Studieren zwischen Spreewald und Seen
Seine erste urkundliche Erwähnung fand Cottbus im Jahr 1156. Heute ist die Stadt in der Lausitz mit rund 100.000 Einwohnern nach Potsdam die zweitgrößte Stadt Brandenburgs. Und noch viel wichtiger als die Größe ist die Lebensqualität, die die Bewohner und vor allem die Studierenden der Stadt bescheinigen.
Cottbus ist die zweitgrößte Stadt Brandenburgs und besticht mit hoher Lebensqualität.
Foto: Boguslaw Switala
Tobias Eberhardt studiert seit sechs Jahren in Cottbus Maschinenbau und bringt die Vorteile der Stadt auf den Punkt: „Cottbus ist eine lebenswerte Stadt mit schönem Umland, geringen Lebenshaltungskosten und reichhaltigem Kulturangebot.“ Und Cottbus ist eine grüne Stadt: Der Spreeauenpark und der Branitzer Park, den Hermann Fürst von Pückler-Muskau im Jahr 1811 anlegte, laden zum Spazierengehen ein. Die zahlreichen Seen im Umland, wie der Madlower oder der Sachsendorfer See, versüßen den Studenten der beiden ortsansässigen Hochschulen Brandenburgische Technische Universität (BTU) und Hochschule Lausitz in der heißen Jahreszeit die Freizeit.
Zwischen Natur und Großstadt
Wirtschaftsingenieurwesen-Student Thomas Krisch schwärmt von Cottbus‘ zentraler Lage: „In die Hauptstadt Potsdam sind es knapp anderthalb Stunden mit der Bahn und zur Erholung in den Spreewald etwa 30 Minuten.“ Und wer Lust auf einen kurzen Trip ins Ausland hat, braucht gar nicht lange zu fahren: Das Nachbarland Polen lockt – nach einer halben Stunde Fahrt eröffnet sich eine vollkommen neue Welt.
Ein weiterer Pluspunkt von Cottbus: Die lästige Suche nach Wohnung und Nebenjob lässt sich für Neuankömmlinge relativ schnell abhaken: Sieben Studentenwohnheime finden sich in der Stadt, alleine vier von ihnen auf dem Gelände der Brandenburgischen Technischen Universität. Die Mieten enthalten sämtliche Nebenkosten und so ist ein Zimmer schon ab 169 Euro monatlich zu haben. „Die Wohnsituation in Cottbus ist relativ entspannt“, erzählt Guno Walter vom Studentenwerk Frankfurt/Oder, das auch für Cottbus verantwortlich ist. Er empfiehlt, sich frühzeitig an die Mitarbeiter des Studentenwerks zu wenden: „Gerne schon, wenn man sich für das gewünschte Studienfach beworben hat.“
Auch Student Thomas Krisch bewertet die Wohnsituation als sehr gut: „Viel Zeit muss für die Wohnungssuche nicht eingeplant werden. Einige Wohnungsgesellschaften bieten sogar spezielle Studententarife an.“ Tobias Eberhardt hat noch einen Tipp: „Besonders in der Gegend ums Staatstheater finden sich viele günstige und schöne Altbauwohnungen.“
Gute Jobsituation
Wer in Cottbus auf der Suche nach einem Nebenjob ist, der hat gute Chancen. Wencke Neubert von der Agentur für Arbeit in Cottbus schätzt die Nebenjobmöglichkeiten als recht gut ein: „Insgesamt sind viele Unternehmen aufgeschlossen, Studierende einzustellen. In einigen qualifizierten Branchen binden die Unternehmen so ihre späteren hochqualifizierten Arbeitskräfte an sich.“ Und Kommilitone Thomas Krisch fügt hinzu: „Es gibt auch einige größere Arbeitgeber in der Region, bei denen es möglich ist als Werkstudent anzufangen, beispielsweise bei Vattenfall oder EnviaM.“ Student Stephan Schmidt weist daraufhin, dass man es in einer der vielen Bars oder im Kino versuchen kann. Und auch eine Überlegung wert: „In den kleineren Studiengängen hat man gute Chancen einen HiWi-Job zu bekommen.“
Hochschulstandort Cottbus
Einwohner: etwa 100.000
Studierende: etwa 9.975
Hochschulen: Brandenburgische Technische Hochschule (BTU), Hochschule Lausitz
Studienbeitrag: BTU: ab dem Sommersemester 2011 220,70 (inklusive Semesterticket). Hochschule Lausitz: 117 Euro im Erststudium, 168,13 im Zweitstudium. Es gibt keine Studiengebühren
Miete: zwischen 4,43 Euro und 4,77 Euro pro Quadratmeter




