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Ingenieur – Schiffbau/Meerestechnik: Von der Werft aufs Wasser

Erik Faber arbeitet als Projektingenieur im Schiffbau bei der NVL Group in Bremen. Der 25-Jährige begleitet dabei den gesamten Prozess: von der ersten Idee bis hin zur Übergabe an den Kunden.

Ein voll beladenes Containerschiff auf dem Meer.

Ein Hubschrauberlandeplatz soll auf einem bestellten Schiff integriert werden. Für Projektingenieur Erik Faber ist das keine Kleinigkeit: „Man muss an Feuerlöschsysteme, Stauraum für Equipment oder die Beleuchtung denken“, erklärt er. Doch das ist nur einer von unzähligen Aspekten während der Planungsphase. Am Ende wird ein über hundert Meter langes Schiff für die Deutsche Marine weltweit im Einsatz sein – mit Helikopter-Deck.

  • Ein Porträt-Foto von Erik F.

    Ich arbeite viel mit deutschen Zulieferern zusammen, besonders im Maschinenbau, aber auch mit Firmen aus dem europäischen und asiatischen Raum. Englisch ist in dieser kleinen, aber sehr internationalen Industrie ein Muss.

    Erik Faber

Von der Pike auf

Nach dem Abitur wusste Erik Faber schon, dass er ein duales Studium im Ingenieurwesen absolvieren will. „Ich wollte von Anfang an den Praxisbezug dabeihaben, um nach dem Studium direkt einsteigen zu können“, erinnert sich der 25-Jährige. Die Idee, im Schiffbau zu arbeiten, kam ihm aber erst später, während eines einjährigen Work & Travel-Aufenthalts in Australien – auf einer Segel-Rennyacht. Zurück in Deutschland studierte er an der Hochschule Bremen und absolvierte die Praxisphasen in der Peene-Werft in Wolgast, die zur NVL Group gehört.

Er schloss die Berufsausbildung zum Konstruktionsmechaniker im Schiffbau und das Studium mit dem Abschluss Bachelor of Engineering Schiffbau und Meerestechnik ab. Dabei lernte er die Grundlagen der Metallbearbeitung von der Pike auf, von Brennschneiden über Schweißen bis zur Warm- und Kaltverformung. In den Abteilungen Schiffbau, Maschinenbau, Fertigungskoordination, Qualitätssicherung und Projektierung erhielt er jeweils einen Überblick über die Aufgaben.

Nach seinem Abschluss wurde er als Fertigungsingenieur übernommen, eine Tätigkeit vergleichbar mit der eines Baustellenleiters, bevor er schließlich ins Projektmanagement wechselte.

Vom winzigen Detail bis zum Generalplan

Erik Fabers Arbeiten am Projekt fließen, wie der Input anderer Fachabteilungen und Beteiligter auch, in den Entwurf eines sogenannten Generalplans ein, quasi ein Grundriss von jedem Deck, ähnlich wie bei einem Haus – eine typische Aufgabe eines Schiffbauingenieurs, wobei er den Generalplan an sich nicht selbst erstellt.

Sein aktuelles Projekt läuft seit einem Jahr. Im Abstimmungsprozess wird der Plan immer detaillierter, durchläuft zig Wiederholungsschleifen, je mehr Anforderungen und Kundenwünsche umgesetzt werden. Man spricht von einer „Entwurfsspirale“. Geplant wird alles, vom Material bis zur Hauptmaschine, dem Navigationssystem über Pumpen und Generatoren bis hin zur Einrichtung (Möbel, Fenster, Türen …). „Ich arbeite viel mit deutschen Zulieferern zusammen, besonders im Maschinenbau, aber auch mit Firmen aus dem europäischen und asiatischen Raum. Englisch ist in dieser kleinen, aber sehr internationalen Industrie ein Muss.“ Bis zu 1.000 Personen können je nach Schiffsart an einem Schiffbauprojekt beteiligt sein. Abstimmung ist essenziell und kein Tag ist wie der andere.

Dafür hält Erik Faber Kontakt zu seinen Kolleginnen und Kollegen aus anderen Fachabteilungen, etwa wenn es um Stabilitäts- und Gewichtsrechnungen oder Vibrationsanalysen geht. Denn: Zum einen erwarten Kunden eines millionenschweren Auftrags, dass nichts klappert. Zum anderen lassen sich Schiffe anhand ihrer akustischen Signatur identifizieren. Marineschiffe sollten deshalb möglichst leise sein.

Erik Faber fasziniert an seinem Beruf das Nichtalltägliche: „Eine Tür in einem Schiff kann schnell mal 600 Kilogramm schwer sein, weil sie den Anforderungen an den Brandschutz genügen muss. Das sind ganz andere Dimensionen.“ Perspektivisch könnte er sich auf einen Fachbereich spezialisieren oder irgendwann eine Projektleitung übernehmen. Zunächst steht aber erstmal die Konstruktionsphase bis zum Brennstart an, also dem Zuschneiden der ersten Stahlplatte für das neue Schiff.

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