Mit Natur und Mensch im Einklang
Tourismus ist weltweit ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Einerseits trägt er zur regionalen Entwicklung bei, andererseits kann er die Natur belasten. Wie Konzepte entwickelt werden können, um Mensch und Natur in Einklang zu bringen, lernt Lyn Echtermeyer (30) im Masterstudiengang "Nachhaltiges Tourismusmanagement" an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung (HNE) in Eberswalde
Soziales, Ökonomie und Ökologie müssen sich in der Branche im Einklang befinden, erklärt Lyn Echtermeyer.
Foto: Privat
Die 30-Jährige hat sich nach ihrem Diplomstudium in Geografie und einer Berufsphase an der Rezeption eines Hotels für den konsekutiven Masterstudiengang an der HNE Eberswalde entschieden: „Ich hatte den Wunsch, mich praxisnah weiterzubilden und meine bisherigen Kenntnisse zu Potenzialen und Risiken des Tourismus zu vertiefen“, beschreibt Lyn Echtermeyer ihre Motivation. Der interdisziplinär ausgerichtete Studiengang verknüpft wirtschaftswissenschaftliche mit ökologischen und sozialwissenschaftlichen Inhalten. Auf dem Studienplan stehen Module wie „Tourismus-Marketing“, „Tourismusökonomie“, „Nachhaltiges Destinationsmanagement“, „Ökotourismus und Schutzgebietsmanagement“ oder auch „Tourismus Informationstechnologien“. Im Wahlpflichtbereich können die Studierenden zum Beispiel Vertiefungsrichtungen wie „Tourismus in Entwicklungsländern“ oder „Kulturtourismus“ wählen.
Für nachhaltigen Tourismus
„Ressourcen zu schonen, kann in der Branche auf viele Weise geschehen“, sagt Lyn Echtermeyer. „Im Bereich Marketing etwa kann es bedeuten, dass sich touristische Organisationen oder Unternehmen darüber Gedanken machen, woher ihre Merchandising-Produkte eigentlich stammen.“ Sind die Souvenirs und Andenken wirklich nachhaltig produziert worden? Wenn die Materialien aus Holz sind, handelt es sich dabei um zertifizierte Hölzer, an denen kein Raubbau betrieben wird? Gibt es vielleicht Materialien aus recyclingfähigen Stoffen?
„Um ein nachhaltiges Tourismuskonzept für eine Region zu entwickeln, untersuchen wir auch, wie der Tourismus Ressourcen schonend gestaltet werden kann, welche wirtschaftlichen Effekte der Fremdenverkehr für eine Region hat und auf welche Weise man die Menschen vor Ort einbeziehen kann. Dass sich Soziales, Ökonomie und Ökologie in Einklang befinden, ist ein großes Thema in der Branche und mittlerweile ein Qualitätsfaktor“, erklärt die Studentin.
Neue Konzepte für die Branche
Inzwischen ist Lyn Echtermeyer im dritten Semester und absolviert derzeit ein fünfmonatiges Praktikum, bevor sie im vierten Semester ihre Masterarbeit beginnt. Ihr Praxissemester macht sie bei der Firma „BTE Tourismusmanagement, Regionalentwicklung“ in Berlin, die sich auf Beratungs- und Marketingleistungen für die Tourismus- und Freizeitbranche spezialisiert hat. Die Aufgaben, an denen Lyn Echtermeyer mitarbeitet, unterscheiden sich je nach Projekt. „Bestandteil eines Tourismuskonzepts kann es sein, neue touristische Leitsysteme für eine Region zu entwickeln, die einerseits den Touristen eine gute Orientierung bieten, um die Natur zu genießen, auf der anderen Seite aber auch dazu beitragen, das Ökosystem zu schützen.“ Nach ihrem Masterstudium möchte sie weiterhin in der Tourismusberatung arbeiten. „Gern würde ich touristische Organisationen und Unternehmen bei der Konzeptentwicklung unterstützen“, sagt die angehende Tourismusmanagerin. Weitere Einsatzfelder für die Absolventen bieten sich beispielsweise bei Naturschutzorganisationen oder in der Entwicklungszusammenarbeit.




