"Die Angebote aktiv nutzen"
Beim Studium ist eine gute Organisation das A und O. Gerade zu Beginn müssen sich Studierende um vieles kümmern. Thomas Klose, Leiter der Zentralen Studienberatung der Friedrich-Schiller-Universität Jena, gibt Tipps für einen gelungenen Studienstart.
Thomas Klose
Foto: Kaspar
abi>>: Wie gelingt Studienanfängern der Start am besten?
Thomas Klose: Jede Hochschule bietet Informationen zu Studienstart und -organisation. Einen guten Überblick erhalten Erstsemester in den Einführungs- und Orientierungsveranstaltungen der Fakultäten und Fachschaften. Dort erfährt man beispielsweise, wo es die Musterstundenpläne gibt, welche Einrichtungen wo auf dem Campus zu finden sind, und lernt die Studienfachberater und auch die Tutoren kennen. Außerdem kann man gleich erste Kontakte zu Kommilitonen knüpfen.
abi>>: Wie erstellt man seinen Stundenplan?
Thomas Klose: Die Hochschulen bieten für ihre Bachelorstudiengänge in der Regel Musterstundenpläne an, nach denen man sich richten sollte. Welche Lehrveranstaltungen zu welchen Modulen gehören, lässt sich im Modulkatalog nachschlagen. In größeren Studiengängen wie Germanistik werden insbesondere Grundlagenseminare nicht nur einmal, sondern mehrmals die Woche angeboten, damit jeder einen Platz bekommt. Gerade in den Geisteswissenschaften sind Zwei-Fach-Bachelorstudiengänge häufig: Wer zwei Fächer kombiniert, sollte bei der Planung darauf achten, Prioritäten richtig zu setzen, wenn sich Kurse überschneiden. Bei Unsicherheiten hilft die Studienberatung weiter.
abi>>: Wie stelle ich mir meinen Stundenplan am besten zusammen, damit ich den Workload erfülle?
Thomas Klose: Der Richtwert für den Arbeitsaufwand lautet 30 Leistungspunkte pro Semester. Und das kann in verschiedenen Studiengängen ganz unterschiedlich aussehen: Sind in den naturwissenschaftlichen Fächern 30 Leistungspunkte vielleicht mit 30 Präsenzstunden pro Woche in Lehrveranstaltungen und Praktika verbunden, so kann es sein, dass Geisteswissenschaftler nur acht Präsenzstunden in Lehrveranstaltungen an der Hochschule verbringen und dafür viele Stunden im Selbststudium in die Vor- und Nachbereitung zu Hause oder in der Bibliothek stecken. Darum gilt: In erster Linie auf die Leistungspunkte schauen, die übrigens auch im Modulkatalog stehen.
abi>>: Was ist, wenn ich merke, dass ich den Anforderungen des Studiums noch nicht gewachsen bin?
Thomas Klose: Es ist keine Schande, Klausuren, die der Musterstundenplan im ersten Semester vorsieht, zu verschieben, wenn man merkt, man kommt schwer ins Studium rein. Wichtig ist, dass sich Studierende dessen frühzeitig bewusst werden und sich für die Klausuren gar nicht erst anmelden oder rechtzeitig wieder abmelden, da sie automatisch durchfallen, wenn sie zum Termin einfach nicht erscheinen.
abi>>: Ist das Studium dann noch in der Regelstudienzeit zu schaffen?
Thomas Klose: In der Regel schon. Und selbst, wenn sich das Studium um ein oder zwei Semester verlängern sollte, ist das kein Beinbruch. Wichtig ist, dass man seine Ressourcen richtig einteilt.
abi>>: An wen können sich Studienanfänger bei Fragen oder Problemen wenden?
Thomas Klose: Es gibt für alles eine Anlaufstelle – man muss sie nur kennen und die Angebote aktiv nutzen. Geht es um Fragen zur Lehrveranstaltung, ist der Dozent der richtige Ansprechpartner. Bei Fragen zum Fach an sich wendet man sich an die Studienfachberatung. Prüfungsfragen beantwortet das Prüfungsamt. Wer Organisationsprobleme hat oder nicht sicher ist, ob der gewählte Studiengang der richtige ist, sollte zur Zentralen Studienberatung gehen. Gerade in puncto Organisation bieten die Studienberatungen und auch die Studentenwerke oft Kurse an, etwa zu Zeitmanagement oder Studienplanung. Bei psychischen Problemen helfen die psychosozialen Beratungsstellen.




