Auf Auslandserfahrung nicht verzichten
Mit einem Stipendium ins Ausland: Guido Neidhöfer hat das schon drei Mal gemacht. Zuletzt war der 26-jährige Masterstudent, der an der Freien Universität Berlin "Public Economics" im dritten Semester studiert, ein Jahr lang in Lima, Peru - gefördert vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD).
Großbritannien, Australien, Japan: Auch für Auslandsaufenthalte kann es Unterstützung durch Stipendien geben.
Foto: Möller/WillmyCC
Mit Stipendien kennt sich Guido Neidhöfer aus. Während seines Bachelorstudiums „Wirtschaft für Entwicklung und internationale Zusammenarbeit“ in Rom verbrachte der 26-jährige Halbitaliener ein Semester in Barcelona, wo er durch das ERASMUS-Programm gefördert wurde. Bevor er danach seinen Masterstudiengang an der Freien Universität (FU) Berlin begann, war er für ein dreimonatiges Projekt mit dem ASA-Programm auf Kuba. Das ASA-Programm der Deutschen
Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) bietet weltoffenen und entwicklungspolitisch interessierten Menschen die Möglichkeit, bei Praxisprojekten von Organisationen im Ausland mitzuwirken. Und zuletzt verbrachte Guido Neidhöfer über einen Direktaustausch der FU Berlin zwei Auslandssemester in der peruanischen Hauptstadt Lima, finanziell unterstützt vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD). „Die Auslandsaufenthalte waren für mich sehr wichtig, weil ich später einmal für eine große Organisation wie die Vereinten Nationen arbeiten möchte“, sagt er. „Da sollte man auf jeden Fall unterschiedliche Länder kennengelernt und dort gelebt haben – auch in Entwicklungsländern.“
Notwendig für die Bewerbung: Gutachten und Motivationsschreiben
Eigentlich hatte sich der 26-Jährige für beide Auslandssemester, für die er sich hat beurlauben lassen, um das DAAD-Stipendium bewerben wollen. Weil er es aber nicht rechtzeitig geschafft hatte, bewarb er sich nur für das zweite Semester um ein Stipendium. „Zur Bewerbung gehörten neben den üblichen Formularen und einem Lebenslauf ein Gutachten eines Professors und ein Motivationsschreiben“, erklärt er. „Darin habe ich dann auf vier bis fünf Seiten erklärt, warum ich ausgerechnet nach Peru möchte, was ich für Vorkenntnisse habe und wie meine Studienpläne für die Zeit aussehen.“ Nachdem er im Oktober 2010 seine Unterlagen eingereicht hatte, erfuhr er im Dezember, dass es mit dem Semesterstipendium klappen sollte. Auflagen für das Studium in Lima gab es dabei kaum: „Ich musste nur die Kurse belegen und die Leistungen erzielen, die ich in meiner Bewerbung angekündigt hatte.“
Die Förderung in Peru war für Guido Neidhöfer sehr wichtig – vor allem psychologisch, weil er durch das Stipendium endlich unabhängig war: „Es gab einen Flugzuschuss und eine monatliche Unterstützung von knapp 800 Euro“, sagt er. Damit kam er in Lima sehr gut zurecht. „Außerdem war es eine große Erleichterung, denn bis dahin waren meine Eltern meine wichtigste Geldquelle.“ Dass er vor seinem DAAD-Stipendium schon zwei andere Stipendien bekommen hatte, sieht der Student als Vorteil. „Das ist ja schließlich so etwas wie eine Vorauswahl, weil man da schon einmal aufgrund seiner Leistungen und seines Engagements ausgewählt wurde“, sagt er. Nur die Besten bekämen schließlich das Stipendium. „Je mehr man mitbringt, umso besser.“





