Gute Chancen für Umweltbewusste
Der Klimawandel ist eines der großen Themen unserer Zeit. Die Erfassung verlässlicher Klimadaten und die Ursachenbekämpfung, wie etwa die Reduzierung des CO2-Ausstoßes, bleiben große Herausforderungen. Damit eröffnen sich auch neue Berufsfelder und Chancen am Arbeitsmarkt.
Fahrrad fahren allein reicht leider nicht. Um das Klima nachhaltig zu bessern bedarf es etwas mehr.
Foto: KonzeptQuartier
Am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung e.V. (PIK) arbeiten Meteorologen, Meereskundler, Gletscherforscher, Biologen, Informatiker, Soziologen und Wirtschaftswissenschaftler unter einem Dach. Ihre Aufgabe ist es, den globalen Klimawandel und seine Folgen für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft zu untersuchen. Da dies keine Institution alleine leisten kann, arbeitet das PIK beispielsweise mit dem britischen Tyndall Centre for Climate Change Research zusammen.
Dr. Stefan Petri (45), Informatiker im PIK-Forschungsbereich Erdsystemanalyse, arbeitet mit seiner Forschungsgruppe seit 2009 an der Weiterentwicklung des „Climber-3-Modells“, das nach Angaben des Instituts zu den komplexesten Erdsystemmodellen zur Klimaforschung zählt, weil es besonders viele Einflussfaktoren berücksichtigt. „Unser Ziel ist die Koppelung von Modellkomponenten für Atmosphäre, Ozean, Eis und Vegetation. Die Definition der Schnittstellen zwischen den Komponenten ist ein wichtiger Teil meiner täglichen Arbeit, aber auch das Erstellen von Programmstücken für den Datenaustausch.“ Für die Modellierungen und Simulationen werden spezielle Computerprogramme benötigt, meist mit extrem hohem Bedarf an Rechenzeit und Speicherplatz.
Als Informatiker in der Klimafolgenforschung
Hier kommt Stefan Petri zum Einsatz. Als „Scientific Programmer“ unterstützt er die Fach-Wissenschaftler bei der Entwicklung ihrer Modelle. „Zunächst erstelle ich einen Entwurf der Software-Architektur“, erklärt der Informatiker. „Die fachspezifischen Formeln und Gleichungen programmieren die Wissenschaftler dann oft selbst. Teilweise helfe ich den Anwendern aber auch, Programmentwicklungswerkzeuge für Problemfälle einzusetzen. Dazu gehören also auch ab und zu Seminare und Schulungen.“ Das PIK als Arbeitgeber hat ihn gereizt, da er wusste, dass er dort mit interessanten Kollegen an spannenden Projekten arbeiten würde.
Die Basis für seine Aufgaben schuf Stefan Petri während seines Informatikstudiums an der Technischen Universität Braunschweig. Anschließend promovierte er am dortigen Institut für Betriebssysteme und Rechnerverbund. „Das in diesen Phasen erworbene Wissen ist eine wichtige Voraussetzung für meine heutige Tätigkeit. Der hohe Anteil an Mathematik im Studium hilft mir sehr, die in den verschiedenen Disziplinen hier am Institut auftretenden Gleichungen wenigstens im Grundsatz zu verstehen. Außerdem musste ich mir anwendungsspezifische Kenntnisse aneignen.“ Er ist sich sicher: „Mit der zunehmenden Bedeutung der Forschung im Bereich Klima und Klimafolgen wächst auch die Bedeutung der informatischen Betreuung der zugehörigen Modelle und Simulationen.“





