Was zeichnet gute Lehre aus?
Wer weiß das besser als die, die es betrifft und die tagtäglich mit unterschiedlichen Lehrenden zu tun haben? Deshalb hat abi>> Studierende verschiedener Fachrichtungen und Hochschulen gefragt, was für sie gute Lehre ausmacht.
Simon Thies Kock (25), Bachelor Maschinenbau, Fachhochschule Lübeck
Gute Lehre ist für mich studenten- und praxisorientiert. Sie sollte aktuelle
Entwicklungen und Ereignisse im Fachgebiet aufgreifen und immer so anspruchsvoll sein, dass man auch selbst noch gefordert wird, etwas zu tun. Für mich äußert sich Lehrqualität nicht nur in der Qualität des Unterrichtenden, sondern auch in der Ausstattung und den Möglichkeiten der Einrichtung. Eine gute technische Ausstattung erhöht sowohl die Qualität als auch das Engagement der Studierenden. An meiner Fachhochschule erlebe ich gute Lehre durch gute Professoren, die sich sowohl um die Studierenden kümmern als auch die gute Ausstattung der Fachhochschule nutzen, um so eine gute Wissensweitergabe zu gewährleisten.
Kai Becker (25), Bachelor „Economics and Management“, Freie Universität Bozen
Gute Lehre besteht für mich aus einem guten Verhältnis von Theorie und Praxisbezug. Um wissenschaftlich arbeiten zu können, braucht man theoretische Grundlagen und Modelle. Wenn diese dann auch in Projekten oder Fallstudien
angewandt und umgesetzt werden, wird deren Bedeutung und Wirkungsweise oft verständlicher und nachvollziehbarer. Professoren, die auch selbst praktische Erfahrungen in Unternehmen gesammelt haben, vermitteln die Inhalte anders, indem sie sie mit eigenen Erfolgen, Misserfolgen, Tipps oder Tricks anreichern. Das kann durch Theorie alleine so nicht dargestellt werden. Ein weiterer Aspekt guter Lehre ist das Engagement der Dozenten. Sie sollten Interesse für ihr Fachgebiet wecken und offen sein für Diskurse mit den Studierenden. Zudem spielt auch die Erreichbarkeit der Dozenten eine maßgebliche Rolle: In Bolzano sind sowohl der Dozent selbst als auch die Teaching Assistants neben den Vorlesungen zu festen Sprechstunden zu erreichen, und da die Zahl der Studierenden relativ überschaubar ist, muss man selten lange warten. Je nach Professor und Fach stehen sie in dringenden Angelegenheiten -nach kurzer Rücksprache- auch außerhalb der Sprechstunden zur Verfügung.
Jasmin Sommer (25), Master Geschichtswissenschaft, Universität Bremen
Gute Lehre zeichnet sich für mich durch ein fundiertes Fachwissen aus, das von
den Dozenten verständlich und strukturiert vermittelt wird. An der Uni Bremen habe ich die Erfahrung gemacht, dass einige Professoren ihre Vorlesungen frei halten, ohne ein Skript zu verwenden. Dies erleichtert das Zuhören sehr. Es ist wichtig, dass die Studierenden Freude am Seminar haben und dazu motiviert werden, eigenständig weiter zu forschen. In der Regel sind die Dozenten des Instituts für Geschichte gut erreichbar und hilfsbereit. Sie bieten regelmäßig Sprechstunden an, in denen die Studierenden ihre Forschungsthemen besprechen oder Fragen rund ums Studium klären können.







