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Kiel

Kieler Förde — Kieler Charme

Ein Eldorado für Wasserfanatiker — so könnte man Kiel kurz beschreiben. Doch mit drei Hochschulen ist die Stadt an der Ostsee nicht nur für Wasserraten interessant, sondern hat auch ein breites Fächerangebot parat.

Blick auf Kiel und das Wasser. Viele Seegelboote fahren umher.

Verschiedenste Baustile bunt gemischt und ein herrlihcher Blick aufs Wasser: Kiel hat seinen 30.000 Studierenden einiges zu bieten.

Foto: Landeshauptstadt Kiel / Peter Lühr

Der Hochschulstandort Kiel

Einwohner: zirka 238.000

Studierende: zirka 30.000

Hochschulen: 3 (Christian-Albrecht-Universität, Fachhochschule Kiel, Muthesius Kunsthochschule)

Studiengebühren: keine Studiengebühren, nur Semesterbeitrag

Miete: zirka 141 bis 313 Euro im Wohnheim (etwa 1.900 Wohneinheiten von Einzelzimmern bis fünfer Wohngemeinschaften in zehn vom Studentenwerk betriebenen Wohnheimen), privat zwischen fünf und sieben Euro Kaltmiete pro Quadratmeter

Kiel ist eine geteilte Stadt: Die Förde trennt den Ost- vom Westteil. Wer die Möglichkeit hat, einen Blick auf Kiel von oben zu werfen wird sofort erkennen, was gemeint ist. Hufeisenförmig legt sich Kiel um die Meeresbucht herum. Das Westufer gilt als Innenstadt. Hier gibt es Shoppingmeilen, viele Clubs und Bars, Wohnmöglichkeiten, die Christian-Albrecht-Universität und die Muthesius-Kunsthochschule. Das Ostufer, das man mit Bussen oder der Fähre erreichen kann, ist das alte Industriegebiet. Neben Werften und Bürogebäuden ist hier seit etwa zehn Jahren die Fachhochschule Kiel (FH) angesiedelt.

Wasser, Touris, niedrige Mieten

Rund 28.000 Studierende sind auf die drei Hochschulen verteilt. Es ist zum einen das Angebot: Eine Volluniversität, eine Fachhochschule und eine Kunsthochschule bieten Studierenden eine Fächerauswahl von Agrarwissenschaften oder Elektrotechnik über Kunst, Ozeanographie bis Multimedia Productions oder Interior Design. Zum anderen locken relativ niedrige Mieten und gute Jobmöglichkeiten. Kiel ist vergleichsweise günstig – vor allem wenn man bedenkt, dass Kiel eine Landeshaupt- und Großstadt ist. Für eine Dreier-WG in einer schicken Wohnung mit Strand vor der Haustür und reicher Nachbarschaft zahlt man ungefähr 740 Euro war. Zugegeben, die Wohnung liegt nicht direkt in Kiel, sondern in einem Vorort, doch auch mit Kaltmieten zwischen fünf und sieben Euro kann sich Kiel-City sehen lassen.

Mit dem Wasser kommen die Touristen – Kiel ist Dienstleistungsstadt. Das lohnt sich natürlich für Studierende, die sich einen Nebenverdienst sichern möchten. Das bestätig auch Cornelie Prillwitz, von der Kieler Agentur für Arbeit: „Viele Studierende arbeiten in der Gastronomie oder im Verkauf. Aber hier gibt es auch einige Callcenter, in denen man neben dem Studium jobben kann.“

Werften, Verwaltung und Mittelstand

Ein einzelnes Boot in der Nord-Ostsee-Schleuse in der Dämmerung. Der Himmel leuchtet orange und das Wasser spiegelt die orangene Sonne.

Kieler Romantik: Sonnenuntergang an der Nord-Ostsee-Schleuse.

Foto: Landeshauptstadt Kiel / Bloedom

Auch für Absolventen finden sich Jobmöglichkeiten. Hauptarbeitgeber Kiels ist zwar die Christian-Albrechts-Universität, als Landeshauptstadt ist Kiel aber auch Verwaltungssitz – und bietet damit einen weiteren großen Arbeitgeber in der Region.

Stadtrat Adolf-Martin Möller kann einiges dazu sagen: „Kiel hat viele innovative Unternehmen in den Bereichen Neue Medien, wie beispielsweise Werbeagenturen, oder IT-Technik. Aus Kiel kommen hochwertige Schiffsdiesel, leistungsstarke Lokomotiven, modernste Farbscanner, schnurlose Telefone und feinmechanische Medizintechnik. Zum Wirtschaftsstandort Kiel gehören etwa 8.500 Gewerbebetriebe.“

Cornelie Prillwitz von der Agentur für Arbeit ergänzt: „Ich kann nicht sagen, dass in Kiel eine bestimmte Branche überwiegt. Die Region ist vor allem von mittelständischen Unternehmen geprägt.“ Ein weiter Pluspunkt bei der Arbeitssuche: Hamburg liegt nur 100 Kilometer entfernt. „Viele Kieler Absolventen arbeiten auch im so genannten Hamburger Speckgürtel und pendeln.“

Viel Geschichte und alles neu

Die Landeshauptstadt blickt auf eine lange und reiche Geschichte zurück. Aufgrund ihrer Lage an der Ostsee gründete Graf Adolf IV von Holstein zwischen 1233 und 1242 die Stadt unter dem Name „Holstenstadt tom Kyle“. Das Wort „Kyle“ entstammt dem alten Sprachgebrauch und steht für Keil; vermutlich bezeichnet es die Förde, die keilartig ins Landesinnere ragt.

Vor allem im 19. Jahrhundert stieg der Industrieanteil in Kiel, als sich große Werften ansiedelten. Die sorgten wohl auch dafür, dass der bayerische Artillerie-Unteroffizier Wilhelm Bauer in Kiel das erste in Deutschland gebaute U-Boot zu Wasser ließ. Die „Brandtaucher“ ank allerdings bei der Jungfernfahrt. Die strategische Lage und die Bedeutung als Industriestadt führten zunächst dazu, dass in Kiel ein Kriegshafen ausgebaut wurde, der aber während des Zweiten Weltkriegs zerstört wurde.

Das ist der Grund, warum die Stadt vor allem aus Neubauten besteht – wobei verschiedenste Baustile bunt gemischt sind. Am imposantesten sind die wieder aufgebaute Nikolaikirche, deren roter Backstein geradezu leuchtet, und das Rathaus, dessen Turm als eines der Wahrzeichen Kiels gilt.

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