service

Rubrik Lehrer und Eltern

studienwahl.de

Studiengangsuche in
studienwahl.de
wie, wo, was?
 
Erweiterte Suche
  • bei Facebook empfehlen
  • bei Twitter empfehlen
  • bei schülerVZ empfehlen
  • bei MySpace empfehlen
Was macht gute Lehre aus?

Fokus auf die Studierenden

Die Forschung bringt Geld und Ruhm: Mit diesem Wissen sind in Deutschland ganze Generationen von Wissenschaftlern groß geworden. Und wo bleibt da die Lehre? Eine berechtigte Frage, die in den unruhigen Zeiten der Bologna-Umstellung an Gewicht gewonnen hat. Inzwischen ist deutlich: Gute Lehre ist wichtig und Politik, Verbände und Hochschulen starten Initiativen und vergeben Preise für herausragende Hochschullehre. Doch wie kann herausragendes Unterrichten gemessen werden? Und was hilft dir das bei der Studien- und Berufswahl? abi>> hat recherchiert.

Auf dem Foto ist eine Tafel abgebildet. Eine Hand ist zu sehen, die mit Kreide etwas darauf schreibt.

Die Qualität der Lehre: Wie soll man sie messen?

Foto: WillmyCC

„Als die Bachelor- und Masterstudiengänge eingeführt wurden, verursachte das an vielen Universitäten zunächst Chaos. Auch an meiner“, erzählt Nils Steffen, der an

Ein schwarz-weiß-Foto zeigt Nils Steffen. Er trägt eine Brille mit schwarzem Rand und dunkles, kurzes Haar.  

Nils Steffen

Foto: WillmyCC

der Uni Bremen derzeit seinen Master in Geschichte absolviert. Seminare waren überfüllt, Pflichtveranstaltungen überschnitten sich zeitlich, die Lehrinhalte der Module waren nicht immer aufeinander abgestimmt. „Mich hat damals die Motivation gepackt, etwas dagegen zu tun. Die Idee hinter Bachelor und Master finde ich nämlich klasse“, sagt der 25-Jährige, der 2007 anfing, sich in seinem Fachbereich – der Geschichtswissenschaft – für eine Verbesserung der Lehrqualität stark zu machen.

Heute ist Nils Steffen Referent für Studium und Lehre des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) der Uni Bremen und arbeitet eng mit Professoren und dem Rektorat zusammen. „Inzwischen besteht bei allen Beteiligten das Interesse, in gute Lehre zu investieren“, sagt der Student.

Kein Patentrezept

Aber was ist gute Lehre in Zeiten von Bachelor und Master? „In der Lehre gibt es kein Patentrezept oder ein Konzept, welches man allen Fächern oder Lehrveranstaltungen überstülpen könnte“, sagt der Leiter des Bereichs Bildung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Christian Tauch. „Im Wesentlichen kommt es darauf an, dass sich die Lehrenden auf die Lernenden einstellen und ihnen nicht nur methodisches und theoretisches Wissen vermitteln, sondern ihnen auch zeigen, wie sie dieses Wissen einsetzen können.“ Gute Dozenten bewegen sich also nicht nur sicher in ihrem Fachgebiet, sondern können sich auch auf die Personen einstellen, um die es geht: die Studierenden.

Wie unterschiedlich gute Ideen für Hochschullehre aussehen können, zeigt etwa die neue Broschüre „Gute Lehre“ der HRK an rund 30 Beispielen. Die Studierenden bewerten Lehre dann positiv, wenn etwa die Betreuung gut ist, der Praxisbezug vorhanden und sie in die Forschung einbezogen werden. So haben etwa Studierende des Studiengangs „Healthcare Management“ an der Hochschule Niederrhein in Krefeld unter Anleitung ihres Professors ein Businesskonzept für ein Tumorzentrum entwickelt. An der Uni Marburg hat eine VWL-Professorin ein Programm von Seminaren und Kursen entwickelt, das Studierenden in erster Linie dabei helfen soll, sich im Fach zu orientieren und Schwerpunkte im Studium richtig zu setzen.

Eine wissenschaftliche Umfrage unter den Studierenden der Universität Bremen hat ergeben, dass für sie gute Lehre auch mit einem höheren Praxisbezug und der Teilnahme an Forschungsprojekten verbunden ist. Deshalb wurde in Bremen das Projekt „Forschendes Lernen“ ins Leben gerufen, das von der Universitätsleitung finanziell gefördert wird. „Damit sollen Anreize für die Dozenten geschaffen werden, sich am Ausbau des Projektstudiums zu beteiligen, anstatt langweilige Referate-Seminare abzuhalten. Die Förderung ist ein wichtiger Schritt in Richtung guter Lehre“, freut sich AStA-Referent Nils Steffen.

Damit die Lehre im Vergleich zur Forschung weiter an Bedeutung gewinnen kann, nehmen die Bestrebungen zu, gute Lehre messbar zu machen. „Die Qualitätsentwicklung und auch die Überprüfung der Qualität sind elementare Säulen des Bologna-Prozesses“, sagt Christian Tauch von der HRK. „Die Reform steigert die Bedeutung der Lehre.“ Fördert auf der einen Seite die Exzellenzinitiative von Bund und Ländern seit 2005 herausragende Forschungsprojekte an deutschen Hochschulen, so steigen auf der anderen Seite seit Jahren die Zahl und die Bedeutung von Lehrpreisen, die gute Lehre sichtbar machen sollen.

Auszeichnungen für gute Lehre

Dazu zählt beispielsweise der Wettbewerb „Exzellente Lehre“ des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft und der Kultusministerkonferenz (KMK): Sechs Unis und vier Fachhochschulen wurden im Oktober 2009 für ihre strategischen Konzepte zur Qualitätsentwicklung von Lehre und Studium ausgezeichnet und mit einer Fördersumme von insgesamt zehn Millionen Euro bedacht. Die Preisträger haben sich zudem verpflichtet, in einem Qualitätszirkel zusammenzuarbeiten und eine „Charta guter Lehre“ zu entwickeln. „Darin sollen die institutionellen Voraussetzungen für gute Lehre konkretisiert werden“, sagt Bettina Jorzik, Programmleiterin beim Stifterverband, „beispielsweise die Anforderungen an die formale Lehrqualifikation des Lehrpersonals.“ Weitere Bereiche sind etwa die Curriculumsgestaltung von Studiengängen, die Beratung und Betreuung von Studierenden oder das Qualitätsmanagement. Die Veröffentlichung der Charta ist für Herbst 2012 geplant.

Ein anderes Beispiel ist der Ars legendi-Preis des Stifterverbands und der HRK, der an Lehrende vergeben wird. „Dieser Preis soll die besondere Bedeutung der Hochschullehre, gerade auch mit Blick auf den akademischen Nachwuchs, für die Öffentlichkeit sichtbar machen“, erklärt Christian Tauch von der HRK. Der Preis, der mit 50.000 Euro dotiert ist, wird für herausragende Leistungen in Lehre, Prüfung, Beratung und Betreuung verliehen. Das umfasst etwa die Entwicklung und den erfolgreichen Einsatz von Lehr- und Lernmaterialien sowie Prüfungsmethoden in den Veranstaltungen oder die Einführung neuartiger Beratungs- und Betreuungskonzepte. Der Lehrpreis soll einen Anreiz für Dozenten schaffen, die Hochschullehre neben der Forschung noch wichtiger zu nehmen.

Und hier gibt es noch Handlungsbedarf – besonders an Universitäten: 2007 wandten Uniprofessoren im Schnitt geschätzte 26 Prozent ihrer Arbeitszeit für Lehr- und 38 Prozent für Forschungsaufgaben auf, bei Professoren an Fachhochschulen waren es jeweils 43 und 28 Prozent. Das geht aus der neuen Studie „Der Wandel des Hochschullehrerberufs im internationalen Vergleich“ des International Center for Higher Education Research (INCHER) der Uni Kassel hervor. Um speziell an Unis sicherzustellen, dass Qualität und Bedeutung der Lehre steigen, hat der Wissenschaftsrat 2007 empfohlen, die neue Personalkategorie der „Professur mit Schwerpunkt Lehre“ einzuführen – mit einer höheren Lehrverpflichtung von maximal zwölf anstelle von acht Stunden in der Woche. „Es geht darum, die Personalkategorien auszudifferenzieren, auch auf Ebene der Professur“, erklärt Thorsten Wilhelmy vom Referat Tertiäre Bildung beim Wissenschaftsrat. „Denn es bedeutet eine Aufwertung für die Lehre, wenn es auch Professuren mit diesem Schwerpunkt gibt.“ In einigen Bundesländern, beispielsweise Bayern und Schleswig-Holstein, ist die Professur mit Schwerpunkt Lehre bereits im Hochschulgesetz verankert.

 

weiter >>

 

News RSS-Feeds abonnieren (Öffnet sich in neuem Fenster)

Du willst Manager eines Krankenhauses werden?

Jetzt online beantragen in Hessen

Events

Studieren in den Niederlanden

T5 Jobmesse

Veranstaltungsübersicht

Links & Infos

Link zu BERUFENET (öffnet sich in neuem Fenster)