Mit Zusatzqualifikation punkten
Anna Hartenberger (24) hat sich für einen recht jungen Studiengang entschieden, der den neuen Anforderungen in vielen Unternehmen gerecht wird: Sie studiert Umwelt- und Betriebswirtschaft an der Fachhochschule Trier.
Im Bereich Nachhaltigkeit kann man beispielsweise Umwelt- und Betriebswirtschaft am Umwelt-Campus Birkenfeld studieren.
Foto: WillmyCC
Für Anna Hartenberger lag die Studienwahl wortwörtlich nahe. „Ich komme aus Idar-Oberstein und habe dort auch mein Fachabitur für Wirtschaft gemacht. Bis an den Umwelt-Campus Birkenfeld der Fachhochschule Trier sind es nur 20 Kilometer. Mir fiel damals schon die persönliche Atmosphäre des Umwelt-Campus auf, und die Studiengänge waren genau mein Fall, da ich etwas zum Thema Nachhaltigkeit machen wollte. Allerdings musste ich erst einmal herausfinden, was mir dabei am besten liegt.“
Rund 2.000 Studierende sind derzeit an dem kleinen Standort der Fachhochschule Trier eingeschrieben. Anna Hartenberger startete nach dem Abi mit dem Bachelor-Studiengang Umweltplanung. Ein krankheitsbedingter Ausfall im vierten Semester brachte ihr viel Zeit zum Nachdenken. „Mir wurde bewusst, dass ich meine Zukunft doch mehr im BWL-Bereich sehe.“ Aber es war längst nicht zu spät. Anna Hartenberger konnte noch auf Umwelt- und Betriebswirtschaft umsteigen, einige Scheine wurden angerechnet.
Der besondere Ansatz des Umwelt-Campus machte es möglich. „Hier zieht sich der Umweltgedanke durch alle Studiengänge. Es gibt auch fachübergreifende Lehrveranstaltungen und Teamarbeit in Seminaren, zum Beispiel zum Thema Sustainable Business Solutions, also nachhaltigem Management. „Wir sind mit Studierenden anderer Fachrichtungen in gemeinsamen Projekten vernetzt; ich nehme sogar an einem virtuellen Seminar teil, in dem wir per Videokonferenz mit drei anderen Hochschulen kommunizieren können“, erklärt Anna Hartenberger.
Praktische Erfahrung sammeln
Immer im Mittelpunkt stehen ökologische, wirtschaftliche, technische und soziale Fragen mit Fokus auf die späteren Tätigkeitsfelder. Vorausblickende Unternehmen sehen den Aspekt Nachhaltigkeit zunehmend auch als Möglichkeit, gewinnbringende Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Nach ihrem Abschluss könnte die angehende Umweltbetriebswirtin also eine besonders gefragte Expertin sein. „Ich erwerbe in meinem Studium eine Zusatzqualifikation zum Betriebswirt, die nicht viele Absolventen vorweisen können. Das wird zwar nicht von allen Unternehmen gefordert, aber bei Stellenausschreibungen mit Umwelthintergrund habe ich einen besonderen Bonus“, sagt die 24-Jährige. In den Vorlesungen, die sie besucht, geht es beispielsweise um Nachhaltiges Wirtschaften, Stoffstrommanagement und Einsparungspotenziale beim Energieverbrauch. Das berührt auch die Rechtswissenschaften, weil es hierzu laufend neue Gesetze und Regelungen gibt und viele Normen erfüllt werden müssen. Aber auch Praxisnähe wird an der Fachhochschule großgeschrieben. „Mein Curriculum schreibt für das fünfte Semester ein Praxis- oder Auslandssemester vor. Dann werde ich vier Monate lang Erfahrungen in einem Betrieb sammeln, wahrscheinlich in Schweden. So kann ich zugleich die Landessprache lernen, die mich sehr interessiert“, freut sich Anna Hartenberger.
Sport und Umwelt
Doch jetzt genießt sie noch das Studentenleben in Trier. Obwohl sie es nicht weit zur Uni hatte, hat die Studentin ein Zimmer im Wohnheim direkt am Campus bezogen. „Anfangs bin ich gependelt, aber das war keine gute Lösung. Es fehlte der Draht zu den anderen Studenten, denn viele haben kein Auto. Nun kann ich meine Kommilitonen auch mal kurz besuchen oder zusammen mit ihnen lernen. Außerdem erleichtert das meine Arbeit an der Fachhochschule.“ Als wissenschaftliche Hilfskraft kümmert sie sich nämlich unter anderem um die Planung und Durchführung der Veranstaltungen für Schnupperstudenten.
Ihre Zukunft sieht Anna Hartenberger in der Sportbranche. „Sport wird immer wichtig für viele Menschen sein“, erklärt sie. „Ich richte schon jetzt meine Seminararbeiten danach aus, habe zum Beispiel über die Nachhaltigkeitsberichte des Adidas-Konzerns geschrieben.“ Als Umweltbetriebswirtin könnte sie in viele Unternehmensbereiche einsteigen, zum Beispiel in den Abteilungen Marketing, Logistik oder Controlling.





