei Bücher praktisch auswendig lernen.“ Gloria Amoruso selbst hatte Anfang 2010 acht Prüfungen. Das italienische Studiensystem setze mehr Eigenmotivation voraus als das deutsche, resümiert die Studentin.

Städte wie Rom kosten: Die Studiengebühren variieren je nach Fach und Studierende zahlen hohe Mieten. „Mein WG-Zimmer war mit 440 Euro eher günstig“, sagt Gloria Amoruso, „Wasser, Strom und Internetanschluss waren schon inklusive.“ Der Markt besteht vorwiegend aus Eigentumswohnungen, das treibt die Preise hoch. Ohne ein Stipendium ist ein Auslandssemester nur schwer finanzierbar: „Ich hatte ein Stipendium der italienischen Regierung, vergeben wurde es vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD)“, sagt die Studentin. Dafür bewarb sie sich schriftlich und meisterte ein Auswahlgespräch. „Aber auch ein Erasmus-Stipendium hilft sehr, man hat einen eigenen Betreuer vor Ort, spart sich viele Gänge von A nach B.“

Diagnose: Wehmut

Auch vom Freizeitleben war Gloria Amoruso begeistert: mit Freunden einen Vino rosso trinken, Cocktails in Trastevere oder Testaccio, Kulturabende, Zugreisen in die Emilia Romagna und in die Toskana. „Es war einzigartig. Zugfahren ist in Italien sehr günstig.“ Die Lebenshaltungskosten seien zwar nicht so günstig wie in Berlin, aber auch nicht exorbitant.

Sechs Wochen nach der Rückkehr denkt Gloria Amoruso wehmütig an Rom. „Der Zauber der Stadt und die Freunde fehlen mir“, sagt sie. Zu den interessanten Aspekten gehörten nicht nur viele Museen- und Galeriebesuche – „in Kunstgeschichte gab es viel mehr moderne Themen als ich es erwartet hatte“. Auch das ganz alltägliche Chaos: „Normal ist, dass öffentliche Verkehrsmittel streiken. Mitunter passiert es, dass man zu einer Prüfung 30 Minuten zu spät kommt – der Professor, der einen prüfen will, aber 35.“ Sie lacht. „Kein Problem.“

In Berlin hat sie noch ein Semester bis zum Bachelor. „Ab Herbst arbeite ich als studentische Hilfskraft im Italienzentrum der FU.“ Dann macht sie ihren Master. Alles scheint zu passen. „Je länger ich in Italien war, desto deutscher wurde ich, je länger ich hier bin, desto italienischer.“ Bleibt nur eines: Das Beste aus beiden Welten zu verbinden.

News RSS-Feeds abonnieren (Öffnet sich in neuem Fenster)

Jetzt online beantragen in Hessen

Gute Lehre, gute Praxis

Events

Studieren in den Niederlanden

T5 Jobmesse

Veranstaltungsübersicht

Links & Infos

Link zu BERUFENET (öffnet sich in neuem Fenster)