Gelassenheit gelernt
Erfolg ist ein Prozess, der sich nicht immer effizient planen lässt. Diese wertvolle Lektion musste Metin Baran (24) erst lernen. Dabei hat ihm seine Mentorin, Sabine C. Mutert-Brendler geholfen, die als stellvertretende Personalleiterin weiß, wie berufliche Karrieren gelingen. Zusammengefunden hat das Duo aus Student und Führungskraft im Rahmen des "inSight"-Mentorings der Hochschule Bochum.
Metin Baran hat sich für das Mentoren-Programm inSight entschieden. Mit Hilfe seiner Mentorin konnte er die richtigen Schwerpunkte im Studium setzen.
Foto: Willmy CC
„inSight“ richtet sich an Schüler und Studierende. Dabei geben Studierende Insider-Informationen über Studium, Studentenleben und die Hochschule an Schüler weiter, indem sie beispielsweise gemeinsam Vorlesungen, Seminare oder die Studienberatung besuchen. Studierende haben die Möglichkeit, die Unterstützung einer Fach- oder Führungskraft in Anspruch zu nehmen – eine Chance, die sich Metin Baran nicht entgehen lassen wollte. Im dritten und vierten Semester hat er am Mentoring teilgenommen. Inzwischen ist er im siebten Semester und schreibt derzeit an seiner Bachelorarbeit im Fach Wirtschaftswissenschaften.
Die Unterstützung seiner Mentorin Sabine C. Mutert-Brendler, die als stellvertretende Personalleiterin bei einem mittelständischen Unternehmen arbeitet, war sehr hilfreich für den Studenten. „Eigentlich hatte ich bereits mein ganzes Studium einschließlich möglicher Praktika geplant“, erzählt er. „Mit Hilfe meiner Mentorin habe ich allerdings herausgefunden, welche Themen ich vertiefen kann.“ Da Metin Baran ins Finanzmanagement gehen will, riet ihm seine Mentorin, Themen wie Controlling und Unternehmenssteuerung in seinem Studium verstärkt Aufmerksamkeit zu schenken und viele Lehrveranstaltungen in diesem Bereich zu belegen.
Getroffen haben sich Mentee, das bezeichnet den oder die Betreute, und Mentorin alle drei bis vier Wochen in lockerer Atmosphäre. Auch nach Ablauf der regulären Mentoringzeit von einem Jahr stehen die beiden noch in Kontakt. Metin Baran halfen die Gespräche mit seiner Mentorin auch, eine andere Arbeitshaltung zu entwickeln: „Tutor, Präsident des Studierendenparlaments, Student – mein Tag hätte 25 Stunden haben müssen. Durch das Mentoring habe ich gelernt, dass ich auch einmal Abstriche machen und auf einige Tätigkeiten verzichten muss, um langfristig erfolgreich sein zu können. Erfolg ist schließlich ein Prozess. Diese Einsicht war für mich ein großer Schritt, für den ich meiner Mentorin sehr dankbar bin.“
Auch die Frage, an welcher Hochschule er seinen Master machen möchte, hat der Wirtschaftswissenschaftler mit der Mentorin besprochen. Ergebnis: „Nach dem Bachelor werde ich mir eine kleine Auszeit gönnen, um meine Englischkenntnisse in Großbritannien zu vertiefen. Eventuell werde ich mich danach für einen rein englischsprachigen Masterstudiengang bewerben“, überlegt Metin Baran.
Mit Motivationsschreiben beworben
Um in das Mentoring-Programm aufgenommen zu werden, musste sich der gebürtige Wittener mit einem Motivationsschreiben vorstellen. Seine Wünsche und Erwartungen bezüglich des Mentorings hat er in einen Bewerberbogen eingetragen. „Mir war wichtig, branchenunabhängig Kontakt zu einer Führungskraft zu bekommen, die Personalverantwortung trägt, um mir bereits im Rahmen des Studiums über die geeigneten Bewerbungsstrategien klar zu werden.“ Nach erfolgreichem Auswahlgespräch erstellte die Koordinatorin des Programms ein individuelles Profil des Studenten, um einen Experten aus der Praxis zu finden, der so gut wie möglich zu den fachlichen und persönlichen Voraussetzungen des Mentees passt.
Die Wahl ist auf Sabine C. Mutert-Brendler gefallen. Die Mentorin hat wie Metin Baran an der Hochschule Bochum Wirtschaftswissenschaften studiert. „Hätte es damals bereits ein Mentoring-Programm gegeben, hätte ich mich auf jeden Fall beworben“, sagt die stellvertretende Personalleiterin der Türband-Firma Dr. Hahn aus Mönchengladbach. Auch für die Mentorin ging es beim ersten Treffen darum, die gegenseitigen Erwartungen abzuklären und herauszufinden, welche Wünsche ihr Mentee hat. „Der Mentor sollte seine Erwartungen reflektieren und offen sein“, meint sie. „Denn vom Mentoring können beide Seiten profitieren und sich weiterentwickeln.“






