Barocke Perle Niederbayerns
Am Zusammenfluss von Donau, Inn und Ilz liegt die "Drei-Flüsse-Stadt" Passau. Die malerische Lage macht den Ort zu einer begehrten Urlaubsadresse. Aber auch der gute Ruf der Universität zieht tausende Studierende in die niederbayrische Kleinstadt.
Passau zieht jährlich tausende Studierende an.
Foto: Standl/Stadt Passau
Die historische Innenstadt Passaus mit ihren barocken Gebäuden, verwinkelten Gassen und malerischen Plätzen zieht jedes Jahr viele Besucher an. „Es ist schon sehr touristisch“, meint BWL-Studentin Christine Morr. „Das ist aber auch kein Wunder“, so die 22-Jährige. „Die Stadt ist einfach schön.“ Sie selbst entschied sich nach einem Passau-Besuch, von Hannover quer durch die Republik zu ziehen, um dort zu studieren. Die Schönheit der Stadt gebe dem Studentenleben „das gewisse Extra“, erklärt sie. Auch Johannes Niekrawitz, Berater für akademische Berufe, genießt nach seiner Studienzeit in der Drei-Flüsse-Stadt die Atmosphäre Passaus: „Die Mischung aus Einheimischen, Studierenden, Touristen und Wallfahrern macht das Stadtflair aus.“ Schön findet er, dass hier alles sehr nah beieinander ist. „Man braucht kein Auto, alles ist fußläufig oder mit dem Rad gut zu erreichen.“
Dass Passau eine Studentenstadt ist, kann man im Stadtbild kaum übersehen. Auf 50.000 Einwohner kommen 10.000 Studierende. Entsprechend hoch ist auch die Kneipen- und Cafédichte. Besonders die Innenstadt ist bei den Studierenden angesagt, vor allem in der Lederergasse und der Löwengrube – so die klangvollen historischen Straßennamen – gibt es viele Kneipen, Bars und Cafés.
Jobsuche leicht gemacht
Auch wenn sich die Massen manchmal in den Gassen der Passauer Altstadt drängen – einen Vorteil haben die vielen Touristen auch für die Studierenden: So mancher findet einen Nebenjob in der Gastronomie. Weitere Jobs vergibt die Uni selbst. „Man bekommt hier leichter einen Hiwi-Job als an anderen Unis“, weiß die 21-jährige Studentin Karoline Oberländer, die einen Job auf dem Campus gefunden hat. „Ich arbeite nebenbei für das Studentenwerk.“
Dass Passau sich seit der Universitätsgründung zum begehrten Studienstandort entwickelt hat, liegt aber nicht nur am Charme der Stadt. Die Uni punktet regelmäßig beim renommierten CHE-Ranking und belegt Spitzenplätze in Jura, Informatik, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften. Aber nicht nur bei den Rankings genießt die Uni einen guten Ruf. „Nehmen wir zum Beispiel unsere Jura-Absolventen“, erklärt Universitäts-Präsident Prof. Dr. Walter Schweitzer. „Die sind bei den großen Anwaltskanzleien sehr gefragt. Und das finde ich wichtiger als jedes Ranking.“ Der schöne Campus, der gute Kontakt zu den Lehrenden und die internationale Ausrichtung der Uni ziehen Studierende aus ganz Deutschland an. Dafür nehmen sie sogar die Studiengebühren von über 500 Euro pro Semester in Kauf.
Lange Wartelisten
Natürlich spürt auch Passau die Auswirkungen der doppelten Abiturjahrgänge – nicht zuletzt der Wohnungsmarkt. Die Mieten sind gestiegen und für Wohnheimplätze gibt es lange Wartelisten. Dabei vermittelte das Studentenwerk Niederbayern/Oberpfalz im Wintersemester 2011/2012 über 1.000 öffentlich geförderte und rund 500 private Zimmer und Wohnungen in Passau. „Wer Miete sparen möchte, kann sich eine Wohnung außerhalb Passaus suchen“, verrät Karoline Oberländer, die dort zu Beginn ihres Studiums für günstige 160 Euro ein WG-Zimmer fand. Mittlerweile hat sie sich aber für ein Zimmer in der Altstadt entschieden. Dort zahlt sie 220 Euro Warmmiete. Einzelwohnungen sind deutlich teurer: Christine Morr wohnt für 360 Euro in einem 27m² großen Ein-Zimmer-Apartment.
Der Hochschulstandort Passau
Einwohner: rund 50.000
Studierende: über 10.000
Hochschulen: Universität Passau
Studiengebühren an staatlichen Hochschulen: derzeit 485 Euro Studienbeitrag plus 42 Euro Studentenwerksbeitrag
Miete: ein Zimmer im Wohnheim kostet zwischen 160 und 300 Euro Warmmiete, WG-Zimmer in der Stadt ca. 230 bis 250 Euro, private Apartments rund sieben Euro pro Quadratmeter.




