Zusammenhänge vermitteln
Julia Meinke (21) studiert an der Georg-August-Universität in Göttingen Mathematik und Politik auf Lehramt an Gymnasien. Mathe hat ihr bereits in der Schule am meisten Spaß gemacht.
Vor allem die Ursprünge mathematischen Denkens haben es der Lehramtsstudentin Julia Meinke angetan.
Foto: WillmyCC Studio
Ob Gleichungssysteme, Differential- und Integralrechnung, mathematische Beweise oder Stochastik – Julia Meinke ist inzwischen im fünften Semester
angekommen „und ich bin mir sicher, dass ich das komplexe Studium auch schaffen werde.“ Die Basismodule „Analytische Geometrie und Lineare Algebra“ sowie „Analysis I und II“ in den ersten beiden Semestern sind für die Studierenden des Ein-Fach-Bachelorstudiengangs und der lehramtsspezifischen Zwei-Fächer-
Für die Studentin ist es besonders spannend, die Ursprünge und Hintergründe mathematischen Denkens kennenzulernen. „Die Mathematik, die an der Uni gelehrt wird, zielt mehr auf die Erkenntnis von Zusammenhängen ab als die Schulmathematik“, sagt sie. „Auch später als Mathelehrerin möchte ich mehr auf Hintergründe eingehen und zum Beispiel in der Oberstufe auch mal ein oder zwei mathematische Beweise vorrechnen.“ Ein besonderes Faible hat Julia Meinke für die Teilgebiete Matrizenrechnung und Grenzwertsätze. Doch wo Studierende im Bachelorstudiengang Mathematik auch abstraktere Themen wie algebraische Geometrie oder Topologie behandeln, steht für angehende Lehrer die Vermittlungskompetenz von schulnahen Themen im Vordergrund. „Hier ist ein breites Mathewissen gefragt.“ Hinzu kommt, dass Bachelorstudierende im Lehramtsprofil für ihre beiden Fächer ungefähr gleich viel Zeit aufwenden. „Im zweiten Semester etwa haben die Mathe- und Politikveranstaltungen jeweils um die zehn Semesterwochenstunden in Anspruch genommen.“
Der Reiz des Mathestudiums
Mathe war schon am Gymnasium in Ludwigslust Julia Meinkes Lieblingsfach. In der achten Klasse holte sie sogar den ersten Preis für ihre Klassenstufe in der Mathematik-Olympiade an ihrer Schule. Nur wenige Mädchen nahmen damals teil. „Ich hatte wirklich Glück mit meiner Mathelehrerin, die mich vor allem in der Oberstufe ermuntert und gefördert hat“, berichtet die Studentin. Das bestärkte sie in ihrem Wunsch, Mathematik zu studieren, trotz und gerade wegen des anspruchsvollen Rufs des Fachs. „Sie hat mich gut darauf vorbereitet, was mich in meinem Mathematikstudium erwartet.“
Um ihren Wunschberuf Lehrerin ausüben zu können, steht nach dem Bachelorabschluss noch der Master of Education an, wo neben fachspezifischen Veranstaltungen, einem Forschungsseminar und Fachdidaktik vor allem Module im Bereich Bildungswissenschaften den Studienplan bestimmen. Doch fordert der Lehrerberuf neben der fachlichen Kompetenz auch kommunikative Stärken. Dass Julia Meinke auch dafür ein Händchen hat, bewies die Studentin bei ihrem Praktikum, das an einem beruflichen Gymnasium stattfand. „Ich habe zum ersten Mal in Mathe etwas kapiert“, gab ihr einer der Schüler Feedback. Darauf ist sie wirklich stolz.





