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Sprachen und Kulturen des Indischen Subkontinents und Tibets

Zwischen Religionen vermitteln

"Sprachen und Kulturen des Indischen Subkontinents und Tibets" heißt der Studiengang, den Sonam Spitz (26) im Hauptfach absolviert. Ziel des Internationalen Bachelorstudiengangs ist es, Originaltexte in mindestens zwei süd- oder zentralasiatischen Sprachen analysieren zu können. Das Fach beschäftigt sich aber auch mit den historischen, gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen der Region.

Der Student steht vor einem Teich in einem Dschungelgebiet. Er trägt ein lila T-Shirt und grüne Shorts und hat eine Plastiktüte in der Hand. Mit der anderen hand zeigt er einen nach oben gestreckten Daumen.

Der Student Sonam Spitz möchte gern bei der Akademie der Weltreligionen in Hamburg arbeiten.

Foto: privat

Zu dem Studienwunsch ist Sonam Spitz über sein Interesse am Buddhismus gekommen. Zwischen Abitur und Zivildienst hat er fünf Monate in Nepal verbracht, um sich dem Studium der Sprache zu widmen und um Kultur und Religion des asiatischen Landes kennenzulernen. „In Nepal bin ich mit der tibetischen Kultur in Kontakt gekommen und war sehr fasziniert“, erzählt der 26-Jährige. Nach dem Zivildienst war er zweieinhalb Jahre an der Kathmandu University eingeschrieben und besuchte die Fakultät für Buddhist Studies. „Ich wollte vor allem meine Sprachkenntnisse vertiefen“, sagt er. Im Wintersemester 2009/10 kehrte er nach Deutschland zurück. Da er in Nepal einen Bachelorstudiengang belegt hatte, konnte er sich einige Lehrveranstaltungen anrechnen lassen und an der Uni Hamburg sofort in das dritte Semester des achtsemestrigen Bachelorstudiengangs „Sprachen und Kulturen des Indischen Subkontinents und Tibets“ einsteigen.

Tibetisch und Sanskrit

Einen großen Teil seines Studiums füllt der Sprachunterricht aus. Angeboten werden Tibetisch, Sanskrit und Hindi. „Man wählt einen Schwerpunkt, der entweder tibetologisch, alt- oder neuindologisch ist. Ich habe mich für Sanskrit (Altindologie) entschieden“, erklärt Sonam Spitz. „Tibetisch spreche ich nach der Zeit in Nepal recht gut. Sanskrit hingegen gilt als eine der schwierigsten Sprachen überhaupt. Sie wird kaum gesprochen und ist mehr eine Buchsprache.“ Die Kultur der asiatischen Region erschließt sich der Student, der mittlerweile im fünften Semester ist, vorrangig über das Lesen von Originaltexten. Aber er besucht auch regionenspezifische Module, etwa zur Kulturgeschichte Südostasiens und Tibets. Derzeit ist Sonam Spitz einer von 79 Studierenden im Hauptfach, entsprechend intensiv können er und seine Kommilitonen von den Lehrenden im Fachbereich betreut werden.

Etwa jedes dritte Wochenende arbeitet der 26-Jährige als Übersetzer. Wenn tibetische Lehrer in eines der zahlreichen Buddhistischen Zentren der Hansestadt kommen und weder Deutsch noch Englisch sprechen, dolmetscht er vom Tibetischen ins Deutsche. Das sechswöchige Praktikum, das in seinem Studiengang verpflichtend ist, möchte der junge Mann beim Nepalese German Manuscript Cataloguing Projekt (NGMCP) in Kathmandu absolvieren. Das Projekt ist eine Kooperation zwischen dem Nationalarchiv Nepals und der Abteilung für Kultur und Geschichte Indiens und Tibets am Asien-Afrika-Institut der Uni Hamburg. „Alte Handschriften aus dem Sanskrit und Tibetischen, die teilweise aus Privatbibliotheken und Klöstern im Himalaya stammen, werden in dem Projekt katalogisiert und archiviert.“

Da Sonam Spitz im Nebenfach Erziehungswissenschaft studiert, stellt er etwa konzeptionelle Überlegungen an, wie sich der Buddhismus als eine der großen Religionen zum Beispiel im Schulunterricht vermitteln lässt. Im Rahmen des Pflichtmoduls „Vernetzung Studium und Beruf“, in dem es unter anderem um die Entwicklung von Berufswünschen geht, hat er einen Tibetologen kennengelernt, der als Experte im Rahmen des interreligiösen Dialogs in der Hansestadt eine wichtige Rolle spielt. „Die Vermittlung der Religionen und ihre Gemeinsamkeiten finde ich sehr spannend“, sagt Sonam Spitz. Sein Traumjob wäre eine Mitarbeit an der Akademie der Weltreligionen. Die Einrichtung an der Hamburger Uni bietet Seminare zu interreligiösen Themen und zum dialogischen, religionsübergreifenden Lernen an. „Das Zentrum beschäftigt sich mit den Verbindungen der Weltreligionen untereinander und möchte einen praktischen Beitrag für das Zusammenleben in einer multikulturellen Gesellschaft leisten.“ Neben Einrichtungen des Kulturbereichs sind etwa auch Medienunternehmen, Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit oder Unternehmensberatungen mögliche Arbeitgeber für Absolventen des Bachelorstudiengangs. Oder man strebt eine Promotion in den Bereichen Indologie oder Tibetologie an und schlägt eine akademische Karriere ein.

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